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Freitag 08. Dezember 2017 | Alter: 136 Tage

„Jahres(t)räume“ für das Children´s Ressource Centre in Zabalaza/Südafrika - Letzte musikalische Kalendereröffnung mit Musiktheater Signale

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Das Musiktheater Signale

Neuenkirchen. Noch nie waren so viele Besucher zur musikalischen Kalendereröffnung des Musiktheaters Signale in die evangelische Gnadenkirche nach Neuenkirchen gekommen, wie zu diesem Event. Wahrscheinlich wussten alle, dass es der 13te und letzte Kalender „Jahres(t)räume“ für das Children´s Ressource Centre (CRC) in Zabalaza/Südafrika, war. Dieser besondere Kalender wurde mit dem szenisch-musikalischen Auftritt des Signale-Chores vorgestellt. Pfarrer Dietrich Wulf erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass dieser Abend schon seit einigen Jahren zur Tradition des Hauses gehört.

„Jetzt schlägt´s 13“ hatten sie ihren Auftritt deshalb überschrieben. Der Titel war doppeldeutig, denn sie präsentierten nicht nur kritische Texte zur Lage der Welt, sondern sie markierten damit die letzte Ausgabe des Kalenders.

Vorbereitungen eines durchgeplanten Urlaubs würden sich kolossal von den Vorbereitungen für eine „unerwünschte Reise“ unterscheiden, wie sie in es einem Text szenisch interpretierten. „Was würden Sie mitnehmen, wenn sie plötzlich alles verlassen müssen? Von wem müssen sie Abschied nehmen? Was müssen sie zurücklassen?“, fragten sie.

Bertolt Brecht markierte in seiner Rede für den Frieden 1952, wie schnell die Menschheit schlimme Ereignisse vergesse. „Warte, warte nur kein Weilchen!“ gehörte zu den Liedern, die das Musiktheater Signale bei seinen musikalischen Kalendereröffnungen schon sehr oft interpretiert hatte. Es entstand Ende der 1970er Jahre im Rahmen der Bewegung „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!“.

Erich Kästner schrieb einst den „Hymnus auf die Bankiers“, in dem er die Bereicherung der Bankiers auf Kosten der anderen genauso brandmarkte wie den hemmungslosen Diebstahl und die Ausbeutung vieler Menschen durch wenige gewissenlose Personen. „Das ist alles nur geklaut, nur gestohlen, nur gezogen und geraubt. Wer hat dir das erlaubt?“ endete das Lied der Band „Die Prinzen“. Gegen Krieg richtete sich der immer noch aktuelle Text „Der Graben“ des Jahres 1926 von Kurt Tucholsky.

Die Menschenrechte nahmen einen ebenso wichtigen Platz ein, denn schließlich sollen auch die Menschen des CRC in Zabalaza ein würdigeres Leben leben können. Bilder des CRC zeigten, wie weitgehend die Unterstützung durch den Verkauf des Kalenders reichte. Acht Arbeitsplätze und 70 Betreuungsplätze für Kinder und Jugendliche konnten durch das Projekt geschaffen werden. „250.000 Euro sind durch den Verkauf von 20.000 Kalendern reingekommen. Wir möchten an dieser Stelle allen danken, die das unterstützt haben“, so Chris Tettke. Er hatte als Fotograf zusammen mit der Malerin Barbara Feiden den Kalender mit ihren Werken als Hingucker gestaltet. „Die Freundschaften nach Südafrika gehen weiter. Wir werden das Projekt weiterhin unterstützen“, versicherte Feiden.

 

Text und Foto: Elvira Meisel-Kemper