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Mittwoch 05. Juli 2017 | Alter: 160 Tage

Umweltbeauftragte besuchen Landesgartenschau in Bad Lippspringe

Kategorie: alle Nachrichten


Die Umweltbeauftragten der EKvW tagten in Bad Lippspringe. Foto: Kirchenkreis Paderborn/Oliver Claes.

Bad Lippspringe. Artenvielfalt stand im Mittelpunkt des Treffens der Umweltbeauftragten der Kirchenkreise der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW). Aus Anlass der Landesgartenschau fand die Sitzung dieses Mal im Evangelischen Gemeindehaus in Bad Lippspringe statt. Die rund 20 Teilnehmenden, darunter auch ein Gast aus der Evangelischen Kirche im Rheinland, unternahmen eine Exkursion zum Gartenschaugelände und besuchten dort auch den Interreligiösen GlaubensGarten.

Begrüßt wurden sie von Volker Neuhoff, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn. Mit Blick auf das Thema Artenvielfalt sagte der Superintendent, dass in den Gärten von Kirchen und Gemeindehäusern sowie auf Friedhöfen viele Gelegenheiten für Insekten und Vögel geschaffen werden könnten. „Es gilt, unsere Mitgeschöpfe in den Blick zu nehmen.“ Den GlaubensGarten legte Neuhoff den Gästen ausdrücklich ans Herz: „Im Jahr des Reformationsjubiläums ist das unser besonderer Beitrag.“

Neben einer die Artenvielfalt fördernden Bepflanzung kirchlicher Flächen sieht der Koordinator des Arbeitskreises der Umweltbeauftragten, Pfarrer Volker Rotthauwe (Institut für Kirche und Gesellschaft, Fachbereich Nachhaltige Entwicklung), noch eine weitere Aufgabe für die Kirche: „Die Bibel mit Blick auf Pflanzen und Tiere neu zu lesen, das ist eine spannende theologische Herausforderung.“

Der Verlust der biologischen Vielfalt gelte als die kritischste globale Umweltbedrohung neben dem Klimawandel, betonte Bruno Bozionek, Umweltbeauftragter des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn, in seinem Vortrag zum Thema Biodiversität (Artenvielfalt). So gebe es in den letzten Jahren einen deutlichen Rückgang bei Insekten und Vögeln. Außerdem würden einheimische Arten durch invasive (eingewanderte) Arten verdrängt. Kirchengemeinden sollten auf ihren Flächen schauen, ob die Bepflanzung zur Artenvielfalt beitrage, ob alles, was gepflanzt wurde, wirklich Bienen- und Insektenfreundlich sei, appellierte der Umweltbeauftragte.

Praktische Informationen über Bienen- und Insektenfreundliche Bepflanzungen gab Marie-Luise Eickmeier-Ehrlich, Bienenweide-Fachberaterin sowie Natur- und Landschaftsführerin aus Warburg. Geeignete Flächen gebe es viele: von Balkonkästen über Beete, Rasen und Hecken bis hin zu Mauern, Wegen und Plätzen sowie Flachdächern. Anschließend führte sie die Umweltbeauftragten über die Bienenweiden auf der Landesgartenschau und gab ihnen einen praktischen Tipp: „Farbenfrohe Pflanzen, die Artenvielfalt bringen, benötigen nährstoffarme Böden.“

Vielfalt ist auch ein Merkmal des Interreligiösen GlaubensGartens auf der Landesgartenschau. Pfarrerin Antje Lütkemeier (Bad Lippspringe) vom Projektteam GlaubensGarten erläuterte den Umweltbeauftragten das zentrale Anliegen. „Angesichts der aktuellen Konflikte wollten wir ein Zeichen setzen, dass Religionen eine Brücke zum Frieden sein können.“ Um einen Pavillon im Zentrum sind die individuell gestalteten Gärten von sieben Religionsgemeinschaften angeordnet. Es gibt zahlreiche Veranstaltungen sowie täglich zwei Andachten bzw. Mediationen im GlaubensGarten.