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Montag 07. November 2016 | Alter: 285 Tage

Reinhold Hemker plädiert für soziale Gerechtigkeit und Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts

Kategorie: alle Nachrichten


Reinhold Hemker referierte im Dietrich - Bonhoeffer-Haus.

WESTERKAPPELN. „Was können wir tun?“ fragte Adelheid Zühlsdorf-Maeder von der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Tecklenburg mit Blick auf die nicht abreißenden Flüchtlingsströme, deren Ursache weit in die Geschichte und Entwicklungspolitik zurückreiche. Die Westerkappelner Pastorin war froh, mit dem Theologen und Politiker Dr. Reinhold Hemker einen Mann an ihrer Seite zu haben, der sich seit Jahrzehnten für internationale Solidarität und nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit engagiert und den in der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe Aktiven die Hintergründe der Fluchtursachen erläuterte.

„Die Praxis organisieren und Kreditvorgaben auf Augenhöhe machen“, machte Hemker während der Fortbildung Anfang November im Dietrich-Bonhoeffer-Haus nachdrücklich klar, dass der Westen sich nicht mit Spenden und der Unterstützung von Patenkindern von der Verantwortung in den armen Ländern freikaufen könne.

Der 72-Jährige wünscht sich in Anlehnung an den Bautzener Appell eine Petition, in der die Menschen vor Ort die Bekämpfung der Fluchtursachen wie Krieg, Hunger und Verfolgung durch die Politik einforderten. „Die Menschen können sich gar nicht weiterentwickeln und ihre Bedürfnisse befriedigen“, ist der Theologe und Politiker überzeugt. Er fragt, wie es sein könne, dass ein Kilo Bananen in Deutschland nur einen Euro koste, und bricht eine Lanze für Fairness im Umgang miteinander, soziale Gerechtigkeit und Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts.

Hemker möchte, dass Projekte wie die kommunale Entwicklungspartnerschaft zwischen Westerkappeln und der Gemeinde Khorixas in Namibia gelebt werden und in aller Munde sind. Seit Jahren ist der Rheinenser unermüdlich als Brückenbauer zwischen den Kontinenten im Einsatz und schreibt sich die Einhaltung der Devise "Global denken, lokal handeln" und die Verankerung von Entwicklungsprogrammen vor Ort auf die Fahne. Hinter das Geschehen schauen und die Welt im Auge behalten möchte auch Pastorin Adelheid Zühlsdorf-Maeder, die die Fortbildungsreihe für die evangelische Erwachsenenbildung geplant hat. Für das kommende Jahr kündigte sie eine Fortsetzung der Fortbildungsreihe für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe an.

Text und Foto: Dietlind Ellerich