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Dienstag 01. August 2017 | Alter: 133 Tage

Exkursionen im Zeichen der Reformation

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Eine Station der Exkursion mit Dr. Andreas Eiynck (4.v.l.) ist die mittelalterlichen Pfarrkirche St. Mauritius in Ibbenbüren, aus der die Evangelische Christuskirche wurde. Der von gotischer Baukunst geprägte Kirchenraum bietet heute einen eindrucksvollen Ort für Gottesdienste und moderne sakrale Kunst.

Tecklenburger Land. Im Zeichen der Reformation im hiesigen Raum standen drei unterschiedliche Exkursionen, die von Dr. Andreas Eiynck, dem Leiter des Emslandmuseums Lingen, begleitet wurden. Die Draiflessen Collection in Mettingen bot im Reformationsjahr die Exkursionen durch das „Tecklenburger Land“ (die frühere Obergrafschaft Lingen), die Grafschaft Tecklenburg sowie zum Kloster Börstel an. Schon ab 1534 wurde die alte Grafschaft Tecklen-burg unter dem Grafen Konrad zu einem Kerngebiet der Reformation in Westfalen. Daher führte die Exkursion „Grafschaft Tecklenburg“ zur Tecklenburger Stadtkirche von 1562. Das Gebäude zählt zu den ältesten, evangelischen Kirchenneubauten in Nordwestdeutschland mit den Grabdenkmälern des Grafen Konrad und der Gräfin Mechthild.

Weitere Stationen waren das Stift Leeden, welches in der Reformationszeit von einem Zister-zienserinnenkloster in ein evangelisches Damenstift umge-wandelt wurde. Mit der Einführung der Tecklenburgischen Kirchenordnung von 1543 gab es keine Wallfahrten und Heiligenverehrung mehr. So verschwand das berühmte Wallfahrtsbild der Heiligen Margaretha aus der Kirche in Lengerich.

Die zweite Exkursionstour „Tecklenburger Land“ führte durch die frühere Obergrafschaft Lin-gen, zu denen die Orte Mettingen, Recke, Brochterbeck und Ibbenbüren zählten. Graf Konrad führte hier 1541 die Reformation ein. Aus der mittelalterlichen Pfarrkirche St. Mauritius in Ibbenbüren wurde die Evangelische Christuskirche. In Recke zeigt sich das direkte Nebeneinander von katholischen und evangelischen Christen. Während die Protestanten mit der Reformation das mittelalterliche Kirchengebäude übernahmen musste die katholische Gemeinde mit einer einfachen Notkirche Vorlieb nehmen. Weiter führte der Weg zur ehemaligen Klosterkirche in Schale und in den emsländischen Nachbarort Schapen mit dem typisch calvinistischen Gotteshaus.

Die Exkursion „Kloster Börstel“ führte zum früheren Zisterzienserinnenkloster Börstel, gelegen in einem einsamen Waldgebiet im Osnabrücker Nordland. In der Reformationszeit wurde aus dem Kloster ein Damenstift, in das allerdings auch zwei katholische Stiftsdamen aufgenommen wurden. Dieser überkonfessionelle Charakter des Stiftes hat sich bis heute erhalten. Zudem stand das Nebeneinander von katholischen und evangelischen Gemeinden im Osnabrücker Land am Beispiel des Dorfes Berge auf dem Programm. Alle Exkursionen startetn mit einer Führung durch die Ausstellung „1517. Ein Vermächtnis“ im Liberna Studiensaal der Draiflessen Collection in Mettingen und einem kurzen Einführungsvortrag von Dr. Andreas Eiynck.

In diesem Jahr sind noch zwei Exkursionen geplant. Am 16. August findet die Exkursion Tecklenburger Land (Warteliste) und am 12. Oktober die Exkursion Grafschaft Tecklenburg statt. Die ganztägigen Touren beginnen um 10 Uhr und enden gegen 18 Uhr. Neben der Führung durch die Ausstellung „1517. Ein Vermächtnis“ im Liberna Studiensaal umfasst die Exkursion die fachkundige Begleitung mit Dr. Andreas Eiynck, die Bustour zu allen Orten ab Met-tingen und zurück und eine Mittags- und Kaffeepause. Die Kosten betragen pro Person 49 Euro (zzgl. 15 Euro für das Mittagessen). Anmeldung in der Draiflessen Collection in Mettin-gen, Telefon: 05452- 9168 3500 montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr.

 

Text und Foto: Claudia Keller