Aktuelles aus dem Kirchenkreis

Dienstag 27. Juni 2017 | Alter: 150 Tage

Spurensuche in der eigenen Biografie

Kategorie: alle Nachrichten


Die Osnabrücker Künstlerin Hiltrud Schäfer gab gelegentlich Hilfestellung, ließ jedoch den Teilnehmern bei der kreativen Umsetzung ihrer Ideen freie Hand.

Seit etwa sechs Jahren existiert im Rahmen der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Tecklenburg die "Werkstatt 50+". In Kooperation mit dem Ausschuss für Seniorenarbeit wurde unter dem Motto "Glaubenssache(n) und Herzensdinge" eine Veranstaltungsreihe initiiert, die zu einer Spurensuche einlädt. Im Jahr des 500. Jubiläums der Reformation beschäftigten sich die Teilnehmer mit Traditionen in den Religionen und Konfessionen. Das Thema sei bewusst offen gewählt und habe große Zustimmung gefunden, erklärte Pfarrerin Adelheid Zühlsdorf-Maeder (Evangelische Erwachsenenbildung). Sinn sei es, den eigenen Glauben (wieder-) zu entdecken und darüber mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. Dazu gab es in der Einstiegsveranstaltung Impulse aus der Biografiearbeit, um sich mit dem eigenen Glauben auseinanderzusetzen. Vorbildern und Veränderungen wurde nachgespürt und nach Worten und Fundstücken mit symbolischer Bedeutung für jeden Einzelnen gesucht.

 

"In der Werkstatt 50+ hat es bereits eine Vielzahl von Kreativangeboten für Männer und Frauen gegeben", so Adelheid Zühlsdorf-Maeder. Themen der Workshops waren beispielsweise biografisches Schreiben, aber auch Exkursionen, Führungen oder Informationen über ehrenamtliches Engagement fanden großes Interesse. Im Rahmen der aktuellen Reihe "Glaubenssache(n) und Herzensdinge" beschäftigten sich die Teilnehmer bei einem Besuch der Sonderausstellung "Gott hoch 3" im "Religio-Museum" Telgte mit der religiösen Begegnung von Juden, Christen und Muslimen. Auch die "WunderWorteWerkstatt" ist wieder neu gestartet und kann unter der Leitung von Claudia Berghorn schon auf erste Texte verweisen.

 

Im "blick.punkt" Ibbenbüren trafen sich vom 23. bis 25. Juni neun Frauen aus Ibbenbüren, Westerkappeln, Lengerich, Rheine Lienen, Ledde und Laggenbeck, um ihr ganz persönliches "Findbuch" zu gestalten. Dafür haben sie viele Dinge zusammengetragen, die ihnen am Herzen liegen, und in einem kreativen Prozess zusammengefügt. Ein Raum des Gemeindehauses der Evangelischen Kirchengemeinde verwandelte sich in ein Kunstatelier, in dem gemalt, geschrieben oder mit Papier und Stoff gearbeitet wurde. Die renommierte Künstlerin Hiltrud Schäfer aus Osnabrück leitete den Kurs und alle waren mit Leidenschaft dabei. Einige ungewöhnliche Ideen wurden umgesetzt, die weit über ein Buch hinausgehen. Leporellos, Buchdeckel in Form eines Fisches oder mittelalterliche Reisealtäre waren einige Ergebnisse des schöpferischen Prozesses. Der biografische Akzent spielte auch in den beigefügten Texten eine Rolle.

 

Im September werden die Künstlerbücher mit weiteren Objekten von Mitgliedern der Evangelischen Kirchengemeinde Ibbenbüren in der Christuskirche in einer Ausstellung präsentiert. Die Eröffnung wird am 10. September um 10.15 Uhr mit einem Gottesdienst gefeiert. Im Rahmenprogramm lesen am 19. September im blick.punkt, Kanalstraße 16, Mitwirkende der "WunderWorteWerkstatt" eigene Texte. Ein Höhepunkt wird am 21. September die Lesung von Mojtaba, Masoud und Milad Sadinam sein. Die Brüder stellen in Kooperation mit dem "Netzwerk Asyl" der Christus- und Ludwiggemeinde ihr Buch "Unerwünscht" vor. Darin berichten sie von ihrem schwierigen Weg zu einem erfolgreichen Leben in Deutschland. Als Kinder gelang ihnen mit ihren Eltern die Flucht aus dem Iran, doch sie waren mehrfach von Abschiebung bedroht.

 

Zu der Ausstellung ist ein Flyer in Vorbereitung, weitere Informationen sind im Internet unter www.kirchenkreis-tecklenburg.de oder per E-Mail unter erwachsenenbildung@jubi-te.de erhältlich.

 

Text und Foto: Brigitte Striehn