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Freitag 03. Februar 2017 | Alter: 77 Tage

Ungerechte Lebensverhältnisse im Focus

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Das Vorbereitungsteam (v.l.n.r.:) Marita Enseling, Vera Gronemann, Marita Hagedorn, Mechthild Fislage, Ursula Schauf und Elke Becker.

Am 1. Februar trafen sich etwa 100 Frauen im Gemeindehaus "BlickPunkt" der evangelischen Kirchengemeinde Ibbenbüren, um die Gottesdienste zum Weltgebetstag am 3. März vorzubereiten. Acht Frauen hatten in einem ökumenischen Team eine Vielzahl von Informationen und Ideen zur Umsetzung des Themas "Was ist denn fair?" zusammengetragen. Der Saal war mit dem offiziellen Plakat, der philippinischen Flagge und vielen Dingen dekoriert, die das Leben in dem Inselstaat illustrieren. Dazu gehörte in erster Linie Reis, das wichtigste Grundnahrungsmittel. "Reis prägt gesellschaftliches Leben und den sozialen Umgang", heißt es in der Broschüre zum Weltgebetstag. Flip-Flops, Ananas, Orchideen, die Bibel und eine Karte des Landes waren weitere emotionale Hinweise.

Mit allen Sinnen die Philippinen erfahren 

"Wir begeben uns heute mit allen Sinnen auf eine weite Reise", so Pfarrerin Vera Gronemann, Frauenbeauftragte des Evangelischen Kirchenkreises Tecklenburg zur Eröffnung. Das Motto "Frauen aller Konfessionen laden ein zum Gottesdienst" ist eine Leitlinie, die jedes Jahr wieder im Mittelpunkt steht. "Die Weltgebetstags-Bewegung ist eine reine Laien-Bewegung. Die Pfarrerinnen Vera Gronemann und Claudia Raneberg geben uns in den Vorbereitungen der Gottesdienste theologische Unterstützung", erklärt Marita Enseling.

Lebenswirklichkeit wahrnehmen

Der Nachmittag begann mit einem Experiment. Per Losentscheid wurden die Frauen an Tische gebeten, die unterschiedliche Lebenswirklichkeiten auf den Philippinen widerspiegelten. Auf einem Tisch lag eine weiße Tischdecke, Kerzen brannten im silbernen Leuchter, Kaffee und Torte wurden gereicht. Weiter ging es zu Tischen mit einfachen Kuchen, Plätzchen und Reiswaffeln bis hin zu einem Tisch, der das Leben auf der Müllkippe illustriert. Dieser höchst eindrucksvolle Beginn der Veranstaltung verfehlte seine Wirkung nicht. "Das war eine sehr gute Idee, so bekamen wir einen Eindruck, wie es dort ist", stellte Gerda Kaiser aus Schale fest. "Ganz schön ungerecht", nannte es Vera Gronemann.

Diskussion über gerechte Entlohnung, Nächstenliebe und unsoziale Vermarktungsstrategien

Damit war schon eine lockere Gesprächsatmosphäre geschaffen. Die einzelnen Gruppen erhielten Blätter mit Begriffen wie fair-lieben, fair-bessern, fair-bünden, fair-teilen, fair-markten und fair-handeln als Diskussionsgrundlage. Daraus ergaben sich interessante Gedanken - über gerechte Entlohnung, Nächstenliebe, Lebensmittelpreise, unsoziale Vermarktungsstrategien oder die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen.

Elke Becker führte in den musikalischen Teil der Liturgie ein. Verfasst haben diese mehr als 20 christliche Frauen unterschiedlichen Alters aus allen Regionen des Inselstaates. Der Gottesdienst beginnt mit einem Lied und dem Gruß "Mabuhay", der "Willkommen", aber auch "Hab ein langes Leben" oder "Zum Wohl" bedeutet. Später erzählen Frauen aus ihrem Leben, es wird gemeinsam gebetet und gesungen. "Die Musik ist oft harmonisch und warmherzig, ganz anders klingt jedoch der Liedruf "Sigaw", erläuterte Elke Becker. Es ist der Schrei des Volkes nach Frieden.

Film: "Die Müllkinder von Cebu" 

Für die Kaffeepause hatten Frauen des Vorbereitungsteams leckeren Bilingka-Kuchen gebacken. Peter Junk gab in einer Power-Point-Präsentation Auskunft über die Philippinen und zeigte den Film "Die Müllkinder von Cebu". Fotos runden die Informationen ab. Von Merlyn, Celia und Editha war zu erfahren, wie hart das Leben in dem Südseeparadies sein kann. Die Bibelarbeit leiteten die Pastorinnen Vera Gronemann und Claudia Raneberg in zwei Workshops, ehe sich alle Teilnehmerinnen zum Abschluss mit weiteren Gestaltungsvorschlägen beschäftigten. Für Bibelarbeit und Andachten stehen vielfältige Materialien zur Verfügung. Themen sind unter anderem "Gerechtigkeit mit offenen Augen", "Reis heißt Leben" oder "Was ist denn fair?" Im Foyer boten Ehrenamtliche des Eine-Welt-Ladens fair gehandelte Produkte an.

Text: Brigitte Striehn