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Freitag 26. Januar 2018 | Alter: 24 Tage

Mit Minecraft auf den Spuren der Handyproduktion

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Jugendliche programmierten das PC-Spiel Minecraft zu „MineHandy“ um.

Dortmund/Tecklenburg. Aus Minecraft wird „MineHandy“. Für das bei Jugendlichen beliebte Computerspiel gibt es eine neue Version. „MineHandy“ haben Jungen und Mädchen bei einem Workshop zum Thema „Rohstoffwelten – rund ums Handy“ in Tecklenburg selbst entwickelt.

Das Spiel greift ökologische und soziale Fragen bei der Herstellung von Mobilfunktelefonen auf. Der Spieler schlüpft dabei in die Rolle eines Journalisten, der auf einer Recherchereise Bedingungen der Rohstoffgewinnung, Handyproduktion und Elektroschrottentsorgung kennenlernt. Er spricht darüber mit Bewohnern der digitalen Minecraft-Welt und sammelt so weitere Informationen für seinen Artikel.

„Die Jugendlichen bauten nach eigenen Ideen Landschaften ins Spiel Minecraft ein und programmierten Aufgaben dazu“, erläutert Leo Cresnar, Medienpädagoge im Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen. Fachleute unterstützten sie dabei. Nun gibt es dazu auch ein pädagogisches Begleitheft.

„MineHandy nimmt die Spielfigur beispielsweise mit nach Indonesien, wo für den Abbau von Zinn Regenwälder sowie Felder in Kraterlandschaften verwandelt werden und Menschen in den Minen ihre Gesundheit oder sogar ihr Leben riskieren“, sagt Eva-Maria Reinwald vom SÜDWIND-Institut für Ökonomie und Ökumene (Bonn). Die Informationen und spielerischen Elemente zu „MineHandy“ würden dabei helfen, „die Folgen der Handynutzung einzuordnen und regen zum Nachdenken an.“

Die Idee zur Spielentwicklung entstand im Rahmen der Handyaktion NRW, einem Sammelprojekt von Kirchen und verschiedenen Unterstützergruppen zum fachgerechten Recycling alter Mobilfunkgeräte. Dabei werden Altgeräte aber nicht nur gesammelt. „Die Aktion informiert über Menschenrechtsverletzungen bei der Produktion von Handys sowie über Auswirkungen des Rohstoffabbaus“, betont Johanna Schäfer. Die Bildungsreferentin beim Amt für MÖWe der Evangelischen Kirche von Westfalen koordiniert die Handyaktion NRW. Mit dem neuen Spiel- und Begleitmaterial könne das Thema noch stärker in der Jugendarbeit verankert werden.

„MineHandy“ eigne sich vor allem für den Einsatz in der offenen Jugendarbeit. „Minecraft-begeisterten Jugendlichen eröffnen sich auf diese Weise Zugänge zu Themen, mit denen sie sich sonst weniger auseinandersetzen würden“, ist sich Tobias Thiel sicher. In der Projektarbeit bei der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt hat er vielfältige Erfahrungen beim Einsatz von Minecraft in der politischen Jugendbildung gesammelt.

 

Spiel und Begleitheft zum Download: www.handyaktion-nrw.de/minehandy

 

Ansprechperson: Johanna Schäfer, johanna.schaefer@moewe-westfalen.de, Tel.: 0231 5409-76

 

Text: Dirk Johnen, Pressestelle MÖWe