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Freitag 22. September 2017 | Alter: 25 Tage

„Wenn diese Steine sprechen könnten…“ - Familiengottesdienst zum Tag des offenen Denkmals in Recke

Kategorie: alle Nachrichten


Die Kuratoriumsmitglieder der Stiftung vor dem ältesten Taufstein des Kirchenkreises: (v.l.n.r) Dr. Dietmar Balkau, Marlies Beckemeyer und Pfarrerin Elke Böhne.

Recke. „Wenn diese Steine sprechen könnten…“ so hieß das Motto des Familiengottesdienstes zum Tag des offenen Denkmals in der gut besuchten Evangelischen Kirche in Recke. Die Steine der Ev. Kirche in Recke hätten sicher sehr viel zu erzählen, so Pfarrerin Elke Böhne, denn die Kirche ist 800 Jahre alt und hat den ältesten Taufstein im Ev. Kirchenkreis Tecklenburg. Er stammt aus dem 13. Jahrhun-dert und steht gut sichtbar direkt gegenüber der Kanzel. Die im Fußboden aufgefundene mittelalterliche Altarplatte befindet sich heute in der Ostwand. Die Kindergottesdienst-Mitarbeitenden Sina Mül-ler und Dominik Winkler traten als Taufstein und Altarplatte in den Dialog: „Schon vor 750 Jahren wurden über mir Kinder getauft“ so der Taufstein. Die Altarplatte informierte die interessierten Gottesdienstbesucher darüber, dass es zu Anfang erst einen kleinen Taufteller gab. Später, vor 150 Jahren, stand in der Kirche ein anderer Taufstein, auf dem zu lesen war: “Lasst die Kindlein zu mir kommen“. Dieser Taufstein steht heute in der Ev. Kirche in Hopsten.

Mit viel Freude verzierten die Kindergartenkinder den Taufstein mit Blumen. Als Sinnbild dafür, dass der Glaube über Generationen hinweg durch die Taufe weitergegeben wurde, füllten sie in einer langen Reihe den Taufstein mit Wasser. Dabei unterstützen sie die Kindergottesdienst-Mitarbeitenden Iris Kellermeier und Gaby Ostholthoff. An der dann folgenden Taufe von Liam Feind und Emma Dick nahm die Gemeinde regen Anteil. In ihrer Predigt nahm Elke Böhne die Zuhörer mit in die Zeit um 1200. Damals habe der Ort Recke noch Rieke geheißen. Im 13. Jahrhundert wurde der Turm mit dem Kup-pelgewölbe an das Langhaus der Kirche angebaut. Die meisten Menschen hätten als Bauern gearbei-tet, 1300 habe es viele Ritter gegeben und im 14. Jahrhundert habe der Handel eine wichtige Rolle gespielt. „Große Veränderungen in der Kirche brachte die Zeit um 1500 mit der Reformation mit sich“ betonte Elke Böhne. In diesem Zeitraum seien die im Zuge der Chorraumerweiterung entstandenen Gewölbe des Kirchenschiffes ausgemalt worden.

Die Zeit zwischen 1600 und 1700 sei vom sogenannten „30-jährigen Krieg“ geprägt gewesen. „Viele Äcker wurden verbrannt. Etwa ein Drittel der Bevölkerung starb entweder an den Folgen des Kriegs oder der Pest“ berichtete Pfarrerin Böhne. Was der Taufstein wohl schon alles erlebt habe, fragte sie. Vielleicht sei man klüger, wenn man dies wüsste. Bezugnehmend auf ein Wort aus dem Petrusbrief machte sie deutlich, dass die Gemeinde sinnbildlich ein Haus aus lebendigen Steinen sei. Der Eckstein der Kirche halte das gesamte Gebäude zusammen, so die Pfarrerin. Er sei ein Schmuckstück des Ge-wölbes. Die christliche Gemeinde bestehe aus lebendigen Steinen, also Menschen mit verschiedensten Gaben und Fähigkeiten. Jesus, auf den sich die Gemeinde gründe, halte sie zusammen. Die Taufe mache deutlich, dass Christus uns so annimmt, wie wir sind. Abschließend informierte Elke Böhne über die Stiftung „Denkmalwerte Kirchen im Tecklenburger Land im Ev. Kirchenkreis Tecklenburg“. Die Stif-tung setzt sich für den Schutz und die Bauerhaltung der 21 denkmalwerten Kirchen ein. Organistin Elke Becker begleitete den Gottesdienst, in dem viele fröhliche Lieder gesungen wurden, musikalisch.

Nach dem Gottesdienst konnten sich alle Besucher im sonnigen Garten bei einem Imbiss stärken und miteinander ins Gespräch kommen. Die Kinder hatten viel Spaß an der Besichtigung des Kirchturms. Den ganzen Tag über wurden Kirchenführungen für Erwachsene angeboten.