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Mittwoch 05. Juli 2017 | Alter: 160 Tage

„Solange wir am Rad drehen können, läuft es“

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Stefan Zimmermann (v.l.), Gustav Becker, erster Geschäftsführer

LENGERICH. „Solange wir am Rad drehen können, läuft es“, stellt Ingrid Helmer in der Gempthalle klar. Logisch dass sie den 135 Pferdestärken starken Rollstuhl mit Insulin-Einspritzer meint, mit dem sie irgendwann die Tücken des Alters meistern möchte, und nicht die Folgen von Inkontinenz. Ob Dietutnix-Partnerin Steffi Windhoff im Alter mit von der Partie sein wird, ist noch offen. Am Abend des letzten Junitags jedenfalls geben beide Frauen gemeinsam auf dem Mitarbeiterfest anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Diakonischen Werkes im Evangelischen Kirchenkreis Tecklenburg eine grandiose Show zum Besten.

Im Eiltempo düst das bestens aufeinander eingestimmte Duo durch das Alter im Allgemeinen und das Klimakterium im Besonderen, macht sich getreu dem Motto „Altern leicht gemacht“ für Bingo-Hallen an Stelle von Kindergärten stark, zeigt frech und flott, wie kreatives Altern geht. Wenn Elfriede alias Ingrid Helmer aus dem Nähkästchen plaudert, bleibt kein Auge trocken, und auch Angela Merkel sowie die Gastgeber

Stefan Zimmermann, kaufmännischer Vorstand, Jürgen Nass, theologischer Vorstand, und Superintendent André Ost, Vorsitzender des Verwaltungsrates des Diakonischen Werkes, sollten nicht ungeschoren davonkommen. Dass daran wiederum die über 250 geladenen hauptamtlichen und ehrenamtlichen sowie ehemaligen Mitarbeiter einen Riesenspaß hatten, versteht sich von selbst, und auch die Betroffenen selber machten gute Miene zum nicht ganz ernst gemeinten Spiel.

Furios empfangen worden war die Festgemeinschaft mit einem Trommelfeuer der Gruppe "Sankofa" aus Ibbenbüren, die mit ihrer Freude an westafrikanischen und brasilianischen Rhythmen für lautstarke, aber beste Unterhaltung sorgte. Gut gelaunte Gruppen und Mitarbeiterteams ließen sich in der im Eingangsbereich der ehemaligen Industriehalle eingerichteten Fotoecke ablichten und machten deutlich, dass in den verschiedenen Abteilungen des Diakonischen Werkes offensichtlich ein gutes Betriebsklima herrscht.

Nicht minder locker drauf waren auch die Redner, die sich mit ihren Grußworten an die Gäste wandten. So ließ André Ost das Gründungsjahr des Diakonischen Werkes in Ereignissen und Menschen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Revue passieren. Er erinnerte an Helga aus dem Aufklärungsfilm „Vom Werden des menschlichen Lebens“, an den Tod der ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer und an die erste Herzverpflanzung durch den südafrikanischen Chirurgen Christiaan Barnard, aber auch an seine ganz private erste Begegnung mit der Diakonie, in Person der Bethel-Schwester Christel zu Beginn seiner Kindergartenzeit im Jahr 1967.

Jürgen Nass hatte in der Jukebox gekramt und mit Sandie Shaws Hit „Puppet on a String“, der 1967 acht Wochen lang auf Platz 1 der deutschen Charts gewesen war, den Song ausgemacht, der im besagten Jahr am längsten ganz oben war. „Wahrlich keine Hymne der Emanzipation“, kommentierte Nass trocken.

Damit die Gäste nicht allzu lange auf dem Trockenen sitzen mussten, leitete Stefan Zimmermann schnell zur Eröffnung des Buffets über, ließ es sich aber vorher nicht nehmen, den vielen Menschen zu danken, die sich für den Abend stark gemacht hatten. Das Fest klang mit einer fröhlichen Party, für deren musikalische Untermalung DJ Basti verantwortlich zeichnete, aus.

 

Text und Fotos: Dietlind Ellerich