Aktuelles aus dem Kirchenkreis

Donnerstag 01. Februar 2018 | Alter: 18 Tage

Engagement lohnt sich! - Studie besagt: "Religiöse Akteure sind in Klimapolitik erfolgreich"

Kategorie: alle Nachrichten


Prof. Dr. Katharina Glaab berichtete im Rahmen des Exzellenzclusters über "Religion und Nachhaltigkeit". Foto: Martin Zaune/Exzellenzcluster Religion und Politik.

Sollen sich Kirchen im Klimaschutz engagieren? Ist das nicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein? Nach politikwissenschaftlichen Studien können Aktive im kirchlichen Klimaschutz sich freuen: In der internationalen Klimapolitik gewinnen religiöse Gruppen und Organisationen zunehmend an Einfluss.

»Sie haben sich etwa bei den UN-Klimakonferenzen als Akteure unter den Nichtregierungsorganisationen etabliert und werden als eine Macht ernst genommen, die in vielen Ländern, nicht zuletzt durch hohe Mitgliederzahlen, umweltpolitische Prozesse effektiv anstoßen können«, so die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Katharina Glaab von der Norwegischen Universität für Umwelt- und Biowissenschaften (NMBU). Am Exzellenzcluster »Religion und Politik« in Münster berichtete sie Mitte Januar über ihre Studien zu »Religion und Nachhaltigkeit«.

Christliche Organisationen wie »Brot für die Welt« oder der Vatikan, aber auch buddhistische, muslimische und interreligiöse Gruppen, brächten dabei vor allem ethische Dimensionen und Gerechtigkeitskriterien in klimapolitische Verfahren ein. Auch in der Evangelischen Kirche von Westfalen sind Umwelt- und Klimaschutz schon seit Jahren ein Schwerpunktthema und Teil des gesellschaftspolitischen Auftrags.

Kirche findet Gehör

»Internationale Umweltpolitiker beziehen religiöse Akteure zunehmend in die Beratungen ein, weil sie ihnen viel Potenzial für gesellschaftliche Transformationen zuschreiben, ohne die Umweltpolitik nicht mehr möglich ist«, führte Glaab aus. »Sie gehen davon aus, dass Religionen Weltbilder formen können, eine hohe moralische Autorität besitzen, viele Anhänger haben und neben erheblichen Ressourcen auch ein enormes soziales Kapital zur Bildung starker Gemeinschaften haben. Dies schafft enorme Reichweiten, mit denen sich in Politik und Gesellschaften weltweit nachhaltig etwas verändern lässt«, so die Wissenschaftlerin.

Westfälisches Engagement

Zahlreiche Klimaschutzaktionen und Projekte aus der Westfälischen Landeskirche untermauern diese Erkenntnisse:Das Projekt »Zukunft einkaufen« z. B. leistet Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen schon seit zehn Jahren praktische Unterstützung bei der ökofairen Beschaffung und ist im kirchlichen und säkularen Bereich vernetzt.

Auch ganz praktisch konnten zwischen 1990 und 2009 die CO2-Emissionen in der Landeskirche um fast 30 % gesenkt werden. Hierfür ist nicht zuletzt das kirchliche Umweltmanagementsystem »Der Grüne Hahn« verantwortlich, das allein in Westfalen in mehr als 120 Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen etabliert ist.

An der von der Klimaschutzagentur der EKvW initiierten »Klimafasten«-Aktion beteiligen sich inzwischen neun Landeskirchen und ein Bistum und bringen so Klimaschutz und Klimagerechtigkeit im privaten Lebensbereich ins Bewusstsein.

 

Quelle: Pressestelle der EKvW