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Montag 03. April 2017 | Alter: 50 Tage

"Du tust der Gemeinde gut"

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Gestalteten den Festgottesdienst: Kollegin Martina Korporal (l.) und Superintendent André Ost. Das Presbyterium dankte Elke Böhne (Bildmitte) für die vergangenen Jahre und hofft auf eine lange gemeinsame Zukunft.

RECKE. Ein silbernes Jubiläum ist immer etwas Besonderes. Dass der 25. Jahrestag der Ordination und des Dienstantritts derselben Person in einem Ort zusammenfallen, sei sogar einzigartig, ist sich André Ost sicher. Der Superintendent des Kirchenkreises Tecklenburg war am ersten Aprilsonntag der Überraschungsgast in der evangelischen Kirche in Recke. Auf Wunsch des Presbyteriums feierte die Gemeinde ein schönes Fest anlässlich der beiden Ehrentage ihrer Pfarrerin Elke Böhne. Zum 1. April 1992 hatte Böhne, die damals noch Pastorin im Hilfsdienst war, gemeinsam mit ihrem Ehemann Jürgen den Dienst in Recke angetreten. Vier Tage später wurde sie ordiniert. Von 1995 an teilte sich das Pastorenpaar die Pfarrstelle in Recke, bis Pastor Jürgen Böhne im Jahr 2001 plötzlich und unerwartet starb.

„Es ist mir viel wert, hier zu sein“, machte André Ost deutlich. Er hielt im Festgottesdienst die Predigt. Bei seinen Recherchen in den Annalen war er schnell darauf gestoßen, dass damals wie heute der Sonntag Judika, der fünfte Sonntag der Passionszeit, im Kirchenkalender stand.

„Ach du liebe Zeit, geht’s nicht auch ein bisschen einfacher“, habe er sich im Hinblick auf die Predigt über den Hebräerbrief Kapitel 5, Verse 7 bis 9 gefragt, gab Ost unumwunden zu. „Weglaufen gilt nicht, du hast dich ihm vor 25 Jahren auch gestellt“, wandte er sich an Böhne. „Und er (Jesus) hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen dem dargebracht, der ihn vom Tod erretten konnte; und er ist auch erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt. So hat er, obwohl er Gottes Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt. Und als er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber des ewigen Heils geworden, ...“ heißt es im Neuen Testament. „Keine leichte Kost“, erklärte Ost, dass es schwer falle, sich damit auseinanderzusetzen, dass nicht einmal der Sohn Gottes verschont werde, sondern genauso wie alle den menschlichen Tod sterbe. „Doch das Schreien und Weinen ist nicht umsonst“, warteten doch hinter Grenze das Erwachen, ein neuer Anfang, führte Ost aus, dass Gott Jesu Bitten und Flehen erhört, auch wenn er ihn nicht verschont habe.

Leiden als Bewährungsfeld für den Glauben, als Lernerfahrung? „Mag sein, dass es für manche so ist, für andere aber nicht“, sagt Ost, ist jedoch überzeugt, dass „Gott uns auf seine Art erhört“, auch wenn sein Plan „mit uns nicht in unserem Sinne“ sei.

Es sei wunderbar und nicht selbstverständlich, wie sehr Elke Böhne in Recke verwurzelt sei und wie sehr sie von den Menschen geliebt und geschätzt werde, sagte André Ost am Ende des Festgottesdienstes in seinem Grußwort. „Du tust der Gemeinde gut, aber auch dem Kirchenkreis“, wies er auf die vielen Aktivitäten, Ämter und starken Akzente hin, die Böhne über ihre Arbeit in Recke hinaus ausmachten. „Für dich ist der Beruf erkennbar Berufung“, schloss er.

So sieht es auch das Presbyterium, in dessen Namen sich Wilfried Koopmann ganz herzlich dafür bedankte, „dass du mit uns unterwegs bist, uns geistlich leitest und seelsorgerisch begleitest“. Elke Böhne sei eine Pfarrerin aus Leidenschaft und innerer Überzeugung, die gerne und lange predige und stets Sorge trage, dass bei ihren vielfältigen Aufgaben in Recke und Hopsten niemals jemand zu kurz komme. Das konnte auch Böhnes Kollegin, Pfarrerin Martina Korporal, unumwunden unterschreiben. „Wir sind froh, dass wir dich hier haben“, brachte sie ihren Dank auf den Punkt.

Reckes Bürgermeister Eckhard Kellermeier dankte der rührigen Pfarrerin ebenfalls für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit und hoffte wie alle anderen auf viele weitere gemeinsame Jahre. Die „Jubilarin“ ihrerseits bedankte sich bei allen, die sich für den schönen Gottesdienst stark gemacht hatten, vor allem aber „bei meiner Gemeinde, die mich in den 25 Jahren getragen hat“. Der Feierstunde in der Kirche wurde musikalisch begleitet durch die Organistin Elke Becker, die Querflötistin Petra Meyer und die Sängerin Marielle Niemeyer.

Nach dem Gottesdienst war im Adolf-Schlatter-Heim Zeit, die vergangenen 25 Jahre Revue passieren zu lassen, beim Anschauen vieler Fotos von damals Spaß an dem einen oder anderen „Weißt du noch?“ zu haben, in fröhlicher Runde ins Gespräch zu kommen und zu essen.

Text und Foto: Dietlind Ellerich