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Freitag 15. September 2017 | Alter: 32 Tage

Erzählen von Dingen, die das Herz bewegen - Ausstellung "Glaubenssache(n) und Herzensdinge" eröffnet

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Ein reger Gedankenaustausch ergab sich an den Ausstellungstischen mit "Glaubenssachen und Herzensdingen".

Ibbenbüren. Am 10. September öffneten sich die Türen der Ibbenbürener Christuskirche zu einem besonderen Gottesdienst. "In Zeiten, wo Religion einerseits zur bloßen Privatsache abgeschoben und andererseits zur Begründung von Terrorakten herangezerrt wird, sind hier Menschen bereit, ihr Persönlichstes in einen Dialog zu bringen und öffentlich darzustellen", sagte Pfarrer Reinhard Lohmeyer zur Einführung. In der Ausstellung, die anschließend eröffnet wurde, sei nachzuerleben, wie sich durch Begegnung von Menschen unterschiedlicher religiöser Traditionen Spannendes und sehr Persönliches zeige. Pfarrerin Adelheid Zühlsdorf-Maeder hat mit vielen Kooperationspartnern die Ausstellung "Glaubens-sache(n) und Herzensdinge" konzipiert und gestaltet. Diese ist ökumenisch, generationsübergreifend, interkulturell und interreligiös angelegt und gibt im Kirch-Raum der Weite des göttlichen Herzens auf vielfältige Weise Gestalt, wie Pfarrer Lohmeyer feststellte.

 

In der Lesung trugen Sophie Jörgens, Hanna Brundiek-Wennemer und Ursula Habeck Texte vor, die für sie eine besondere Bedeutung haben - die biblische Geschichte von der Ehebrecherin, einen Brief von Hermann Hesse und das Gebot der Liebe Jesu. Sie hatten, ebenso wie die ausgewählten Lieder, einen besonderen Bezug zu der Ausstellung. Dafür wurden in der "Werkstatt 50plus" der Erwachsenenbildung des evangelischen Kirchenkreises Tecklenburg und in anderen Initiativen in kreativem Miteinander Ausstellungsstücke angefertigt oder zusammengetragen. Sie berichten vom Glauben in vielen verschiedenen Facetten oder einfach von Dingen, die Menschen am Herzen liegen. In einer Videoeinspielung erzählten Jugendliche und Erwachsene davon, was ihnen Glauben ganz persönlich bedeutet. Der Aspekt des Zusammenlebens der Generationen ist ein wichtiger Blickwinkel. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von Christian Heinz (Gitarre) und Erhard Landmesser (Orgel und Klavier). Die Kollekte war für die synodal-regionale Jugendarbeit bestimmt.

 

In einem Workshop der "Werkstatt 50plus" entstanden unter Anleitung der Osnabrücker Künstlerin Hiltrud Schäfer "Findbücher", die biografische Notizen, Bilder, Fotos oder Fundstücke in schöner Gestaltung enthalten. Blicke in die eigene Kindheit wurden dabei ebenso verarbeitet wie "Glaubenssachen". Auf einem "Tisch der Religionen" werden Islam, Buddhismus und Judentum mit Texten, Fotos und Erinnerungsstücken sehr anschaulich dargestellt. An diesem Projekt hat Elke Stalljohann im Arbeitskreis "ISibb" (Interkulturelle Seniorenarbeit für und mit älteren Migrantinnen und Migranten) des Begegnungszentrums für Ausländer und Deutsche" mitgewirkt.

 

Am Zustandekommen der Ausstellung waren zudem die "Gruppe "KonSenZ" unter der Leitung von Ursula Habeck, der Seniorentreff von Ingeborg Paul und die Ehrenamtlichen der "offenen Christuskirche" beteiligt. Ereignisse, wie Taufe, Konfirmation, Kommunion oder Hochzeit werden an einigen Stationen mit Leben erfüllt, Gebetbücher, Bibeln, Taufkleider oder besondere Kreuze weisen auf christliche Werte hin, auch Poesiealben sind zu sehen. In bester ökumenischer Tradition hat die evangelische Kirchengemeinde verschiedene Konfessionen einbezogen und einen anschaulichen Einblick in unterschiedliche religiöse Welten geschaffen. Ayse Özcelik Demircan hat beispielsweise einen Anzug zur Verfügung gestellt, der von einem kleinen Jungen anlässlich des muslimischen Opferfestes getragen wurde. "Die Liebe ist das zentrale Thema und der Grundstein unseres christlichen Glaubens", so Adelheid Zühlsdorf-Maeder. Diese Liebe ohne Ansehen von Herkunft, Hautfarbe, Religion oder Ausstattung habe eine verändernde Kraft zum Guten.

 

"Ziel der Ausstellung ist es, dem eigenen Glauben auf die Spur und mit anderen in Erfahrungsaustausch zu kommen", erklärte Pfarrerin Adelheid Zühlsdorf-Maeder. Die einzelnen Objekte sind zueinander in Beziehung gesetzt, sie ergänzen sich im Rundgang zu einem stimmigen Gesamtbild. Kreative Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben kann sehr bereichernd sein, erfuhren die etwa hundert Besucher nach dem Gottesdienst von den "Motoren" dieses Schaffensprozesses.

 

Die Ausstellung in der evangelischen Christuskirche Ibbenbüren ist bis zum 24. September dienstags bis freitags von 10 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr, samstags von 10 bis 12, sonntags von 15 bis 17 Uhr sowie vor und nach Gottesdiensten und Veranstaltungen geöffnet. Der Eintritt ist frei. Für Gruppen sind auf Anfrage Führungen möglich.

 

Zur Ausstellung gibt es ein Begleitprogramm:

Dienstag, 12. September 2017, 19.00 Uhr

“Herzensgebet” - Christlich Meditieren - Einführung oder Vertiefung mit Pfarrerin Dagmar Spelsberg-Sühling

 

Donnerstag, 14. September 2017, 19.00 Uhr

„Am Ufer der Stille” - ein besonderes Konzert für Sitar, Tabla und Harfe in Kooperation mit Professor Dr. Norbert Ammermann

 

Dienstag, 19. September 2017, 19.00 Uhr

Lesung der WunderWorte-Werkstatt von Claudia Berghorn: Biografisches Schreiben

 

Donnerstag, 21. September 2017, 19.00 Uhr

Lesung „Unerwünscht” - Die Brüder Sadinam aus dem Iran erzählen ihre Geschichte

 

Sonntag, 24. September 2017, 10.15 Uhr

„Glaubenssache(n) und Herzensdinge weltweit” - Abschlussgottesdienst. In Kooperation mit Pfarrer Olaf Maeder, der Kirchenband "Confession" aus Westerkappeln und Gästen aus Namibia vom Partnerschaftskirchenkreis Otjiwarongo.

 

Text und Foto: Brigitte Striehn