Aktuelles aus dem Kirchenkreis

Montag 15. Mai 2017 | Alter: 8 Tage

Kommunikation untereinander und Verbindungen in der Region stärken

Kategorie: alle Nachrichten


Das Presbyterium der Kirchengemeinde Kattenvenne gemeinsam mit Superintendent André Ost (ganz rechts im Bild), Pfarrerin Verena Westermann und einigen Mitgliedern des Visitationsteams.

Kattenvenne. Eine ereignisreiche Woche mit vielen Begegnungen geht für die Kirchengemeinde Kattenvenne zu Ende: Vom 4. – 11. Mai fand in der Gemeinde die Visitation statt. Ein Experten-team, bestehend aus Mitgliedern des Kreissynodalvorstands (KSV) und Fachleuten aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen sowie der Verwaltung des Kirchenkreises war in Gemeindegruppen zu Gast und führte eine Reihe ausführlicher Gespräche. Eröffnet wurde die Visitation mit einem Gottesdienst am 7. Mai mit Pfarrerin Verena Westermann und Superintendent André Ost. „Wir kommen nicht, um zu kontrollieren, wir wollen lernen“, so André Ost. Zudem wolle man mit dem Blick von außen beraten sowie die Sorgen und Herausforderungen mit ins Gespräch bringen. Auch die Verbindung zum Kirchenkreis solle gestärkt werden.

 

Das Visitationsteam informierte sich über die Kirchenmusik, die Arbeit mit Senioren, die Jugendarbeit, die Verwaltung, die Öffentlichkeitsarbeit, die Zusammenarbeit mit der Grundschule Kattenvenne und die Kindergartenarbeit. Darüber hinaus führten Pfarrerin Westermann und Superinten-dent André Ost auch Gespräche mit Bürgermeister Arne Strietelmeier und dessen Stellvertreter Gerhard Schomberg. In diesem Gespräch ging es um Kattenvennes Entwicklungsperspektiven, die Verbindung des Ortes zu Lienen, die Beachtung durch Politik und Verwaltung sowie die Ökumene. Am gestrigen Abend wertete das Visitationsteam gemeinsam mit Superintendent André Ost die Ergebnisse aus und formulierte Empfehlungen an die Gemeinde. In einer sich anschließenden Presbyteriumssitzung wurden die Ergebnisse gemeinsam diskutiert.

 

Erste Ergebnisse der Visitation:

 

Die Gemeinde hat viele engagierte Ehrenamtliche und eine starke Ökumene

 

Das Visitationsteam freut sich über engagierte Kirchenmusik- und Kindergartenarbeit in der Gemeinde sowie eine starke Ökumene zwischen evangelischer und katholischer Gemeinde. Außerdem, so die Experten des Kirchenkreises, gebe es, gemessen an der Gemeindegliederzahl, viele Ehrenamtliche. Die Kirchengemeinde Kattenvenne hat derzeit 1469 Gemeindeglieder und ist damit eine kleine Gemeinde. Die Ehrenamtlichen bringen viele innovative Ideen in die Arbeit mit. So entstand in einem Gespräch mit den Ehrenamtlichen und dem Visitationsteam die Idee zum Tag der Offenen Tür. Das Visitationsteam begrüßt diese Idee sehr und schlägt vor, diesen Tag in Verbindung mit einem Ge-meindefest anzubieten, um auch externe Interessierte für die Gemeindearbeit zu gewinnen.

 

Auch der ansprechend gestaltete und getextete Gemeindebrief „Ölbergpost“ fiel positiv auf. Doch in den Gesprächen innerhalb der Visitationswoche war zu beobachten, dass es „ein Wahrnehmungsproblem gibt“: Es sei eine starke Traurigkeit über Verluste wie schwindende Gottesdienstbesucher oder Probleme in der Suche weiterer Ehrenamtlicher festzustellen, so die Experten. Es ginge nun um einen Perspektivwechsel.

 

 

Den Blick öffnen für mögliche Zusammenarbeit in der Region

 

Die Experten des Kirchenkreises empfehlen der Kirchengemeinde, den Blick für die Zusammenar-beit in der Region zu öffnen. Angefangen bei gemeinsamen Presbyteriums-Sitzungen mit den Nachbargemeinden Lienen und Ladbergen solle auch in den verschiedenen Arbeitsfeldern nach Kooperationsmöglichkeiten gesehen werden, um Synergien zu schaffen. In der Jugendarbeit gibt es diesbezüglich schon gute Ansätze beispielsweise mit gemeinsamen Jugendgottesdiensten mit der Gemeinde in Lengerich-Hohne. Weitere Ideen aus der Jugendarbeit sind Kinderbibeltage und Kinderbibelwochen.

Vorstellbar sei es, so das Visitationsteam, perspektivisch Schwerpunktbereiche für verschiedene Arbeitsfelder in den Regionen zu bilden.

 

„Vertraut auf neue Wege“

 

„Vertraut auf neue Wege!“ appellieren die Besucher des Kirchenkreises in Richtung Presbyterium. Wenn Gruppen sterben, ist dies der Ausdruck der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung und nicht von schlechter Gemeindearbeit! Der Vorschlag des Visitationsteams: Eine Projektgruppe kann eine Konzeption für die zukünftige Gemeindearbeit entwickeln. Es könnte auch ein Weg sein, ex-terne Beratung, etwa durch das Amt für missionarische Dienste der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) in Anspruch zu nehmen.

 

Kommunikation untereinander stärken

 

Die Kommunikation unter den Presbyterien in Kattenvenne und Lienen sollte intensiviert werden. In Ansätzen gebe es schon erste Schritte dazu. So werden Veranstaltungen beider Gemeinden im Gemeindebrief angekündigt. Doch das Visitationsteam ist sich sicher, dass auch die Koordination von Veranstaltungen noch verstärkt werden könnte. Ein weiterer Vorschlag zur Intensivierung der Zusammenarbeit: anlassbezogene gemeinsame Presbyteriums-Sitzungen. Und ein weiterer Hinweis: Die Gemeindearbeit muss nicht immer an die Person des Pfarrers/der Pfarrerin gebunden sein. Es kann auch Angebote ohne Pfarrer geben. Eine weitere Idee des Visitationsteams: das Gemeindehaus als Gemeinschaftszentrum des Ortes zu verstehen. So könnten die Räume auch an örtliche Vereine und Gruppen vermietet werden.