Aktuelles aus dem Kirchenkreis

Donnerstag 11. Februar 2016 | Alter: 110 Tage

Ökumenischer Gottesdienst in der Winterlicht-Ausstellung von Gudrun Barenbrock

Kategorie: alle Nachrichten
Von: Elvira Meisel-Kemper

Die Winterlicht-Ausstellung „Gewächshaus für Bilder“ von Gudrun Barenbrock im Westflügel des DA Kunsthauses Kloster Gravenhorst bot genügend Material, um auch Theologen eine neue Sichtweise auf die Welt zu ermöglichen. Anlass war der fünfte ökumenische Gottesdienst in der Ausstellungsreihe der Winterlichter mit rund 200 Besuchern.



Künstlerin Gudrun Barenbrock erläutert Superintendent André Ost ihre Kunst, die im Kloster Gravenhorst anschaulich präsentiert wurde. Foto: Meisel-Kemper

Pfarrer Christoph Winkeler, katholische Pfarrgemeinde St. Reinhildis Hörstel, Pfarrer Prof. Dr. Norbert Ammermann, Kulturbeauftragter des Evangelischen Kirchenkreises Tecklenburg, und Pfarrer André Ost, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Tecklenburg, gestalteten den Gottesdienst. Julia Vogel, Gesangspädagogin aus Osnabrück, interpretierte die Lieder passend zur Ausstellung, darunter „Geboren um zu leben“ der Gruppe Unheilig und Dietrich Bonhoeffers Text „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, vertont 1970 von Siegfried Fietz.

Mich hat die Ausstellung inspiriert, im Hier und Jetzt zu leben. Dazu haben sie mich ermutigt und damit eine Tür zu Gott geöffnet“, interpretierte Winkeler seine Gefühle in der flackernden Installation. „Frau Barenbrocks Gewächshaus verwandelt die Architektur in lebendige Formen“, markierte Ost seine Eindrücke. Ammermann verglich die Projektionen mit dem Spiegel, den Paulus als Synonym für Jesus Christus im 1. Korintherbrief 13, 11-12, heranzog: „Ein Spiegel zeigt uns einen gebrochenen Blick auf die Wahrheit.“ Auch in dem anschließenden Künstlergespräch mit den drei Geistlichen, der Künstlerin Barenbrock, Kunsthausleiterin Gerd Andersen und Dr. Jörg Biesler als Moderator bezogen die Anwesenden klare Positionen. „Ich habe nur das wiedergegeben, was die Ausstellung in mir machte“, so Winkeler. Für Ammermann bot die Ausstellung die Chance, etwas Neues zu entdecken. „Wir sind mehr auf das Wort konzentriert. Lichtkunst hilft auch unseren spirituellen Gedanken auf die Sprünge“, so Ost. Andersen lobte ihre Mitarbeiter, die sich bei der Bestuhlung „Gedanken um die Kunst“ gemacht haben.

Barenbrock hob hervor, dass sie nur eigene Bilder verwendet hat, die sie am Computer zusammenstellte. „Das sind keine Filme, sondern Fotos“, so die Künstlerin. Immer wieder auftauchende Quadrate seien Gitterroste aus dem Kölner Hafen. Menschen und Architekturen habe sie in Köln eingefangen, in dem sie ein Erwachsenendreirad mit installierter Kamera durch die Stadt im Schneckentempo geschoben habe. „Sie glauben nicht, wie oft ich gefragt wurde, ob ich Hilfe bräuchte“, gestand sie lachend.