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Montag 27. März 2017 | Alter: 24 Tage

Dem Traum von Kirche Leben geben

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Der Raum der Stille in der Christuskirche Ibbenbüren.

IBBENBÜREN – „Dem Wort Gottes Raum geben. Dem Traum von Kirche Leben geben.“ So lautet der Wahlspruch der Stiftung „Evangelische Kirche in Ibbenbüren“. Doch was verbirgt sich eigentlich genau dahinter, was sind die Ziele dieser Stiftung? Und woher stammt das Geld, mit dem die Stiftung begründet wurde? Pfarrer Reinhard Lohmeyer, Vorstandsvorsitzender, und zusammen mit seinem Stellvertreter Karl-Heinz Käsekamp sowie Vorstandsmitglied Stefan Lutter zuständig für die Führung der laufenden Geschäfte der Stiftung, kann da bestens Auskunft geben, schließlich war er sowohl im Vorfeld als auch bei der Stiftungsgründung dabei.

Angefangen hatte alles im Jahr 2006 mit dem Verkauf des Bodelschwingh-Krankenhauses, dessen Eigentümerin die evangelische Gemeinde Ibbenbüren war. 5 Millionen Euro brachte der Verkauf ein, Geld, das der Gesamtgemeinde langfristig zugute kommen sollte. So wurde der Beschluss gefasst, eine Stiftung zu gründen, die im von der Landeskirche gesetzten Rahmen für Geldanlagen wirtschaftet und einerseits Ziel hat, das Grundstockvermögen real zu erhalten und andererseits die Evangelische Kirchengemeinde durch gezielte Projektförderungen wirksam zu unterstützen.

Einzig die Zinsausschüttung könne für die Finanzierung der verschiedenen Projekte verwendet werden, der Grundstock der Stiftung dürfe keinesfalls angetastet werden, erklärt Reinhard Lohmeyer das Stiftungsprinzip. Auf lange Sicht hoffe man auf Zustiftungen, Spenden oder Vermächtnisse zugunsten der Stiftung, so Lohmeyer, um angesichts sinkender Erträge das Stiftungshandeln weiterhin wirkungsvoll zu erhalten. Da in den ersten Jahren alle Erträge in das Grundstockvermögen überführt und jedes Jahr für einen Inflationsausgleich gesorgt wurde, wuchs das Stiftungsvermögen mittlerweile auf knapp 6 Millionen Euro an. Darin enthalten ist auch die Immobilie „Haus Ibbenbüren“ auf Wangerooge, die von der Stiftung im Jahr 2015 erworben werden konnte.

Gemeindebezirke in Eigeninitiative unterstützen

Welche Grundausrichtung die Stiftungsarbeit hat, das bestimmt ein Kuratorium aus fünf Presbytern sowie vier sachkundigen Gemeindegliedern aus allen Pfarrbezirken. Leider seien die Erträge rückläufig, bedauert Reinhard Lohmeyer, doch habe man in diesem Jahr trotzdem 52.000 Euro zur Verfügung gehabt, um Bau- und Gemeindeprojekte zu unterstützen. Die Förderung von Bauprojekten („Dem Wort Gottes Raum geben“) hat sich im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gewandelt. Wurde anfangs noch viel Nothilfe für die Sanierung maroder Kirchenbauten (zum Beispiel das stark renovierungsbedürftige Dach der Lukaskirche Dickenberg) geleistet, so geht es jetzt mehr darum, Gemeindebezirke in ihrer Eigeninitiative und Zukunftsorientierung zu unterstützen: „Wichtig ist, wenn es Großprojekte gibt, dass die Gemeindebezirke selber Pläne entwickeln und gemeinsam mit privaten Spenden von Gemeindegliedern und bezirklichen Geldern die Stiftung ins Boot holen.“ So sei es auch bei der Sanierung und Neugestaltung der Christuskirche gewesen. Aktuell konnte eine Bädersanierung im „Haus Ibbenbüren“, dem Gemeindehaus auf der Nordseeinsel Wangerooge, ermöglicht werden.

Stiftung fördert auch die kulturelle Arbeit

„Die Stiftung macht Dinge möglich, die man sich andernfalls kaum vorstellen kann. Sie ermutigt die Gemeinde nach vorne zu gehen“, freut sich Reinhard Lohmeyer. Wichtig ist aber auch die Unterstützung von Gemeindeprojekten („Dem Traum von Kirche Leben geben“), welche die evangelische Kirche in Ibbenbüren zu den Menschen in der Gesellschaft hin öffnen und modernisieren; neue Ideen sollen dabei nicht am Geld scheitern. So werden beispielsweise die Rabatz-Theaterwerkstatt, die Singschule, die Gruppe KonSenZ, der Jugendtreff im Gemeindehaus Laggenbeck oder die Jugendwerkstatt in Püsselbüren und die Cafés International in Laggenbeck und Ibbenbüren unterstützt, aber auch die Kirchenmusik in Form von JazzIbb oder der Finanzierung der A-Stelle von KMD Christian Schauerte sowie die Fort- und Weiterbildung von Ehrenamtlichen.

Einen großen Stellenwert hat darüber hinaus die Öffentlichkeitsarbeit: Presse, Internet, Vorträge und Gemeindebriefe sollen für Transparenz in Sachen Stiftungsarbeit sorgen. So solle – neben der konkreten Unterstützung der einzelnen Projekte – den Menschen das Gefühl gegeben werden, dass die Zukunft der Kirche kein Problem sei, hebt Pastor Reinhard Lohmeyer ein wichtiges Ziel hervor. Er selbst gibt sich in dieser Hinsicht sehr optimistisch: „Wir glauben, dass die Kirche eine Zukunft hat. Theologisch gilt das ohnehin. Aber es soll auch sichtbar werden.“

Wer mehr über die Stiftung wissen möchte, findet alle wichtigen Informationen auf der Homepage der evangelischen Kirche Ibbenbüren unter Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.evibb.de.

Foto und Text: Claudia Ludewig