Aktuelles aus dem Kirchenkreis

Montag 27. November 2017 | Alter: 14 Tage

Und was glaubst Du? - Lehrertag in der Ev. Jugendbildungsstätte Tecklenburg

Kategorie: alle Nachrichten


von l. n. r.: Naciye Kamcili-Yildiz, Team der Ludgerusschule: Christoph Hiller, Julia Hirschmann, Barbara Bögge, Geschwister Scholl Realschule: Meral Cevik, Christa Panten, Pfarrerin Kerstin Hemker und Prof. Dr. Karlo Meyer.

Tecklenburg. Knapp 50 evangelische Lehrerinnen und Lehrer aus dem Kreis Steinfurt trafen sich am 22. November 2017 zum 33 Tecklenburger Lehrertag. Die Veranstaltung wird jährlich vom Evangelischen Kirchenkreis Tecklenburg und dem Schulreferat unter Leitung von Pfarrerin. K. A. Hemker angeboten. Wie in jedem Jahr steht ein aktuelles religionspädagogisches Thema im Mittelpunkt: Wie kann durch interreligiöses Lernen das Verständnis und die Toleranz für andere Religionen geweckt werden, ohne die eigenen religiösen Hintergründe aufzugeben? Wie können im schulischen Kontext religiöse Feiern von Christen, Muslimen, Hindus und Buddhisten verantwortlich gestaltet werden? Naciye Kamcili-Yildiz, Universität Paderborn, stellte die Notwendigkeit und schulische Gestaltungsmöglichkeiten interreligiösen Lernens aus islamischer Perspektive vor. In einem Workshop am Nachmittag erarbeiteten die Lehrer mit ihr, Aspekte einer "multireligiösen Feier" z.B. für die Einschulung oder eine schulische Abschlussfeier. "Wichtig ist, dass Sie frühzeitig mit allen Beteiligten sprechen und gemeinsam planen. Bei gegenseitigem Vertrauen ist viel möglich", war das Fazit der Referentin.

Praktische Erfahrungen steuerten Meral Cevik, Lehrerin für islamische Religionslehre, und Christa Panten, katholische Religionslehrerin von der Geschwister Scholl Realschule Emsdetten, bei. Prof. Dr. Karlo Meyer, Universität Saarbrücken, schulte die Pädagogen, Unterrichtsmaterialien über andere Religionen mit kritischem Blick zu beurteilen, um nicht neue Vorurteile aufzubauen. "Wie bearbeite ich eine mir fremde Religion mit Schülern, ohne sie zu sehr vereinfachen oder total fremd erscheinen zu lassen?" war die Leitfrage in der weiteren Arbeit.

Ein Lehrerteam der Ludgerus Grundschule aus Rheine, deren Schüler zu über 90 % einen Migrationsunterricht haben, stellten ein von ihnen entwickeltes Modell "Unsere Schule ist bunt" vor, in dem die vielen Herkunftskulturen und Religionen in einer wöchentlichen Unterrichtsstunde im Klassenverband gewürdigt und wahrgenommen werden.