Aktuelles aus dem Kirchenkreis

Dienstag 16. Mai 2017 | Alter: 160 Tage

Eindrücke vom Besuch im Partnerkirchenkreis Otjiwarongo

Kategorie: alle Nachrichten


Das Bild zeigt Ute Hedrich (möwe), Rosalia Barus, Annette Muhr-Nelson Leiterin möwe, Bischof Abednego Keshomshahara, Annette Salomo, Anja Neuhaus (Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR), Willem Simarmarta, Moderator der VEM und Ariane Stedtfeld, GMö.

In Namibia ist es Herbst. Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir Richtung Norden nach Outjo und Otjiwarongo, um unsere Partner zu besuchen. In Outjo treffen wir Pastor Patrick Jooste, der im letzten Jahr bei uns im Kirchenkreis zu Gast war. Wir besichtigen das Conference-Center, welches seit Jahren Stück für Stück der Vollendung entgegenstrebt. In diesem Sommer soll es fertig und eingeweiht werden. Man möchte es für kirchliche Gruppen benutzen und an andere vermieten, um auch für die Gemeinde Gelder zu gewinnen. Vier Übernachtungsräume mit Bad stehen zu Verfügung. Pastor Jooste macht deutlich, dass es einen großen Bedarf dafür gibt. Wir übermitteln die Grüße aus dem Kirchenkreis und freuen uns, auf eine Jungbläser Gruppe zu treffen, die fleißig aus den Choralbüchern des Kirchenkreises Tecklenburg spielt. Leider bleibt uns nicht viel Zeit in Outjo, so dass es bei der kurzen Begegnung bleibt. Mit einem gemeinsamen Lied verabschieden wir uns. Wir, das ist außer mir, Anja Neuhaus aus dem Kirchenkreis Wesel, Ariane Stedtfeld, Mitarbeiterin aus dem Gemeindedienst der Rheinischen Kirche, Pfarrerin Annette Muhr-Nelson, Leiterin des Amtes für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung der Ev. Kirche von Westfalen, möwe, Dirk Loose, Mitarbeiter im Ökumenereferat des Kirchenkreises Dortmund und Ute Hedrich, möwe, die die Reise vorbereitet hat.

 

In Otjiwarongo feierten wir einen gemeinsamen Gottesdienst am Sonntag, den 7. Mai. Das war ein ganz wichtiger Tag im gesamten Kirchenkreis. Es werden im Gottesdienst die Nominierten für den Posten des Superintendenten gewählt. Jedes Gemeindeglied hat eine Stimme und kann einen der sieben zugelassenen Pfarrer des Kirchenkreises wählen. Zum ersten Mal haben die Gemeindeglieder Stimmrecht und machen davon auch reichlich Gebrauch. Pastor John //Guidao-oab bekommt in seiner Gemeinde die meisten Stimmen. Insgesamt werden nach Auszählung aller Stimmen im gesamten Kirchenkreis, die drei mit den meisten Stimmen auf der nächsten Kreissynode zur Wahl stehen. Die Synode findet Anfang Juni statt. Im Gottesdienst nach der Eingangsliturgie wurde gewählt. In einem Grußwort hat Anja Neuhaus die Grüße aus den Kirchenkreisen

Wesel und Tecklenburg überbracht. Ich selber habe die Predigt gehalten über den Kämmerer aus Äthiopien aus der Apostelgeschichte.

 

Nach dreieinhalb Stunden Gottesdienst sind wir aufgebrochen, um eine weitere Lutherische Landeskirche in Namibia zu besuchen, die ELCIN, die Evangelische Lutherische Kirche in Namibia. Sie ist im Norden des Landes beheimatet. Ihre Mitglieder gehören vor allem zum Stamm der Ovambos und sie ist die größte Lutherische Kirche des Landes. 700 km Fahrt bis zur angolanischen Grenze zeigten uns die Vielfalt und Schönheit der namibischen Landschaft. Der Norden Namibias wirkt viel afrikanischer. Es gibt nicht mehr die großen und weitflächigen Farmen und eine wesentlich dichtere Besiedlung. Die Gemeinden in der ELCIN wachsen. Pfarrer Vaino Ndjimba aus der Onankali Gemeinde erzählte uns von 30 Taufen am letzten Sonntag. Eine Ausbildungsstätte für Sekretärinnen, Gemeindemitarbeiter und Laienprediger bringt den Nachwuchs für die expandierende Gemeindearbeit. Die Beziehungen zur Finnischen Kirche, die vor 150 Jahren Missionare in diesen Landesteil geschickt hat, sind intensiv, aber nicht durch Partnerschaften geprägt, wie bei unserer Partnerkirche. Die ELCIN versucht auch bei einem geringen Einkommen die Aufgaben zu bewältigen und die Herausforderungen der Gegenwart zu bewältigen.

 

Ein Besuch am historischen Ort " Waterberg " durfte nicht fehlen. Die im Moment überall diskutierte Frage nach Reperationszahlungen und einer Entschuldigung der Deutschen Regierung für den Genozid der Deutschen Schutztruppe an die Hereros im Jahr 1904 würde dort besonders anschaulich. Gespräche mit Hereros machten deutlich, dass viele in erster Linie auf eine Entschuldigung aus Deutschland warten. Die EKD hat erst vor zwei Wochen in einem Papier ihre Schuld in kirchlicher Sicht bekannt. Intensive Gespräche mit Kirchenmitgliedern und politischen Vertretern haben bei dieser Reise viele Facetten der Geschichte und ihrer Bewältigung beleuchtet.

 

Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB)

 

Der zweite Teil der Reise führte uns zu der gestern eröffneten Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes nach Windhoek. Die 12. Versammlung steht unter dem Motto: "Befreit durch Gottes Gnade" Erlösung - für Geld nicht zu haben, Menschen - für Geld nicht zu haben, Schöpfung - für Geld nicht zu haben. Knapp 400 Delegierte aus 145 Mitgliedskirchen diskutieren vom 10. - 16. Mai über diese Themen und entwickeln Arbeitsinhalte und Strategien für die nächsten sieben Jahre. Ein neuer Präsident wird gewählt und das großes Fest zum 500. Jahrestag der Reformation wird begangen. Der Staatspräsident Dr. Hage Geingob wohnte im Sam Nujoma Stadion am 14. Mai den Festlichkeiten bei. 10 000 Namibier nahmen gemeinsam mit den Delegierten des LWB an diesem Fest teil. Alle Afrikaner sind stolz, dass dieses Fest in Afrika begangen wird. Die Lutherischen Kirchen Namibias, als Gastgeber der Vollversammlung, haben diesen Tag in monatelanger Arbeit vorbereitet.

 

In Windhoek sind weitere internationale Kirchenvertreter zu unserer Reisegruppe gestoßen. Pfarrer Willem Simarmarta von der HKBP, Moderator der Vereinigten Evangelischen Mission (VEM), Rosalia Baris von GBKP, Vizemoderatorin der Vereinten evangelischen Mission (VEM) für Asien, beide aus Indonesien und der Vizemoderator der VEM aus Afrika, Bischof Abdenego Keshomshahara aus Tansania. Wie alle sind als Beobachter bei der Vollversammlung zugelassen, weil die gastgebende Kirche ELCRN - unsere Partnerkirche - uns eingeladen hat.

In den kommenden Tagen werden wir die Gelegenheit haben, Themen und Fragen mit den Delegierten zu diskutieren und den Verlauf der Versammlung zu beobachten.

 

Herzliche Grüße aus einem sonnigen Namibia sendet

Annette Salomo