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Dienstag 02. Mai 2017 | Alter: 110 Tage

Ein waches Auge, Urteilsvermögen und ein sensibler Blick für die Menschen

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Andacht zum 25-jährigen Ordinationsjubiläum von Pfarrer Jürgen Rick



(V.l.n.r.): Superintendent André Ost, Pfarrer Jürgen Rick (3.v.l.) mit seiner Frau (2.v.l.) und Pfarrerin Claudia Raneberg.

Rheine. „Ein waches Auge, Urteilsvermögen und ein sensibler Blick für die Menschen, die Dir anvertraut sind, dies schätze ich an dir“, so Superintendent André Ost in einer Andacht in der Jakobikirche zu Rheine anlässlich des 25-jährigen Ordinationsjubiläums von Pfarrer Jürgen Rick. Ihm sei eine große Motivation für seinen Beruf geblieben, unterstrich der Superintendent. Zu der Andacht, musikalisch gestaltet von Kirchenmusikerin Lena Puschmann, hatte das Presbyterium enge Weggefährten und Kollegen eingeladen und ihn damit überrascht. Und dies gelang tatsächlich ausgesprochen gut.

Ordiniert wurde Jürgen Rick in der Kirchengemeinde Johannes zu Rheine. Dort hatte er sein Vikariat bei seinem Mentor, Gerhard Rausch, absolviert. In seinem „Hilfsdienst“, wie es damals noch hieß, den er im Oktober 1991 antrat, versorgte er die Ortsteile Altenrheine, Rodde, Gellendorf und Elte. In seiner Predigt nahm Superintendent Ost Bezug auf die damalige Ordinationsansprache, die vom Priestertum aller Gläubigen handelte (1. Petrus 2,9). In einem vorher nie gekannten Sinn sagt Petrus zur Gemeinde: „Ihr seid die königliche Priesterschaft, das heilige Volk!“ Martin Luther habe daran angeknüpft, indem er den berühmten Satz prägte: “Was aus der Taufe gekrochen ist, das kann sich rühmen, dass es schon zum Priester, Bischof und Papst geweihet sei“. Die Taufe, so Ost in seiner Ansprache, versetze also alle in den Priesterstand und befähige zur Verkündigung des Glaubens. Trotzdem hätten die Reformatoren, um der Ordnung der Kirche willen, hinzugesetzt, solle nicht jeder das Amt der Verkündigung öffentlich ausüben. Eine ordentliche Berufung, eine angemessene Vorbereitung und fundierte theologische Ausbildung seien wichtige Voraussetzungen.

Am 3.1.1993 wurde Jürgen Rick in die 3. Pfarrstelle in der Jakobigemeinde zu Rheine gewählt. Über viele Jahre war er dort für die Kinder- und Jugendarbeit der Gemeinde zuständig. „Du hast in den fast 25 Jahren in deiner Pfarrstelle viel Veränderung erlebt“, betonte André Ost. „Und gleichzeitig bist du über all die Jahre zu einem Faktor der Beständigkeit geworden“. Obwohl Jürgen Rick viel Bodenständigkeit bewiesen habe, könne man an ihm viel Offenheit und einen weiten Horizont beobachten, unterstrich der Superintendent. „Du hast einen Blick über die Gemeinde hinaus in den Kirchenkreis hinein“. Dies sei dem Kirchenkreis immer wieder zugute gekommen. Beispielsweise in seinem großen Engagement für die Kindergartenarbeit, so etwa beim Zustandekommen des Kindergartenverbundes. Zusätzlich engagiere sich Jürgen Rick auch im Kreissynodalvorstand. Auch in der Gemeindearbeit zeige sich, dass es keinen Stillstand gebe und an neuen Konzepten gearbeitet werde.

„Eine Gemeinde“, so Ost, „ist ein Lernfeld des Zusammenlebens, in dem man Freude und Leiden miteinander teilt, von dem man sich auch selber tragen lassen kann. Nicht die Pfarrerinnen und Pfarrer tragen die Gemeinde, sondern die Gemeinde trägt das Amt“. Aus ihr, aus dem Priestertum der ganzen glaubenden Gemeinde, wachse das besondere öffentliche Amt der Verkündigung heraus. Dieser Zusammenhang, betonte der Superintendent, müsse immer bewahrt bleiben, sonst gebe es eine Schieflage. „Ich denke, dass du das immer in einem guten Maß hältst: Dich selber durchaus als eine Führungs- und Leitfigur für die Gemeinde zu sehen, dich dabei aber niemals zu wichtig zu nehmen“ meinte André Ost anerkennend. Bei einem lockeren und fröhlichen Empfang im Gemeindehaus klang die Ordinationsjubiläumsfeier aus.