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Mittwoch 28. März 2018 | Alter: 27 Tage

Jahreslosung inspiriert zu handverzierten Osterkerzen im Klinikum Ibbenbüren

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Das Ökumenische Seelsorgeteam freut sich mit Claudia Keller (2.v.l.) über die Osterkerze (v.l.n.r.:) Pfarrer Jürgen Nass, Sr. Michaela Blochowicz, Diakon Manfred Liesbrock und Pfarrerin Monika Altekrüger.

Ibbenbüren. Symbolreich, bunt und mit edlem Glanzgold verziert, strahlen die neuen Osterkerzen für die beiden Kapellen im Klinikum Ibbenbüren. Die Osterkerzen sollen für die Kranken und die Besucher der Orte der Ruhe und Stille eine Einladung sein zum Meditieren, zum Hoffnung schöpfen und zum Trost.

„Osterkerzen sind das zentrale Symbol für den auferstandenen und wiederkommenden Christus. Wenn die Osterkerze in der Osternacht angezündet wird, ist das ein Zeichen dafür, dass der Tod vor dem Leben, und die Finsternis vor dem Licht weichen muss“, sagt die Kerzenkünstlerin Claudia Keller und dreht dabei den Wachsgoldstreifen zu einem Buchstaben auf die Kerze. "Aus dem Stern, der über dem Stall von Bethlehem leuchtete, wird in der Osternacht das Licht der ganzen Welt, jener wahre Morgenstern, der in Ewigkeit nicht untergeht. Jesus Christus überwindet durch seine Liebe den Tod; er erleuchtet jeden Winkel dieser Welt; selbst die Welt des Todes ist nicht mehr finster – wo Licht hineinstrahlt, weicht die Dunkelheit und das Licht des Auferstandenen erhellt unseren Alltag“.

In gut 20 Stunden Arbeitszeit erstellte die Mettingerin die Osterkerzen für die Kapellen im „St. Elisabeth Hospital“ sowie im „Von Bodelschwingh Krankenhaus“ im Klinikum Ibbenbüren. Doch die beiden Lichtträger in den Einrichtungen der Mathias-Stiftung sind mehr: "Die Kerzen basieren auf drei Säulen und sind das ganze Jahr über zentraler Blickpunkt in unseren Kapellen", berichten die Seelsorger Sr. Michaela Blochowicz, Diakon Manfred Liesbrock, der ev. Pfarrer Jürgen Nass sowie die ev. Pfarrerin Monika Altekrüger aus dem ökumenischen Krankenhausseelsorgeteam. Neben dem Ostersymbol finden in jedem Jahr die Kranken und auch das Jahresthema der Krankenhausseelsorge in den Ibbenbürener Einrichtungen einen Platz auf der Kerze.

„Als vor gut sechs Jahren die Idee aufkam, die Osterkerzen von Claudia Keller gestalten zu lassen, haben wir uns im Seelsorgeteam darauf geeinigt, die Kerzen jeweils in Anlehnung an die evangelische Jahreslosung anfertigen zu lassen“, berichtet der evangelische Krankenhauspfarrer Jürgen Nass. Die Jahreslosung, die ein Teil der gestalteten Kerzen ist, ist in jedem Jahr das Leitthema der ökumenischen Seelsorge in der Krankenhausseelsorge in Ibbenbüren und wird zu verschiedenen Gottesdiensten wie zum Jahresanfang immer wieder aufgegriffen.

Claudia Keller ließ so in den vergangenen Jahren, aus flüssigem Wachs und aus den verschiedenfarbigen Wachsstreifen und Wachsplatten, die Kunstwerke auf den beiden Kerzenrohlingen entstehen. „Da die beiden Kerzen sehr unterschiedlich groß sind, die eine hat nur eine Höhe von 60 Zentimetern und einen Durchmesser von acht Zentimetern und die zweite Kerze ist mit einem Meter und neun Zentimetern im Durchmesser wesentlich größer, gilt es schon von Beginn an in zwei Größen zu denken“, so die 44-Jährige. Gut zwei bis drei Monate dauert der Entstehungsprozess. Am Anfang steht dabei für die Theologin immer die Bibelarbeit, die Auseinandersetzung mit der Jahreslosung. In diesem Jahr aus der Offenbarung des Johannes aus dem Kapitel 21 den Vers 6. Gott spricht: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ Dann Brainstorming, Ideen sammeln, was passt zur Jahreslosung, was zur Osterkerze und was zur Krankenhausseelsorge und wie ist es unter einen Hut zu bekommen? Für die einstige pastorale Mitarbeiterin des Bistums Münsters passt die Bibelstelle perfekt zur Krankenhausseelsorge. „Wir sind eingeladen, wenn uns dürstet, von der Quelle des Lebens zu trinken. Denn jede Krankheitsphase des Lebens, jeder Krankenhausaufenthalt und sicherlich der Türwechsel von der irdischen Seite des Lebens ins himmlische Jerusalem ist für die Kranken sowie für die Angehörigen eine Herausforderung, eine Durststrecke eben“, so die Künstlerin. Doch die Textstelle gibt den Ausblick auf Hilfe und Hoffnung. Selbst inmitten einer Durststrecke ist die Quelle des Lebens nicht weit. Die Menschen sind eingeladen, umsonst von der Quelle des Lebens zu trinken, ganz umsonst.

Auf jeder Osterkerze gibt es zentral ein Kreuz und die kleinen fünf Wundmahle. „Das Kreuz erinnert daran, dass Jesus Christus durch sein Sterben am Kreuz und seine Auferstehung und Wiederkunft die Adamssünde und den Tod besiegt hat. Es ist Symbol der Erlösung und der Hoffnung. Wie es im ersten Brief an die Korinther steht, dürfen mit ihm alle Christen auf die Auferstehung hoffen“, beschreibt Claudia Keller die Symbolik. In diesem Jahr erstrahlt der Kreuzscheitelpunkt im strahlenden Gelb und wandelt sich in Regenbogenfarben über Orange, Rot und Violett in tiefes Blau. Aus dem Kreuz bricht die Quelle des lebendigen Wassers hervor. Das Wasser des Lebens ist Christus selbst. Das Wasser wird zum strömenden Fluss, aus dem zwei Hände das Wasser des Lebens schöpfen und davon trinken. „Die Person, die vom Glaubenswasser trinkt, ist nur in der Kontur in Blautönen dargestellt, damit jeder Betrachter sich selbst oder seinen Nächsten in dieses Bild projizieren kann“, erzählt die Künstlerin. Der Fluss endet in einem großen steinernen Becken, dem Taufbrunnen.

Denn jeder Christ darf mit seiner Taufe zum ersten Mal von der Quelle des lebendigen Wassers trinken. Das Taufbecken dekorierte die Künstlerin mit einem weiteren Symbol, dem Fisch. Der Fisch, griechisch „ICHTHYS", ist eins der ältesten Symbole für Jesus Christus und zugleich geheimes Erkennungszeichen der ersten Christen. Zentral verbunden mit dem Sakrament der Taufe wirft die Kerze schon den Blick auf das Pfingstfest. Aus dem Kreuzmittelpunkt kommt kopfüber die Taube als Symbol für den Heiligen Geist und des Friedens hernieder. Schon bei der Taufe Jesu schickte Gott dem Volk die Taube als Zeichen des Heiligen Geistes. Zudem ist das 21. und 22. Kapitel der Offenbarung des Johannes, aus dem die Jahreslosung kommt, der Schluss der ganzen Bibel mit dem prophetischen Ausblick auf das Ziel biblischer Hoffnung. Daran erinnern die Buchstaben A und O, Alpha und Omega, Anfang und Ende, der Name, den der erhöhte, wiederkommende Christus sich selbst gibt, sein krönendes ICH-BIN-Wort im Zielkapitel der Offenbarung. Dazu kommt die Jahreszahl 2018 in einer Banderole um die Kerze herum.

Passend zur Jahreslosung gibt es seit vielen Jahren in der Kapelle des Bodelschwingh Krankenhauses einen sprudelnden Brunnen, in dessen Arrangement sich die Osterkerze einbringt. So bekommt die Osterkerze eine doppelte Bedeutung, denn jeder Besucher der Kapelle kann direkt vor Ort zum Brunnen, zur Quelle des Lebens gehen. In der Kapelle im Elisabeth-Hospital gibt es ebenfalls einen sprudelnden Wasserbrunnen einige Meter von der Osterkerze entfernt, die im Altarraum steht. Symbolisch für alle Besuche der Kapelle, für die Kranken, die Angestellten und Besucher eilen auf der Kerze drei dürstende Personen von der rechten Seite hin zur Quelle. „Ich habe die Personen nur sehr schemenhaft dargestellt, damit sich jeder angesprochen fühlt, zur Quelle, zu Christus zu gehen und seinen Durst nach Liebe, nach Hoffnung und Zuversicht zu stillen“, so Claudia Keller. Sie lädt alle Interessierten zur Wortgottesfeier am 13. Mai um 9 Uhr in die Krankenhauskapelle im St. Elisabeth-Hospital ein, in der sie über die Osterkerze predigen wird.

 

Text: Claudia Keller