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„Das Ende einer Ära“ - Pfarrerin Kerstin Hemker als Schulreferentin aus den Kirchenkreisen Tecklenburg und Steinfurt-Coesfeld-Borken verabschiedet

Die Verabschiedung von Schulreferentin Kerstin Hemker am vergangenen Freitag in der Burgsteinfurter Großen Kirche war keine gewöhnliche Veranstaltung. Acht gesprochene und gesungene Grußworte waren angekündigt, dazu Klezmer- und Jazzmusik sowie ein Stabtanz von SchülerInnen der Lengericher Schule in der Widum. Stimmung kam auf, als fünf Jugendliche aus Simbabwe, die derzeit den Ev. Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken besuchen, mit dem Lied „Rakanaka“ die rund 160 Festgäste in den Kirchenbänken zum Tanzen brachten.

Viel Aktion, viel Wirbel – das passte gut zu der umtriebigen Pfarrerin, die in den vergangenen 18 Jahren das Amt der Schulreferentin der beiden Ev. Kirchenkreise Tecklenburg und Steinfurt-Coesfeld-Borken mit großem Engagement und viel Herzblut ausgefüllt hat, wie ihr von mehreren Rednern bescheinigt wurde.

„Die 18 Jahre deines Dienstes als unsere Schulreferentin waren für unsere beiden Kirchen-kreise ein Geschenk“, machte Superintendent Joachim Anicker in seiner Ansprache deut-lich. „Du hast uns gut getan – mit Deinem weiten Blick in die Welt, mit Deinem profunden theologischen und kulturellen Wissen, mit Deiner Lust, Menschen zu begeistern, mit Deiner Freude an Begegnung und Beteiligung“. – „Eine Ära geht heute zu Ende“, bekannte Super-intendent André Ost nicht ohne Wehmut. „Es war dir immer eine Herzensangelegenheit, Kirche in die Schulen zu bringen. Wir danken dir für alles, was du uns Gutes getan hast.“

Als Schulreferentin war Kerstin Hemker Ansprechperson für über 400 Schulen in den beiden Kirchenkreisen, zudem begleitete sie die kirchlichen Lehrkräfte und bot gemeinsam mit dem Schulreferat des Kirchenkreises Münster ein vielseitiges Fort- und Weiterbildungsprogramm für Lehrerinnen und Lehrer im Fach Ev. Religionslehre an.

Ihre Liebe zu Afrika brachte sie dabei voll in ihre Arbeit ein und nutzte dafür die kreiskirchliche Partnerschaft des E. Kirchenkreises Tecklenburg mit dem Kirchenkreis Otjiwarongo in Namibia ein. Im Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken initiierte sie die Partnerschaft mit der Ev.-Luth. Kirche von Simbabwe.

Ihre Abschiedspredigt hielt die scheidende Schulreferentin zu ihrem biblischen Leitwort „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit!“ (2. Tim. 1,7). Ausgehend von dem Sprichwort „sich in sein Schneckenhaus zurückziehen“ gestand sie zu, Rückzug sei manchmal notwendig, um Ruhe und Kraft zu tanken. Problematisch werde es aber, wenn Menschen sich vom Leben zurückzögen aus Angst vor der Zukunft, so Hemker. „Glaube bedeutet nicht, keine Angst mehr zu haben oder diese Angst zu unterdrücken. Glaube kann die Angst verändern und Zuversicht geben, dass ich voller Hoffnung in dieser Welt etwas gestalten kann.“ Es gebe sicher manches auszusetzen am „System Kirche“, so Hemker, „aber es würde etwas Wesentliches fehlen, wenn es sie nicht gäbe. Denn dort finde ich Menschen, die von der gleichen Hoffnung für diese Welt getragen sind.“

Im Anschluss an den Gottesdienst und nach zahlreichen Grußworten – u.a. von der Schul-amtsdirektorin Barbara Becker, dem emeritierten Theologieprofessor Dr. Karl-Wilhelm Dahm und Bernhard Ossege als Vertreter des Bistums Münster – klang die Feier bei Gesprächen und Austausch vieler Weggefährten der scheidenden Pfarrerin hinter dem Lettner der Großen Kirche aus.

Die Nachfolge im Schulreferat tritt nach einer Vakanzzeit am 1. Februar 2019 Pfarrer Dr. Thorsten Jacobi an.

Text: Maleen Knorr

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