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Montag 27. Februar 2017 | Alter: 53 Tage

Das Theaterstück "Flüchtig" gibt Raum zum Nachdenken

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Stecken mitten in den Vorbereitungen für das Theaterstück: Christoph Henzelmann (links) und Robert Rickert.

Lengerich. Es ist ein Thema, das aktueller nicht sein könnte und am 5. März im Lengericher Martin-Luther-Haus auf die Bühne gebracht wird: „Flüchtig“ nennt sich das Werk, das die Geschichte zweier Mädchen erzählt, die in einem afrikanischen Rebellenlager zu Kindersoldatinnen ausgebildet werden und sich irgendwann entschließen, zu fliehen. Ihr Weg in die Freiheit ist gezeichnet von Hunger und Durst, unendlichen Strapazen, Zweifeln und Hoffnungslosigkeit, aber auch von Mut und Entschlossenheit. Am Ende erreichen sie ihr Ziel, aber die Zeit ihrer Entführung hat unverwischbare Spuren hinterlassen.

Zu Gast in Lengerich ist dabei die Theaterwerkstatt „Rabatz“ aus Ibbenbüren unter der Leitung von Robert Rickert. „Die Idee, ein solches Thema aufzugreifen, kam von den Darstellerinnen vor rund einem Jahr selbst“, erzählt Rickert, der mit den Spielerinnen nicht nur Theater macht, sondern sich im Vorfeld und während der Proben immer wieder auch intensiv mit dem Thema Flucht auseinandersetzt.

„Das Stück ist schon harter Tobak“, weiß Rickert. „Es gibt vor allem Raum zum Nachdenken“, fügt Christoph Henzelmann, Kantor der Evangelischen Kirchengemeinde Lengerich hinzu. Der Jugendchor der Sing- und Chorschule an der Ev. Stadtkirche Lengerich unter seiner Leitung führt das Thema weiter und singt unter Anderem aus Bob Chilcots „A Little Jazz Mass“. Begleitet wird der Chor von einer Combo in Zusammenarbeit mit der Musikschule Tecklenburger Land. „Die Lieder geben Zeit, um das Gehörte nachwirken zu lassen“, so Henzelmann. Auch der Chor, bestehend aus 20 jungen Mädchen, habe sich mit dem Thema Flucht auseinander gesetzt und ging mit dem nötigen Ernst an das Thema heran. „Das beeindruckt mich“, so Henzelmann, der sichtlich erfreut ist über die Zusammenarbeit zwischen Theater und Musik: „Diese beiden Medien befruchten sich gegenseitig und das eine gewinnt durch das andere.“ Bedient hat sich Henzelmann neben der Jazz Mass auch am Medley des Musicals Les Miserables. „Auch dort geht es darum, für etwas einzustehen“ so der Organist.

Szenarisch kommt das Stück ohne ein Bühnenbild aus, lediglich ein Mobilee soll an der Decke des Martin-Luther-Hauses hängen. „Dort werden verschiedene Menschen zu sehen sein, auf deren Schicksale wir teilweise eingehen werden“, so Rickert. „Wir dürfen nicht aufhören, Schicksale zu beachten und uns für die Menschen zu interessieren“, fügt er hinzu. Niemand verlasse freiwillig seine Heimat, sind sich beide einig und schließen an: „Es gibt einfach Gründe, zu fliehen.“

Das Stück „Flüchtig“ wird am Sonntag, 5. März um 17 Uhr im Martin-Luther-Haus, Schulstraße 71, in Lengerich aufgeführt. Der Eintritt ist frei.

Text und Foto: Jendrik Peters