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Dienstag 01. August 2017 | Alter: 18 Tage

SommerFerienGottesdienst in Ibbbenbüren-Laggenbeck

Kategorie: alle Nachrichten


Der Posaunenchor spielte unter der Leitung von Reiner Pohl.

IBBENBÜREN-LAGGENBECK – Manchmal laufen Dinge anders, als sie eigentlich geplant sind. So war eigentlich geplant, die Auftaktveranstaltung zu den „SommerFerienGottesdiensten“ der evangelischen Gemeinde Ibbenbüren draußen stattfinden zu lassen, doch spielte das Wetter am vorletzten Julisonntag bedauerlicherweise nicht mit: Angesichts von Wolken und Wind beschlossen die Organisatoren, in die Johanneskirche auszuweichen.

„Das Wetter will nicht so, wie wir wollen“, bedauerte Caroline Brömmelkamp, eine der zehn Organisatorinnen, die Entscheidung, den gewohnten Kirchenraum zu nutzen. Dort jedoch erlebten die zahlreichen und zum Teil auch tatsächlich – wie gewünscht – aus den anderen Pfarrbezirken erschienenen Besucher einen durchaus nicht alltäglichen Gottesdienst. Begrüßt vom Posaunenchor der evangelischen Gemeinde mit Reinhard Meys „Über den Wolken“, erwartete die Besucher viel Gesang, eine wahrhaft „monstermäßige“ Theaterszene und die Taufe einer ganzen Familie: Als regelmäßige Besucher des „Café International“ sowie einer Krabbelgruppe im „Elsa-Brändström-Haus“ fühlt sich eine dreiköpfige albanische Flüchtlingsfamilie offenbar so gut von der Gemeinde aufgenommen, dass nun die Zugehörigkeit mit der Taufe besiegelt wurde. Sie sei von der Taufe sehr überrascht gewesen, erzählt Marlies Brunzema, ein Mitglied der Johannes-gemeinde, im Anschluss an den Gottesdienst. Dabei fand sie nicht nur die Taufe einer ganzen Familie im positiven Sinne ungewöhnlich, sondern lobte auch die guten Texte während des Gottesdienstes im Hinblick auf das Zugehen auf Andere. Diese Anderen, das seien durchaus auch die Mitglieder der anderen Pfarrbezirke: „Jeder findet seinen Bezirk am Besten“, meint die Laggenbeckerin, die aber glaubt, dass eine stete Wiederholung von Zentralgottesdiensten, wie sie die neue Reihe biete, zu einer positiven Wendung beitrage. „Man sieht, dass die Gemeinschaft trägt“, freut sich Marlies Brunzema.

Die Tatsache, dass der sommerliche Zentralgottesdienst nicht wie geplant in der freien Natur stattfinden konnte, fand Marlies Brunzema sehr bedauerlich: „Ich hatte gehofft, dass man hier draußen auf dem Rasen was erleben könnte.“ Dagegen begrüßte sie den Auftritt der von Robert Rickert geleiteten RABATZ-Theaterwerkstatt: Eric Barkau (übrigens zum ersten Mal als Akteur bei einem Gottesdienst dabei) und Tara Böttcher spielten „Zwei Monster“ (Gertrud Pigor), die sich wilde Geschichten über ihre angeblichen Aktivitäten erzählen, weit jenseits der Realität und schließlich in einem handfesten Streit gipfelnd. „Da sitzen zwei Monster und kennen sich nur vom Hörensagen, zwischen ihnen ein Berg“, beschreibt es Pfarrerin Irmtraud Rickert anschließend in ihrer Predigt. Doch Zeit und Geduld sowie Interesse am Anderen führten auf lange Sicht zu einem friedlichen Miteinander, und da könne man durchaus auch mal vor der eigenen (Kirchen-)Tür anfangen. Im Anschluss an den Gottesdienst luden das Organisatorenteam und viele fleißige Helfer aus der Gemeinde – nun endlich draußen – zu Kaffee und Selbstgebackenem, zu Bratwurst, kühlen Getränken und lockeren Gesprächen ein; ein Angebot, das von den meisten Gottesdienstbesuchern gerne angenommen wurde.

Der organisatorische Aufwand für den SommerFerienGottesdienst habe sich dabei in verträglichen Grenzen gehalten, erzählen Caroline Brömmelkamp und Antje Rößler. „Viele helfende Hände“, so Antje Rößler, hätten dafür gesorgt, dass alles Nötige herangeschafft und wieder weggeräumt, dass bewirtet und der Gottesdienst gestaltet wurde. In der Johannesgemeinde jedenfalls ist man zufrieden mit dem Ergebnis der Veranstaltung und vor Allem mit der Besucherresonanz.

 

Foto und Text: Claudia Ludewig