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Begegnungen - SommerFerienGottesdienst in Laggenbeck

Im vergangenen Jahr waren die „SommerFerienGottesdienste“ der evangelischen Gemeinde Ibbenbüren ein voller Erfolg. Daher wurde beschlossen, diese Art der besonderen Zentralgottesdienste, die zumeist an ungewöhnlichen Orten unter freiem Himmel ausgerichtet wurden, auch in diesem Jahr anzubieten. Den Anfang machte am zweiten Feriensonntag die Johanneskirche in Laggenbeck.

Nachdem im vergangenen Jahr das Wetter einen Strich durch den geplanten Open-Air-Gottesdienst auf der Wiese vor der Kirche gemacht hatte, verlief in diesem Jahr alles nach Plan: Bänke und Stühle boten den zahlreichen Besuchern aus allen Pfarrbezirken Platz; der Posaunenchor der Johanneskirche sorgte für die musikalische Begleitung, und ein kleiner Altar mit üppigem Blumenschmuck durfte natürlich auch nicht fehlen.

„Begegnungen“ lautete das Thema des Gottesdienstes, und diese gingen weit über den Austausch über die Pfarrbezirksgrenzen hinaus: Als Predigttext hatte sich Pfarrerin Irmtraud Rickert die biblische Erzählung von der Heilung des Aussätzigen ausgesucht. Dieser begegnete Jesus – und fand den Mut, jenen anzusprechen und um Hilfe zu bitten. Er sei „keiner, den man bei sich haben will“, beschreibt Irmtraud Rickert den von seiner Krankheit gezeichneten, aber jemand, der darauf vertraut, Gott an seiner Seite zu haben. So nimmt er Kontakt auf: „Das ist nicht nur unüblich, das ist auch mutig.“ Doch genau diese Art Mut fehlt auch heute den meisten Menschen, obwohl sie dringend Hilfe gebrauchen könnten. Ein Patentrezept hatte die Pfarrerin da aber auch nicht zu bieten, sondern den Rat, sich ein Herz zu fassen bzw. offenen Blickes zu sein für die Nöte seiner Mitmenschen.

Schließlich ist die Kontaktaufnahme zu anderen Menschen nicht gerade leicht, und aus den wenigsten Kontakten erwächst letztlich eine echte Beziehung. Das zeigte auch die Geschichte „Troll spielen“ von Wolfram Hänel, die Silas Landwehr von der „Rabatz-Theaterwerkstatt“ im Rahmen des Gottesdienstes großartig in Szene setzte. Mangels echter Beziehungen schafft sich da Einer mithilfe einer alten Socke einen Troll, doch entwickelt diese schnell ein Eigenleben. Dies macht die Fortführung der Beziehung geradezu unmöglich.

„Aber wir sind ja nicht auf der Suche nach Trollen, sondern nach ganz normalen Menschen, mit denen wir zusammenleben können“, beschreibt es Irmtraud Rickert. Zusammenleben, das klappt dann in der zweiten Geschichte, „Solo“ von Stefan Vogel“, ebenfalls von Silas Landwehr mitreißend gespielt. Obwohl am Anfang scheinbar aussichtslos, finden sich zwei Menschen, die füreinander bestimmt sind; eine Geschichte, die Mut macht und dazu auffordert, nicht aufzugeben, sondern auch mal für seine Bedürfnisse zu kämpfen.

Vielleicht, so die Hoffnung der Pfarrerin, gelingt es ja auch, sich über Alters- und Pfarrbezirksgrenzen hinweg zu öffnen. Das rege Interesse aus den anderen Pfarrbezirken, das sich in einer beachtlichen Besucherzahl zeigte, spricht dafür, dass die Menschen durchaus an neuen Kontakten interessiert sind. Und die lassen sich am besten bei einem Kaffee oder einem kühlen Getränk und einer leckeren Bratwurst knüpfen. Daher hatten Ehrenamtliche aus dem Johannesbezirk kleine Stände aufgebaut, an denen für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt wurde - und viele Besucher nutzten die Gelegenheit, noch auf einen kurzen - oder auch längeren - Plausch zu verweilen.                 

Text: Claudia Ludewig

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