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Donnerstag 07. Dezember 2017 | Alter: 4 Tage

Besinnlichkeit statt Schokolade: „Lebendiger Adventskalender“ in Ibbenbüren-Laggenbeck

Kategorie: alle Nachrichten


Umrahmt von gemeinsamem Gesang, stellte Verena Brundiers am 5. Dezember eine Geschichte von Selma Lagerlöf vor: „Wie sich das Rotkehlchen seine roten Brustfedern verdiente“.

IBBENBÜREN-LAGGENBECK. Besinnlichkeit statt Schokolade, Kerzenschein und Gesang statt immer neuer Spielzeuge, glänzende Augen statt gelangweilter Routine: All das bietet der „Lebendige Adventskalender“ in Ibbenbüren-Laggenbeck im mittlerweile zwölften Jahr. Vom 1. bis zum 24. Dezember öffnet sich symbolisch jeden Tag ein Türchen irgendwo im Ortsteil; mal kommen nur eine Handvoll Zuschauer, mal wird es richtig voll.

Was in der Vorweihnachtszeit 2006 erstmals in der evangelischen Johannesgemeinde Laggenbeck von einigen eifrigen Organisatorinnen – die übrigens alle noch dabei sind und sogar Verstärkung bekommen haben – durchgeführt wurde, hat sich inzwischen fest im Jahreskalender des Ortsteils etabliert: Mittlerweile wird der Adventskalender in ökumenischer Eintracht ausgerichtet; viele Teilnehmer sind seit Jahren dabei. So sind alle fünf Laggenbecker Kindergärten vertreten, dazu Vereine und Gruppen wie die evangelische Singschule (die übrigens von Anfang an ein „Türchen“ für die Besucher öffnete), der Posaunenchor der Johannesgemeinde, die Freiwillige Feuerwehr, das Freibad und die Volkstanzgruppe der KAB Laggenbeck. Dazu kommen eine Praxisgemeinschaft, etliche Familien sowie am 24. Dezember die beiden Kirchengemeinden, in denen sich während der Familiengottesdienste das letzte Türchen öffnet.

Eine, die bereits zum sechsten Mal beim „Lebendigen Adventskalender“ mitmacht, ist Verena Brundiers. „Es macht einfach immer Spaß“, erzählt die Mutter zweier Kinder fröhlich. Die Vorbereitungszeit halte sich dabei mit ein bis zwei Stunden in Grenzen: Geschichte aussuchen und üben, ein wenig dekorieren und ein paar kleine Basteleien als Andenken für die Besucher anfertigen – fertig. Mann und Kinder helfen dabei begeistert mit: „Solange die Kinder das noch genauso schön finden, machen wir weiter“, verspricht Verena Brundiers, die ihr Türchen am 5. Dezember vor etwa zwei Dutzend Besuchern – fast ausschließlich Familien mit jüngeren Kindern – öffnete. „Wie sich das Rotkehlchen seine roten Brustfedern verdiente“, hieß die Geschichte von Selma Lagerlöf, mit der Familie Brundiers die großen und kleinen Zuhörer in ihren Bann zog, dazu gab es selbstgebastelte Papierrotkehlchen.

„Die Geschichte hat, glaube ich, noch Niemand vorher gehört“, begeisterte sich Organisatorin Sonja Wilke-Abt über die originelle Beitragsauswahl. Sie freut sich, dass in diesem Jahr fast alle Termine schon bis zum Sommer vergeben waren – neben vier neuen Gastgebern waren insbesondere die Ausrichter aus den vergangenen Jahren wieder mit viel Freude dabei. Doch nicht nur der Spaß am Ausrichten (für die Gastgeber) und eine kleine, besinnliche Auszeit (für die Besucher) ist den Beteiligten wichtig. In jedem Jahr spielt auch der caritative Hintergrund eine Rolle: So kamen beispielsweise – bei insgesamt fast 2000 Besuchern – im letzten Jahr mehr als 600 Euro für die Volkstanzgruppe zusammen. In diesem Jahr sollen die Spenden an das „Café International“ fließen: Der ökumenisch geführte Treff bietet jede Woche den Flüchtlingen des Ortsteils eine Anlaufstelle; hier kann geredet, gelacht und gespielt werden. Aber auch praktische Hilfe wird bei Bedarf von den ehrenamtlichen Helfern gewährt.

 

Text und Foto: Claudia Ludewig