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Freitag 03. November 2017 | Alter: 19 Tage

Frauen der Reformation hinterließen viele Fußspuren

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Finissage der Wanderausstellung „Frauen der Reformation – Gesichter und Geschichte(n)



Freuten sich über die erfolgreiche Ausstellung (v.l.n.r.:): André Ost (Superintendent), Sieglinde Neumann, Iris Pfordt (Klavier) und Annette Salomo (Querflöte), Ingeborg Paul, Pfarrerin Vera Gronemann und Pfarrerin Heike Bergmann sowie Pfarrer Harald Klöpper.

500 Jahre Reformation, das heißt zugleich: 500 Jahre, in denen Frauen aus dem Münsterland Spuren hinterließen. Bildung und Eigenständigkeit stehen für die Frauen aus dem Damenstift in Leeden. Die Fürstinnen aus Burgsteinfurt ergriffen ihre Chancen und brachten eine Menge Geduld mit, um ihre Ziele umzusetzen. Ihr Leben radikal neu richteten die Münsteraner Täuferinnen aus. Die Damen protestierten, sie wollten Freiheit und stehen bis heute für den radikalen Neuanfang. Mit Mut und Diplomatie ist Gräfin Anna von Tecklenburg zu beschreiben. „Was hat sie nicht alles erreicht. Sie hat Tecklenburg von einer Ritterburg, zu einer Residenz umgebaut und sich mutig gegen die Männer durchgesetzt“, sagte Pfarrerin Vera Gronemann, Frauenbeauftragte im Ev. Kirchenkreis Tecklenburg Ende Oktober bei der Finissage der Wanderausstellung „Frauen der Reformation – Gesichter und Geschichte(n)“ in der Hohner Kirche in Lengerich. Die Finissage war der Schlusspunkt der Erfolgsgeschichte, die nahezu genau ein Jahr zuvor am selben Ort begann.

Zwölf Monate war die Wanderausstellung durch das Münsterland gezogen und hatte in Lengerich, Rheine, Steinfurt, Dülmen, Warendorf, Münster, Ibbenbüren, Gronau, Appelhülsen, Bocholt, Greven und in Reken Station gemacht.

Selbst in Nordhelle und bei der Weltausstellung in Wittenberg waren die Gesichter und Geschichten aus der Region präsent. Die Referenten Dr. Heike Plaß, Marielies Saatkamp, Johanna Pointke, Prinz Oskar zu Bentheim, Sieglinde Neumann, Heike Müller, Anne Neugebauer, Vera Gronemann und Heike Bergmann gaben in den Ausstellungsorten den Roll-ups Gesichter und ergänzten die Geschichten. Dabei konnten die Frauen der Reformation einem breiten Publikum nahegebracht werden. Menschen aller Altersgruppen faszinierte die Ausstellung. Ingeborg Paul berichtete von der ökumenischen Entdeckungstour und vom Demenzcafé in Ibbenbüren. Sie brachte die Erkenntnis mit, dass zahlreiche starke Frauen in den Zeiten, in denen die Männer noch das Sagen hatten, wichtig waren für die Reformation. Viele der Besucher hatten noch nie von den Münsteraner Täuferinnen, den Leedener Stiftsfrauen mit Äbtissin Jacoba oder Herrscherinnen wie Gräfin Anna von Tecklenburg und Walburga von Brederode gehört.

Die Frauenbeauftragten Pfarrerin Vera Gronemann vom Kirchenkreis Tecklenburg und Pfarrerin Heike Bergmann vom Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken sowie Dr. Heike Plaß, Bildungsreferentin im Kirchenkreis Münster, verfolgten mit der Unterstützung von zahlreichen Ehrenamtlichen die Spuren der Frauen aus der Zeit der Reformation, die bis in die heutige Zeit ragen, und erstellten die Infowände. Sie verfassten den Ausstellungskatalog und organisierten den ersten gemeinsamen Frauentag aller drei Kirchenkreise in Burgsteinfurt anlässlich des Reformationsjubiläums.

Die Ausstellung war ein echter Knaller in der Zeit des Reformationsjubiläums im Kirchenkreis Tecklenburg. Er hat einen wenig beachteten Aspekt der Reformation ins rechte Licht gerückt“, sagte Superintendent André Ost und dankte allen Beteiligten für ihr Engagement. Er freute sich über die ökumenischen Brückenschläge und das gemeinsame Interesse an der Reformationsgeschichte, welches aber keine Selbstrechtfertigung der evangelischen Kirche darstelle.

Bei Musik von Annette Salomo (Querflöte) und Iris Pfordt (Klavier), thematischen Impulsen und einem Sektempfang wurde die Ausstellung ein letztes Mal präsentiert.

Jetzt heißt es im Sinne der Reformation weiterzumachen und dafür zu sorgen, dass das Wort Gottes weiter läuft. Die Pfarrerinnen Gronemann und Bergmann luden die Besucher in die Hohner Kirche ein, auf lila Füßen zu schreiben, was die Männer und Frauen heute bewegt wie die Reformationsfrauen damals. Zahlreiche Fußspuren säumten den Mittelgang der Kirche vom Abendmahlstisch bis zur Ausgangstür.

 

Text und Foto: Claudia Keller