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Freitag 03. November 2017 | Alter: 19 Tage

Lengericher KonfiTag zum Thema Reformation

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Mit verbundenen Augen an der Kletterwand - ein Symbol für das Vertrauen zu Gott.

Lengerich. Um das Thema Reformation kommen auch die Jugendlichen der evangelischen Kirchengemeinde in diesem Jahr nicht herum. Beim Lengericher Konfirmandentag 2017 am letzten Wochenende, an dem gut 100 Mädchen und Jungen teilnahmen, dazu Mitarbeiter aus der Jugendarbeit, Presbyter und das Lengericher Pastorenteam, ging es auch um Martin Luther und Johannes Calvin. Allerdings sollte der Blick auf die Reformation seitens der Jugendlichen nicht nur historisch sein. Vielmehr sollten die großen Themen der Reformation wie Glauben, Vertrauen auf Gott, Leben aus Dankbarkeit, der eigenständige Umgang mit der Bibel, mit Gebeten und Kirchenliedern in der heutigen Zeit erlebbar und umgesetzt werden.

So besuchte Pastor Torsten Böhm mit einer Gruppe die „Schule in der Widum“. An der dortigen Kletterwand probierten die Konfirmanden aus, wie sie mit Sicherheitsseilen und mit viel Vertrauen die steilen Kraxelwände der Schule heraufkamen. Eine Konfirmandin kletterte die 10 m hohe Wand sogar mit verbundenen Augen hinauf, angeleitet von vier Lehrern der „Schule in der Widum“, die ihr die passenden Griffe und Schrittfolgen von unten zuriefen. Besser hätte auch Martin Luther das Vertrauen und den Glauben an Gott gar nicht ausdrücken und übersetzen können: Man sieht Gott nicht, aber man vertraut ihm und seiner Hilfe, auch bei den schwierigsten Herausforderungen und Passagen des Lebens.

Jugendpresbyter Christian Althoff erarbeitete mit den Jugendlichen Fotogeschichten zum Thema Vertrauen und Glauben. Jugendmitarbeiter Marcel Walker produzierte mit den Jugendlichen sichtbare Fürbitten per Smartphone und Leinwand für den Reformationsgottesdienst am 31.Oktober in der Stadtkirche. Die künstlerisch Interessierten fertigten mit Pastorin Sibylle Liening Kalligrafien an. Denn die Bibel wurde früher in Schönschrift Wort für Wort abgeschrieben, bis Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks für eine schnellere Verbreitung der Bibel, gerade auch der Lutherbibel, sorgte.

In der reformierten Linie der Reformation wird auf ein christliches Leben aus der Dankbarkeit gegenüber Gott wert gelegt. Aus Dankbarkeit gegenüber Gott kann man sich für die anderen Menschen einsetzten, so predigte es Johannes Calvin. Von daher besuchte Pastorin Sigrid Holtgrave mit einer Konfirmandengruppe die Lengericher Tafel, wo Presbyter Wolfgang-Erhard Simon ehrenamtlich mitarbeitet und über die dortige soziale Arbeit informierte. Pastor Harald Klöpper ließ die Konfis mit ihren Smartphone eine Bilderrallaye durch die Lengericher Innenstadt machen und informierte sie über den Abbau von Koltan, mit dem die Handys hergestellt werden. Viele kirchliche Gruppen sammeln zurzeit alte Handys, damit dieser Rohstoff nachhaltig weiterverwertet und Menschen damit Arbeit bekommen können. Mit Pastor Klöpper wurden auch Kirchenlieder aus den evangelischen Kirchen Afrikas eingeübt. Die Konfis selbst gestalteten und feierten zum Abschluss des Tages einen Gottesdienst im Martin-Luther-Haus. Ihre Rückmeldung auf diesen sehr abwechslungsreichen Tag zum Thema Reformation war durchweg positiv.