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Mittwoch 29. März 2017 | Alter: 143 Tage

Mohammed, Jesus und Buddha in Büren

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Pfarrer Norbert Ammermann erklärt das Triptychon. Quelle: NOZ.

Lotte. In die Friedenskirche in Büren hatte Professor Norbert Ammermann, Kulturbeauftragter des Kirchenkreises Tecklenburg, zu einem Musikklang-Abend eingeladen. Für das interreligiöse Kunst-Musik-Projekt hatte er selbst die Musik komponiert. Das Thema „Azan – der Ruf“ war eine Kombination aus Bildern und Musik. Das erste Konzert für Streicher und Cembalo wurde in Memphis aufgenommen und begleitete virtuell das Triptychon mit dem Propheten Mohammed, Jesus und Buddha. Die drei stellen die „Rufenden“ dar. Sie stehen für den Islam, das Christentum und den Buddhismus.

Wer ruft zu was?

Pfarrer Norbert Ammermann erklärte den Gästen – es waren etwa 15 dem Ruf der Bürener Kirchenglocken gefolgt – vor den zwei musikalischen Präsentationen die Intention des Gesamtkonzepts und diese drei Religionen aus der Perspektive des „Rufs zur Nachfolge“: Der Prophet Mohammed ruft zum Glauben an den einen Gott auf, für den er als Person einsteht. Jesus von Nazareth ruft zu einer Nachfolge auf, die das kommende Reich Gottes aufleuchten lässt, und Buddha ruft zu einer Nachfolge auf, die aus dem Kreislauf des Leidens und Sterbens hinausführt.“

Raum für Interpretationen

Beim Betrachten des Triptychons fiel auf, dass Mohammeds Antlitz aus stellvertretenden Schriftzügen für Gottes Namen bestand. Jesus war dem Betrachter frontal zugewandt, während Buddhas Blick in die Ferne führte. Das Triptychon dieser geschichtlichen Personen ließ Raum für Interpretationen und Erklärungen von Norbert Ammermann.

Die Klänge über drei Sätze waren wohltuend, schwungvoll, fließend, aber auch dramatisch. Immer wieder rief das Cembalo im Streichorchester. „Der Ruf“ schuf eine besinnliche Auszeit vom Alltag mitten in der Passionszeit. Motive für die Kompositionen waren für Ammermann „Mohammed in der Wüste“, „In dir ist Freude“ und „Erleuchtung“.

Interreligiöse Begegnung in der Passionszeit

Aus der Feder des evangelischen Theologen stammt auch die Komposition für „Azan – der Ruf“ mit Muezzin-Rufen und Streichorchester. Geschrieben hat er sie kurz vor dem Anschlag auf Charlie Hebdo im Januar 2015. An den weißen Wänden der Friedenskirche leuchteten Naturlandschaften in roten, grünen oder violetten Farben auf, letztere die liturgische Farbe der Passionszeit, während immer wieder der Ruf des Muezzin ertönte, stimmungsvoll untermalt vom Streichorchester. Nach der Präsentation nahmen die Gäste die Gelegenheit wahr, sich mit Norbert Ammermann zum Thema „Wie können Christen und Muslime sich begegnen?“ auszutauschen. 

Quelle: NOZ, Text und Foto: Erna Berg