Aktuelles aus dem Kirchenkreis

Mittwoch 06. Dezember 2017 | Alter: 5 Tage

Haushalts- und Finanzsynode genehmigt Haushaltsplan 2018 des Evangelischen Kirchenkreises Tecklenburg

Kategorie: alle Nachrichten


Superintendent André Ost informierte die Synodalen über die Planungen zum neuen Verwaltungsgebäude der drei Kirchenkreise im Münsterland.

Am Montag, dem 4. Dezember, tagte die Haushalts- und Finanzsynode des Ev. Kirchenkreises Tecklenburg im Martin-Luther-Haus, Schulstraße 71, in Lengerich. Die Synode begann mit einer Andacht mit Pfarrerin Sibylle Liening. Danach eröffnete Superintendent André Ost die Synode. Landeskirchenrätin Barbara Roth überbrachte Grüße aus der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW). Im Blick auf das Reformationsjubiläumsjahr meinte sie:“ In den Kirchengemein-den in Westfalen spielt Musik eine gemeinschaftsstiftende und verkündigende Rolle“. Zu Luthers Zeiten hätten sich „reformatorische Gedanken in die Herzen der Menschen gesungen“. Im Jubiläumsjahr hätten unzählige Veranstaltungen auf die Kraft der Musik gesetzt. In der Ausbildung der Kirchenmusiker/-innen in der EKvW gebe es mittlerweile eine breite Vielfalt: Seit Mai 2017 bildet die Landeskirche in der Popakademie in Witten angehende Musiker aus. Dies schmälere jedoch nicht die klassische Kirchenmusik, so die Juristin weiter. Die Anmeldezahlen an der Hochschule für Kirchenmusik in Herford seien weiterhin vergleichbar hoch wie vor der Eröffnung der Popakademie.

 

Synodale stimmen über den kreiskirchlichen Haushalt 2018 ab

„Für den Kirchenkreis Tecklenburg verzeichnen wir eine rückläufige Entwicklung der Gemeindeglie-derzahlen“, berichtete Verwaltungsleiterin Marlies Beckemeyer vor der Synode. Die sich aus der demografischen Entwicklung ergebenden Kirchensteuerausfälle würden derzeit noch durch die gute wirtschaftliche Entwicklung „überkompensiert“. Dem Kirchenkreis mit seinen 17 Kirchen-gemeinden stehen für 2018 Kirchensteuermittel in Höhe von 9.968.645 € zur Verfügung (2017: 9.627.851 €). Das ist eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um 3,54 %. Auf der Landessynode in Bielefeld jedoch warnte der juristische Vizepräsident Dr. Arne Kupke (Evangelische Kirche von Westfalen) erst kürzlich: “Wir sind eine Kirche in schein-stabiler Finanzlage und befinden uns im Rückbau. Mehr noch als unsere Mitglieder verlieren wir unsere Finanzkraft“.

Neben den Gehältern der Pfarrerinnen und Pfarrer im Kirchenkreis Tecklenburg, der zentralen Verwaltung und der Superintendentur finanziert der Kirchenkreis aus dem Kirchensteueraufkommen beispielsweise das Diakonische Werk, die Arbeit der 28 Kindertagesstätten im Kindergartenverbund, das Schulreferat oder die kreiskirchliche Jugendarbeit.

 

Auf Empfehlung des Kreissynodalvorstands (KSV) beschlossen die Synodalen einstimmig, den Überschuss 2016 der Finanzausgleichskasse in Höhe von 1.000.416,46 € - davon 819.450,82 € Kirchensteuer-Einnahmen und 180.965,64 € sonstige Mehreinnahmen, wie folgt zu verwenden:

500.208,23 €: Zuführung an alle Kirchengemeinden nach dem Verteilschlüssel 2016, zweckgebunden für die Substanzerhaltung der kirchlichen Gebäude und Zukunftssicherung

470.208,23 € Zuführung an die Zukunftssicherungs-Rücklage der Finanzausgleichskasse und

30.000,00 € Zuführung an die Rücklage für besondere Projekte (Stand 09/2017 nach Abzug der verplanten Ausgaben = rd. 31.000 €) = 1.000.416,46 €

 

Neues Verwaltungsgebäude der drei Kirchenkreise im Münsterland nimmt Gestalt an

Superintendent André Ost, Vorsitzender des Verbandsvorstands, berichtete, dass der Verbandsvorstand nach einem spannenden Architektenwettbewerb für das neue gemeinsame Verwaltungs-gebäude der drei evangelischen Kirchenkreise im Münsterland (Ev. Kirchenkreis Münster, Ev. Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken, Ev. Kirchenkreis Tecklenburg) im September 2017 der Öffent-lichkeit zwölf Entwürfe vorgestellt hat. Die Wahl für den 1. Preis des Wettbewerbs fiel auf den Ent-wurf des Architekturbüros Peter Bastian aus Münster: Ein ebenso praktisches wie auch formschönes und modernes Gebäude, das sich harmonisch in das Umfeld der umgebenden Bauten und der Lukaskirche am Coesfelder Kreuz in Münster einfügen wird. Die Klinkerfassade orientiert sich optisch an der benachbarten Kirche. Das dreigeschossige Gebäude steht im offenen Winkel zur Kir-che. Im Verwaltungsgebäude bieten offene Gemeinschaftsbereiche auf jeder Etage den Mitarbeitenden die Möglichkeit zur Zusammenarbeit und zu informellen Treffen. Das Gebäude ist barrierefrei und wird mit Fernwärme aus 100 % regenerativen Energiequellen versorgt. Durch niedrigen Wartungsaufwand und hohe Effizienz werden die Nutzungskosten niedrig gehalten. Der Bauantrag für das Gebäude soll noch in diesem Jahr gestellt werden. Auch die Leitungs-Stellen der Fachbereiche sind bereits besetzt worden. Flankierend finden intensive Teambuilding-Prozesse für die Mitarbeitenden der drei Kreiskirchenämter statt.

 

Nachhaltig, fair und klimafreundlich handeln

Weitere Schwerpunktthemen der diesjährigen Kreissynode waren die Rückmeldungen der Kirchengemeinden und Einrichtungen des Kirchenkreises zu dem Beschluss der Sommersynode zum klimafreundlichen Handeln sowie die neu eingerichtete Stelle eines Seelsorgers für persisch-sprachige Christen, die der Kirchenkreis Tecklenburg mitfinanziert. Bei der Sommersynode im Juli 2017 hatten die Gemeinden und Institutionen dafür votiert, sich der gemeinsamen Verantwortung intensiver bewusst zu werden, um nachhaltig, fair und klimafreundlich zu handeln. Die Synodalen beschlossen damals, zukünftig bei allen Veranstaltungen, Aufgaben der Beschaffung, der Auftrags-vergabe und Bewirtschaftung von Grundstücken ihre Mitverantwortung für Klimaschutz und Nach-haltigkeit in den Blick zu nehmen. Dies gilt für die Berücksichtigung sozialer Standards für eine Ausrichtung der Wirtschaft an Menschenwürde und Menschenrechten, aber auch für die Berück-sichtigung ökologischer Kriterien.

 

Sehr viele nachhaltige Aktivitäten im Kirchenkreis

„Zusammenfassend kann ich sagen, dass im Bereich des fairen und klimafreundlichen Handelns sehr viele Aktivitäten und Schwerpunkte genannt werden, die vor Ort im Blick sind“ berichtete Heinz-Jakob Thyßen, Umwelt-beauftragter des Kirchenkreises. Beispielhaft nannte er die Schule in der Widum in Lengerich und die Ev. Jugendbildungsstätte in Tecklenburg. Die Schule in der Widum nutze eine Hackschnitzelheizung, eine Photovoltaik-Anlage sowie eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung für die Sporthalle und das Schwimmbad. Außerdem werden den Schülern im Unterricht Inhalte zum umweltschonenden Verbraucherverhalten vermittelt. Empfehlenswert nannte Thyssen den Kaffee-Automaten mit Fairem Kaffee in der Schule. Die Jugendbildungsstätte verwendet faire und /oder nachhaltig erzeugte Produkte in der Regel aus der Region: Apfelsaft von der ANTL (Arbeitsgemeinschaft für Naturschutz Tecklenburger Land e. V.), Kaffee aus fairem Handel,…. Die Stromversorgung des Hauses wurde 2014 auf zertifzierten Ökostrom umgestellt. Seit 2015 bezieht die Jugendbildungsstätte zertifiziertes Öko-Gas. In den Kirchengemeinden im Kir-chenkreis Tecklenburg zeigt sich ein vielfältiges Bild von Aktivitäten: So werden Photovoltaik-Anlagen und Ökostrom genutzt, vereinzelt wurde auch auf Gasbezug umgestellt. Einige Gemeinden haben Anteile an Windkraftanlagen in der Region. „Bei der Pachtvergabe werden ökologische Aspekte berücksichtigt, beim Einkauf achten die Gemeinden auf Produkte aus der Region“, so der Umweltbeauftragte weiter.

 

Auch das Thema Geldanlage bei Oikocredt (nachhaltige und soziale Geldanlage) sei einigen Gemeinden ein Anlie-gen. Die Kindertagesstätten des Ev. Kirchenkreises informieren die Kinder in Projekten über gesundes Essen aus der Region, veranstalten Waldtage und Bauernhof-Besuche. In Kooperation mit dem Wasserversorgungsverband Tecklenburger Land sei das Projekt „Wasser für Menschen“ in zehn Kindertages-Einrichtungen gestartet, berichtet der Umweltbeauftragte. Seit Oktober 2017 versorgt die TRINXS-Frischequelle die Kinder täglich mit frischem Wasser. Das Schulreferat bietet Fortbildungen zum Rohstoffeinsatz in der Handyproduktion und konsumkritische Stadtrundgänge in Ib-benbüren und Rheine an. „Nutzen Sie die Möglichkeit und bieten Sie solche Aktionen auch in Ihren Regionen an“, so der Appell von Heinz-Jakob Thyssen an die Synodalen.

 

Das Projekt „Seelsorge für persisch-sprachige Christen“

Pastor Mehrdad Sepehri Fard als Brückenbauer

Erstmals gibt es in der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche einen hauptamtlichen Seelsorger für persischsprachige Christen. Pastor Mehrdad Sepehri Fard ist in der Region Ansprechpartner für Menschen vor allem aus dem Iran und Afghanistan, die sich in ihrer Heimat zum christlichen Glauben nur im Untergrund bekennen konnten. Es gibt immer mehr geflüchtete Menschen, die um Seelsorge bitten, sich taufen lassen wollen und die Nähe zur evangeli-schen Kirche suchen. „ Pastor Sepheri Fard wird ein Verbindungsmann für persischsprachige Christen sein und damit Brücken schlagen“ so Superintendent André Ost. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Neben den beiden Landeskirchen unterstützen die Kirchenkreise Tecklenburg, Steinfurt-Coesfeld-Borken, Paderborn und Soest, die Landeskirchliche Gemeinschaft Rheine sowie das Amt MÖWe (Mission, Ökumene, Weltmission) der westfälischen Kirche diese Arbeit finanziell. Sepehri Fard hat seit einigen Jahren eine persische Gemeinde in Paderborn ehrenamtlich seelsorgerlich betreut und begleitet. Der in Teheran geborene Theologe kam 1997 nach Deutschland und lebt mit seiner Familie in Paderborn.

 

Kirchenkreis Tecklenburg startet im nächsten Jahr mit neuer Website

Öffentlichkeitsreferentin Christine Fernkorn stellte den Synodalen die ersten Entwürfe der neuen Kirchenkreis-Website vor, die nach neuesten Standards von einer Agentur gestaltet wird. In diesem Jahr hatte ein Arbeitskreis aus Mitgliedern der Kirchengemeinden, des Kreissynodalvorstandes und der Einrichtungen gemeinsam mit dem Leiter der Abteilung Kommunikation der Evangelischen Kirche von Westfalen, Bernd Tiggemann, eine neue Struktur der Website vor dem Hintergrund des Nutzerverhaltens erarbeitet. Die neue Website wird im Frühjahr 2018 online gehen.