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Montag 07. August 2017 | Alter: 12 Tage

Abschlussparty mit deutschen und russischen Märchen

Kategorie: alle Nachrichten


In sieben Geißlein und andere Märchenfiguren verkleideten sich die Kinder bei der Abschlussparty der Tschernobyl-Initiative in der Recker Ruthemühle.

Recke. In den vergangenen vier Wochen haben über vierzig Kinder und Betreuer aus dem weißrussischen Dorf Svensk viel erlebt. Die Ibbenbürener Initiative "Den Kindern von Tschernobyl" hatte ihnen unbeschwerte Ferientage in einer von radioaktiver Strahlung freien Umgebung ermöglicht. Zahlreiche Vereine, Verbände, Gruppen und die Kommunen der Region unterstützten die Organisa-toren bei der Programmgestaltung, freuten sich Nadja Raisch und Rita Volkmer vom Leitungsteam. Es gab wie in jedem Jahr viele Höhepunkte.

Besonders beliebt sind die Besuche im Aaseebad oder im Kletterwald, aber auch die ökumenischen Gottesdienste, Quadfahren, Kanutour auf der Ems, Segeln auf dem Aasee oder Besuche auf der Freilichtbühne Tecklenburg und im Safaripark Holte-Stukenbrock wurden begeistert aufgenommen. Eine Gruppe junger Leute aus dem Rotaract-Club Tecklenburger Land lud zu einem Fußballturnier ein. Seit dem Start der Ferienerholung im Sommer vor 25 Jahren hat sich die Organisation immer weiter entwickelt. Es sei keine Selbstverständlichkeit, eine solche Initiative über einen so langen Zeitraum aufrecht zu erhalten zu können, würdigte Superintendent André Ost die Leistung der Aktiven im Grußwort zur Jubiläumsbroschüre.

Für die kommenden Jahre wünschen sich die Organisatoren immer genügend Gasteltern, um die für die Gesundheit der Kinder aus Belarus so wichtige Auszeit vom Leben mit Radioaktivität fortzuführen. Svensk liegt 200 Kilometer von dem Unglücksreaktor entfernt und gehört seit der Nuklearkatastrophe von 1986 zu den am stärksten verstrahlten Gebieten in der Region.

"Wir sind eine sehr harmonische Gruppe, in der alle mit anpacken", fasste Larisa Popowskaja das tolle Miteinander von Leitungsteam, Betreuern und Gasteltern zusammen. Das wichtigste sei, dass bei dieser Aktion das gegenseitige Verständnis gefördert werde, betonte die Dolmetscherin der Gäste. "Dass sich unter anderem der Ibbenbürener Bürgermeister, Dr. Marc Schraymeyer, die Bundestagsabgeordnete Anja Karliczek, der Parlamentarische Staatssekretär Jens Spahn und der Direktors des Rheiner Zoos, Achim Johann für uns Zeit genommen haben, empfinden wir als hohe Wertschätzung", so Larisa Popowskaja. Die Kinder hätten hier viele Freunde gefunden, erzählte sie beim Abschlussfest in der Recker Ruthemühle. Aber natürlich haben besonders die Jüngsten auch Sehnsucht nach ihren Eltern, Geschwistern und Schulkameraden. Alle fahren mit schönen Erinnerungen nach Hause.

Doch vor der Abreise wurde im Recker Heimat- und Korbmuseum eine fröhliche Party unter dem Motto "Märchen" gefeiert. Auf dem Hof und in der Remise herrschte fröhliches Lachen, denn die geplante Aufführung von "Dornrös-chen", "Schneewittchen" oder "Froschkönig" machte schon beim Aussuchen der Kostüme und Einüben der Texte Riesenspaß. Nadja Raisch und Rita Volkmer führten als "Märchenomas" in deutscher und russischer Sprache durch das Programm. Zwischendurch konnten sich alle Teilnehmer an einen Buffet mit selbst gemachten Spezialitäten stärken, das die Gasteltern vorbereitet hatten. Die Gemeinde Recke spendierte als Nachtisch einen großen Korb voller Süßigkeiten.

 

Text und Foto: Brigitte Striehn