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Dienstag 21. Februar 2017 | Alter: 123 Tage

„Ältere Menschen brauchen nicht nur Pflege, sondern Zuwendung“

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Die Seniorenbegleiter erhielten ihre Zertifikate im Rahmen einer kleinen Feierstunde.

WESTERKAPPELN. Auf Einladung des Ausschusses für Seniorenarbeit und der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Tecklenburg ließen sich elf Frauen und Männer aus Ibbenbüren, Lotte, Mettingen und Westerkappeln in den vergangenen Monaten zu ehrenamtlichen Seniorenbegleitern ausbilden.

Nach 40 Unterrichtsstunden mit theoretischen und praktischen Einheiten erhielten die Teilnehmer Mitte Februar im Rahmen einer kleinen Feier im Haus der Diakonie ihre Zertifikate. Spaziergänge begleiten oder Besorgungen machen, Gespräche führen, vorlesen, gemeinsam singen oder spielen, das kann jeder. Umso schöner ist es, wenn sich viele bereitfinden, eben diese alltäglichen Dinge gemeinsam mit alten oder pflegebedürftigen Menschen zu tun, ihnen Zeit zu schenken und ihren Tag mitzugestalten, fanden Karola Glinka, Horst Meyer und Adelheid Rammes vom Ausschuss für Seniorenarbeit. Sie entwickelten das qualifizierte Fortbildungsprogramm.

„Ältere Menschen brauchen nicht nur Pflege, sondern auch Zuwendung und Beziehung“, machen Adelheid Zühlsdorf-Maeder für die Erwachsenenbildung und Friedrich Schönhoff, Leiter des Hauses der Diakonie, deutlich, wie wichtig solche Angebote sind. Die Feier mit der Verleihung der Zertifikate war für die Teilnehmer nicht nur Anlass, stolz darauf zu sein, ihr Wissen erweitert und wichtige Kompetenzen erworben zu haben, sondern auch anderen Menschen Mut zu machen, sich ehrenamtlich in der Seniorenarbeit zu engagieren.

Denn davon gibt es nach wie vor immer noch viel zu wenige. „Wir hatten uns als Kooperationspartner erhofft, durch die Fortbildung neue ehrenamtliche Mitarbeiter zu gewinnen“, zieht Friedrich Schönhoff Bilanz. Diese Rechnung sei leider nicht aufgegangen, weil die Teilnehmer bereits in verschiedenen Einrichtungen eingebunden seien, bedauert er. „Wir haben es dennoch gerne gemacht und freuen uns über das gute Echo“, bekräftigt Schönhoff. Er könne sich eine Wiederholung vorstellen, denn in der Arbeit mit rüstigen wie pflegebedürftigen Senioren sei ein Grundgerüst mit Wissen über Erkrankungen, Ernährung, praktische Hilfsmittel, über Abschied, Trauer und andere Themen sehr sinnvoll, ist der Einrichtungsleiter überzeugt.

Adelheid Zühlsdorf-Maeder zieht ebenfalls ein positives Fazit und nimmt Schönhoffs Angebot gerne an. „Wir sind immer auf der Suche nach Kooperationspartnern“, betont die Pfarrerin. Die erworbenen Zertifikate sind nicht für die Schublade gedacht. „Im Rahmen des kürzlich in Kraft getretenen Pflegeergänzungsgesetzes II können unsere zertifizierten Seniorenbegleiter ab sofort in Einrichtungen oder Haushalten das Tagesprogramm mitgestalten und über den Träger ein Honorar bekommen“, erläutert Friedrich Schönhoff, Leiter des Hauses der Diakonie. Zertifikate erhielten Manuela Beckmann, Ute Roloff, Edeltraud Klein, Reinhard Michel, Bärbel Wessel, Elisabeth Bücker, Martina Geist, Iris Lupp, Dieter Michel, Gundula Aißlinger und Margot Lührmann.

Text und Foto: Dietlind Ellerich