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Freitag 15. September 2017 | Alter: 87 Tage

Jan Hus - Wegbereiter der Reformation

Kategorie: alle Nachrichten


Pfarrer Torsten Böhm vor einem Stich mit dem Bildnis von Jan Hus

Lengerich. Mit einem interessanten Vortrag über den böhmischen Theologen und Vorreformators Jan Hus (1369 - 1415) eröffnete Pfarrer Torsten Böhm die Vortragsreihe der evangelischen Kirchengemeinde Lengerich über Personen der Reformation.

Jan Hus kann als Wegbereiter der Reformation angesehen werden. Er wurde im Jahr 1415 während des Konzils von Konstanz wegen seiner Kritik am Ablasshandel und am Sittenverfall des damaligen Klerus zum Tode verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Gottesdienste in seiner böhmischen Heimat hielt Jan Hus schon 100 Jahre vor Martin Luther nicht mehr in Latein, sondern in der böhmischen Landessprache. Er war Rektor der Prager Universität und fand mit seinen Lehren großen Rückhalt in der Bevölkerung und auch im böhmischen Adel.

Martin Luther, der zunächst mit kritischer Distanz über die Person von Johannes Hus urteilte, konnte später über den böhmischen Theologen und seine Nachfolger, die Hussiten und böhmischen Brüder, sagen: "Wir sind alle Hussiten, ohne es gewusst zu haben." Pfarrer Böhm würdigte Jan Hus als einen streitbaren Menschen, dessen Lehren quasi den "Humus, in dem der Same der Reformation aufgehen konnte", bildete.

Der nächste Vortrag in der Reformationsreihe findet am Dienstag, den 10. Oktober 2017 um 19 Uhr im Martin-Luther-Haus in Lengerich, Schulstraße 71, statt. Pfarrer Harald Klöpper referiert zum Thema "Wie die Waldenser zur Reformation kamen".

Die Waldenser sind eine protestantische Kirche mit Verbreitung in Italien, Süddeutschland (Ötisheim) und Südamerika. Ursprünglich als Gemeinschaft religiöser Laien Ende des 12. Jahrhunderts durch den Lyoner Kaufmann Petrus Valdes in Südfrankreich gegründet, wurden die Waldenser während des Mittelalters von der katholischen Kirche ausgeschlossen und als Häretiker (von der offiziellen Glaubenslehre abweichend) durch die Inquisition verfolgt. Die italienischen, protestantischen Waldenser gehen auf den südfranzösischen Kaufmann und Laienprediger Petrus Valdes zurück, der schon im 13. Jahrhundert auf Missstände in der damaligen Kirche und die besondere Verpflichtung der Kirche gegenüber den Armen hinwies. Auch Petrus Valdes gilt als Vorreformator.

Am Mittwoch, den 18. Oktober 2017, um 19 Uhr berichtet Pfarrerin Sibylle Liening über "Frauen der Reformation" im Martin-Luther-Haus.

Zu diesen Reformationsvorträgen lädt die Kirchengemeinde alle Interessierten herzlich ein.