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Freitag 09. Juni 2017 | Alter: 137 Tage

Kirchen laden ökumenisch zur indischen geistlichen Musik ein

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Tecklenburg/Ibbenbüren/Bielefeld. Eine neue Konzertreihe „Die Kirchen laden ökumenisch zur geistlichen Musik ein“ wird in Zukunft die musikalische Szenen im Kreis Steinfurt beleben. Ziel ist, ökumenische wie interreligiöse Begegnungen mittels der Musik auf eine andere Ebene zu stellen. „Musik spricht unmittelbar zu Herz und Gemüt“, so Pfarrer Norbert Ammermann, Kulturbeauftragter des Ev. Kirchenkreises Tecklenburg. Nicht umsonst gelte sie seit der Reformation als völlig autarke und dem gelesenen und gesprochenen Wort gleichberechtigte Offenbarungsform Gottes.

 

Am Mittwoch, 28. Juni (Kirche St. Ludwig, Ibbenbüren), und am Donnerstag, 29. Juni, jeweils um 19.30 Uhr (Kirche St. Michael, Tecklenburg) finden Konzerte mit diesem außergewöhnlichen Repertoire statt. Sie geben Einblicke in die Vielfalt und den Reichtum klassischer Musik, authentisch vermittelt von zwei Meister-Musikern aus Indien, Swapan Bhattacharya (Tabla) und Manoj Baruah (Violine) sowie Dr. Norbert Ammermann (Sitar) und Sigrun Menzel (Tanpura).

Indische Musik kennt unsere Unterscheidung von weltlicher und geistlicher Musik überhaupt nicht. Der Alltag der Welt kann jeden Moment zum Offenbarungs-fenster Gottes werden, und in den Tempeln wiederum geht es sehr weltlich zu (24 Stunden geöffnet mit Verkauf, Treffen und Geselligkeit). So wird gleich mit dem Start dieser Konzertreihe eine Musik angestimmt, der eine 1000-jährige Tradition zugrunde liegt und die immer wieder neu Menschen auf ihre einzigartige Weise berührt und ergreift. Es spielen Manoj Baruah, indische Violine, und Swapan Bhattacharya, Tabla.

 

Als drittes Konzert ist im November eine Aufführung mit Musik der Sufis geplant. Bewusst geht also diese Konzertreihe den Schritt über die eigene Religion und Kirchlichkeit hinaus und sucht, neue Dialoge zu eröffnen. Prof. Dr. Norbert Ammermann moderiert die Konzerte, stellt die Verbindungen von Ost und West her – und das nicht nur als Theologe, sondern als aktiver Musiker (Sitar) und Komponist.

 

Informationen zu den Künstlern:

 

Pandit Swapan Bhattacharya - Tabla

der aus Kalkutta stammende Künstler und Schüler von Guru Pandit Shaymal Bose avancierte in den letzten Jahren zu einer international anerkannten Tabla-Größe.

Als Vertreter der Klassischen Nordindischen Musik begeistert er sein Publikum durch seine virtuose und authentische Art und sein ungeheures Gespür für einzigartige Musikprojekte und -kooperationen. Er ist ein Genie auf diesem Gebiet, hoch gepriesen, ausgezeichnet und tief verehrt. Über viele Jahre leitete er in Hamburg das Institut für klassische indische Musik, mittlerweile wieder mit Hauptwohnsitz in Kalkutta, besucht er Deutschland jährlich für eine Reihe von Konzerten und Workshops und fördert den Austausch verschiedener Musikkulturen.

 

 

Manoj Baruah

lernte im Alter von zehn Jahren Violine von seinem Bruder. Er fuhr fort mit seinem Studium mit Smt. Sulaya Banerjee von Kolkata und Professor Sisirkana Dharchowdury und absolvierte den „Master of Arts“ in Instrumentalmusik an der Rabindra Bharati Universität in Kolkata. Derzeit erforscht er die Evolution der Violine in der indischen Musik an der Vishwa Bharati Universität, Shantiniketan.

Manoj ist ein international gefeierter Künstler, spielt regelmäßig beim „All India Radio“ und im „Doordashan TV“ in Indien und präsentiert seine Musik in Bangladesch, Großbritannien, Deutschland, Schweiz und Frankreich.

 

Sigrun Menzel

Bekannt sind ihre unterschiedlichsten Installationen in offenen und öffentlichen Räumen, siehe www.sigrun-menzel.de . Aktuell ist zur Zeit vor allem ihr „Goldene Treppe“ am Hermannsweg bei Tecklenburg zu sehen.

 

Prof. Dr. Norbert Ammermann

Norbert Ammermann, ev. Theologe, Musiker und Komponist. Mehrmals aufgeführt wurde seine dritte Sinfonie „Die Religionen“ und die „Gesänge zum Schwebenden“, Vertonungen zu der Skulptur Ernst Barlachs. Als Professor für praktische Theologie veröffentlichte er vor allem im Bereich qualitative empirische Theologie. Siehe www.musikklang.de und www.norbert-ammermann.de