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Dienstag 23. Februar 2016 | Alter: 130 Tage

Flüchtlingen Gesicht und Stimme geben

Kategorie: alle Nachrichten
Von: Karlfried Petri (EKvW)


Eindrucksvolle Interviews und Gesichter führten zu einer aussagekräftigen Roll-up Gestaltung. Zur Projektgruppe gehören (von links) Katharina Rössel, Jan Baptista Sam Kolie, Moussa Diarra, Abdul Loulidi und Dietrich Hoof-Greve. Nicht im Bild: Renate Helm. Foto: Karlfried Petri

Ein halbes Jahr lang haben Ehrenamtliche und Hauptamtliche der Evangelischen Studierendengemeinde Siegen (ESG) unter der Leitung von Pfarrer Dietrich Hoof-Greve an einer Wanderausstellung zum Thema Flüchtlinge gearbeitet.

Etliche Geflüchtete und Studierende waren bereit, ihr Gesicht für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen. 16 junge Menschen aus neun Nationen kommen auf den insgesamt elf Roll-ups zu Wort. Die einen leben schon länger in Deutschland, studieren oder promovieren – die anderen sind vor Krieg und Terror hierher geflohen.

Zu ihnen gehört Abdul Loulidi (26 Jahre) aus Marokko. Er zeigt sein Gesicht, um zu zeigen, dass er angefangen hat, sich zu integrieren. Dabei sieht er sich auf dem richtigen Weg und bedankt sich bei allen, die ihn bis hierher unterstützt haben. Ähnlich sieht es Jan Baptista Sam Kolie (33 Jahre) aus Guinea: „Es braucht Menschen, die uns helfen. Wir brauchen Unterstützung.“ Er hofft, in Deutschland eine Berufsausbildung machen zu können.

»Hand in Hand«

Moussa Diarra (19 Jahre) aus Mali kannte niemanden in Deutschland, als er hierher kam. Durch das Projekt »Hand in Hand« der Evangelischen Studierendengemeinde in Siegen hat er Kontakte zu Menschen knüpfen können, die in einer ähnlichen Situation sind wie er. Alle drei besuchen den Deutschkurs der ESG bei Katharina Rössel.

Über Facebook hat Katharina Rössel von dem Projekt erfahren und war sofort begeistert von der Idee. Die 21-jährige ist Studentische Hilfskraft und hat sich als Deutschlehrerin eingebracht. Rössel: »Das Projekt gibt jungen Menschen ein Gesicht. Es sind junge Menschen so wie ich. Während der Projektarbeit merkten wir, dass wir zusammengehören. Auch wenn die Sprachkenntnisse noch zu wünschen übrig lassen, man versteht einander. Wir haben gemeinsam gekocht, Weihnachten gefeiert und Ausflüge unternommen.«

Ein Flyer mit Erklärungen

Ein Flyer mit Erklärungen zur Ausstellung wird in Kürze fertig. Deutlich wurde, dass die Wünsche von jungen Menschen, die eine Flucht überstanden haben und von Studierenden an der Universität Siegen ähnlich sind.  ESG-Mitarbeiterin Renate Helm: »Den Geflüchteten fällt es noch schwer, einen Blick nach vorne zu werfen. Sie sind in ihren Gedanken bei ihren Familien, bei denen, die sie zurücklassen mussten. Was wird aus denen?«

Die nächsten Stationen der Ausstellung stehen bereits fest. Demnach wird die Ausstellung beim Weite wirkt Festival vom 6. bis 8. Mai im Gerry-Weber-Stadion (Halle/Westfalen) zu sehen sein. Die Wanderausstellung ist im Rahmen des Bundesprogramms »Demokratie leben!« ̶  Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit entstanden. Gefördert wurde sie von der Stadt Siegen sowie dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Kostenfreie Ausleihe möglich

Kirchengemeinden, Schulen, Behörden oder Vereine können sich die Ausstellung kostenfrei ausleihen. Die elf Roll-ups lassen sich in zwei transportable Pakete verstauen und mit den 10 Voting-Boxen in einem Pkw-Kofferraum transportieren. Entliehen werden kann die Ausstellung bei Pfarrer Dietrich Hoof-Greve, Telefon 0271 74111995. Weitere Infos: www.esg-siegen.de. (kp)