Aktuelles aus dem Kirchenkreis

Dienstag 07. Februar 2017 | Alter: 258 Tage

Was haben die Zehn Gebote mit dem Goldenen Kalb zu tun?

Kategorie: alle Nachrichten


Ist das goldene Kalb nicht niedlich? Diese Arbeitsgruppe des Kinderbibeltages konnte sich der Anziehungskraft jedenfalls kaum entziehen…

IBBENBÜREN-LAGGENBECK - Sind „Die 10 Gebote“ eigentlich noch zeitgemäß? Und was hatten sie noch mal mit dem „Goldenen Kalb“ zu tun? Antworten darauf gab es Anfang Februar beim vierten ökumenischen Kinderbibeltag in Laggenbeck. Die Organisatoren aus der evangelischen Johannes- und der katholischen St. Maria-Magdalena-Gemeinde hatten sich dabei ganz viel Zeit genommen, um mit den 22 angemeldeten Jungen und Mädchen im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren die Thematik in den Räumen des Elsa-Brändström-Hauses genau unter die Lupe zu nehmen.

Dabei galt es, den Kindern zunächst die Geschichte rund um Mose, die Wanderung des Volkes Israel, die zehn Gebote und das „Goldene Kalb“ zu erzählen, denn kaum einer der jungen Besucher war zuvor damit vertraut. So ging es morgens erst einmal mit ein paar Spielen zum Aufwärmen und Kennenlernen in die erste Runde, dann folgte ein Rollenspiel, in dem von der Wüstenwanderung der Israeliten, dem Gang Mose auf den Berg Sinai, wo er die „Zehn Gebote“ von Gott bekam, und der Entstehung des „Goldenen Kalbes“ berichtet wurde.

Was ist uns eigentlich wichtig, fragten sich die jungen Teilnehmer anschließend. Freunde, Familie, Haus, Stofftiere seien da genannt worden, erzählt Lilli Büscher, eine der Betreuerinnen, aber auch Essen, Trinken, Kleidung und Unterstützung. Moderne „Goldene Kälber“ seien dagegen ganz viele materielle Dinge wie Handy und andere Unterhaltungselektronik, die würden eigentlich nicht gebraucht, fasst Lilli Büscher die Erkenntnisse der Kinder zusammen.

Die Ergebnisse dieser ersten Runde landeten in Körben, die – wie sollte es anders sein – an einem „echten“ goldenen Kalb befestigt waren. Mit viel Elan ging es weiter: Welche „Wüstensituationen“ kennen die Kinder, was sind für sie schlimme und bedrohliche denkbare Situationen? Wenn ein Kind in der Schule ausgelacht wird, weil es etwas nicht kann, wurde da genannt, oder der Ausschluss von gemeinsamen Spielen sowie keine Freunde zu haben.

Gemeinsam Singen, Basteln oder Theaterszenen (zu den „Zehn Geboten“) entwickeln und spielen, damit wurde die Thematik vertieft. Das habe viel Spaß gemacht, erzählen die Freundinnen Mia und Alina, beiden neun Jahre alt und zum ersten, aber voraussichtlich nicht zum letzten Mal dabei. Neben einer Wüstenlandschaft mit einer kleinen, palmenbewachsenen Oase und Dünen aus weißem Vogelsand entstanden an diesem Tag auch Gebotstafeln. Die Tafeln waren nicht aus Stein, wie das biblische Original, sondern aus grünlichem Kunststoff und beidseitig beschrieben: Auf der einen Seite waren die zehn Gebote in bekannter Form zu finden, auf der anderen Seite hatten die Kinder sie in einer für sie verständlichen Weise formuliert. In chronologischer Form aneinandergereiht, ergaben einzelne, in roter Farbe herausgehobene Lettern den Spruch: „Du kannst lieben.“

Erstmalig fand der Kinderbibeltag in diesem Jahr im Elsa-Brändström-Haus statt; seit November liefen die Vorbereitungen, zu denen sich das Team aus Pfarrerin Irmtraud Rickert, Pastoralreferent Joseph Kalathill, Britta Luck, Michaela Lennarz, Daniela Hoge, Lilli Büscher, Paula Nederkorn, Greta Böttinger und Stephan Bogdanow seit November regelmäßig getroffen hatte. Außerdem hatte Antje Rößler für den großen Tag leckeres Mittagessen vorgekocht.

In den vergangenen Jahren wurde immer eine „Kinderbibelnacht“ im katholischen Pfarrheim veranstaltet. Viele Kinder kamen extra wegen der Übernachtung und machten dann die Nacht zum Tage. Welche der beiden Aktionen es in Zukunft geben wird, soll demnächst im Team besprochen werden. Auch wenn in diesem Jahr etwas weniger Kinder dabei waren – in den Vorjahren waren es jeweils 30 -, zeigten sich die Organisatoren doch sehr zufrieden. „Ist schon ein Erfolg“, befand Pastoralreferent Joseph Kalathill, und Daniela Hoge lobte: „Die haben echt toll mitgemacht!“

Auch Pfarrerin Irmtraud Rickert fand die Aktion in dieser Form sehr überzeugend: Sonst habe man jeweils am Morgen nach der Übernachtung eine kleine Präsentation für die Eltern gemacht, diesmal konnte die Vorführung der Ergebnisse im Rahmen eines von ihr und dem Pastoralreferenten Joseph Kalathill zusammen mit den Kindern gestalteten Abschlussgottesdienstes in der Johanneskirche stattfinden.

Foto und Text: Claudia Ludewig