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Montag 27. Februar 2017 | Alter: 174 Tage

Gospelkonzert begeistert das Publikum

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Superintendent André Ost (l.) im Gespräch mit Kirchenmusikdirektor Martin Ufermann.

WESTERKAPPELN. 80 Sängerinnen und Sänger auf Linie zu bringen, ist kein einfaches Unterfangen. Der Mann, dem genau das kürzlich Note für Note, Takt für Takt in Westerkappeln gelungen ist, heißt Axel Christian Schullz. Der Musiker hat zwei Tage lang die 20. Fortsetzung des längst über die Region hinaus bekannten Gospelworkshops geleitet und mit der bunt gemischten Truppe aus verschiedenen Gemeinden des Tecklenburger Lands ein Konzertprogramm erarbeitet, das der große Chor zum Abschluss in der Stadtkirche vor begeistertem Publikum präsentierte. Der Mann, der die Erfolgsgeschichte vor 19 Jahren begonnen hat, ist Kirchenmusikdirektor Martin Ufermann, der mit ebenso viel Spaß und Freude bei der Sache ist wie die vielen Teilnehmer, die Jahr für Jahr kommen, um gemeinsam zu singen, aber auch um lieb gewonnene Menschen wiederzutreffen.

Vom Westerkappelner Gospelworkshop habe er schon gehört, bevor er im Jahr 2004 in den Kirchenkreis Tecklenburg gekommen sei, erinnert sich dessen heutiger Superintendent André Ost. Er war am letzten Februarsonntag dabei, als der Chor das am Wochenende erarbeitete Programm vorstellte. „Tolle Lieder, tolle Darbietung“, lobte Ost das Konzert und gratulierte Ufermann, der das nachhaltige Workshop-Projekt initiiert habe, und den vielen Helfern, die sich Jahr für Jahr für eine Neuauflage stark machten.

Spaß hat es gemacht, wieder einmal. „Das ist wie ein Kurzurlaub mit Freunden“, erklären Wiederholungstäter, warum sie immer wieder gerne am generationenübergreifenden Workshop teilnehmen. Keine Ermüdungserscheinungen nach 20 Kapiteln, stattdessen Vorfreude auf den nächsten „Kurzurlaub“ in 2018. Dann mit Leiter Michael Keding, der mit bisher zehn von 20 Einsätzen ebenfalls schon ein bisschen zur guten Tradition gehört.

Viel Applaus gab es am Wochenende aber für Axel Christian Schullz, der den Sängerinnen und Sängern ein Repertoire an deutschsprachigen Liedern mit viel Tiefgang mitgebracht hatte und dem Chor eine sehr gute Arbeit bescheinigte. „Die Stimmung ist locker, entspannt, konzentriert, alle machen gut mit, haben Spaß“, sagte er, bevor er sich am Samstagmorgen an den Flügel im Dietrich-Bonhoeffer-Haus setzte und sich die verschiedenen Stimmen immer wieder einzeln vorknöpfte, um sie später zum großem klangvollen Ganzen zusammenzufügen Es waren Lieder, die das Leben schrieb, Lieder, die von schönen und schweren Tagen, von Liebe, Respekt und Zuhause, aber auch von Scheitern und Vergebung erzählten.

Schullz hatte aber auch Ausschnitte aus seinem aktuellen Großprojekt, der Vertonung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte im Gospelsound, mit nach Westerkappeln gebracht. Mit den Teilnehmern erarbeitete er die Artikel 1 (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit), Artikel 2 (Verbot der Diskriminierung) sowie Artikel 26 (Recht auf Bildung), und es war ein Gänsehautmoment, als der große Chor die Rechte beschwor, die eigentlich allen Menschen zustehen, aber in der Realität eben nicht selbstverständlich eingehalten werden.

So richtig ziehen lassen mochte die Gemeinde das große Ensemble und den Workshopleiter am Ende des Konzerts nicht. Erst nachdem alle gemeinsam eine gospelige Version des Abendlieds „Der Mond ist aufgegangen“ gesungen hatten, gingen in der Stadtkirche die Lichter aus.

Text und Foto: Dietlind Ellerich