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Montag 21. März 2016 | Alter: 65 Tage

Sprachfähig werden, um über den Glauben zu reden

Kategorie: alle Nachrichten


Die Beteiligten des Workshops setzten sich engagiert mit den Inhalten auseinander. Im Bild ganz links: Beate Heßler.

„Wir müssen wieder lernen, sprachfähig zu werden, und über unseren eigenen Glauben mit Anderen ins Gespräch kommen“ so einer der Beteiligten beim Workshop „Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt“ im Ev. Gemeindehaus Lotte. Christen falle es oft schwer, über Glaubenserfahrungen zu sprechen. Dies werde im Gespräch mit Menschen anderer Religionen immer wichtiger. Im Rahmen der Theologischen Vortragsreihe „Weite wirkt“ im Ev. Kirchenkreis Tecklenburg stellte Beate Heßler, Pfarrerin im Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Verantwortung das ökumenische Dokument „Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt“ vor. Die Teilnehmenden des Workshops setzten sich engagiert mit den Inhalten auseinander. Das Papier versteht sich als Praxisanleitung für den interreligiösen Dialog und entstand in Zusammenarbeit des Päpstlichen Rats für den Interreligiösen Dialog des Heiligen Stuhls (PCID), dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) und der weltweiten Evangelischen Allianz (WEA). Eine ökumenische Sensation sei es, dass 90 % der weltweiten Christenheit mit den Grundaussagen übereinstimmen. Das relativ kurze Dokument (1500 Worte) beschreibt die sieben Grundlagen des Missionsverständnisses, enthält zwölf Prinzipien als Richtlinie der Mission und schließt mit sechs Empfehlungen zur Weiterarbeit.

„Mission gehört ursächlich zur Kirche“, so Beate Heßler. „Wenn die Kirche nicht mehr missionarisch wirkt, ist sie keine Kirche mehr“. Kernaussagen des Dokuments besagen, dass Christen Verantwortung dafür tragen, in Gottes Liebe zu handeln, Jesus Christus nachzuahmen und Nächstenliebe, Mitgefühl und Demut ihr Leben bestimmen sollten. Sie sind dazu berufen, gerecht zu handeln, Anderen zu dienen, verantwortungsvoll mit Heilungsdiensten umzugehen und Gewalt abzulehnen. „Ein wichtiger Faktor ist die Glaubens- und Religionsfreiheit“ so die Referentin. Überall dort wo religiöse Verfolgung stattfinde, hätten Christinnen und Christen den Auftrag, dies anzuprangern. Hier spielen der gegenseitige Respekt und die Solidarität eine wichtige Rolle. Es ginge darum, mit allen Menschen kultursensibel zusammen zu arbeiten. Jeder und jede sollte sich davor in Acht nehmen, Anderen seine/ihre eigenen spezifischen kulturellen Ausdrucksformen aufzuzwingen. Das Zuhören, so die Theologin, sei die Voraussetzung dafür, den Glauben und die Glaubenspraxis Anderer kennen zu lernen und zu verstehen. Christen, so Beate Heßler abschließend, seien dazu aufgerufen, mit Anderen auf eine gemeinsame Vision und Praxis interreligiöser Beziehungen hinzuarbeiten.