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Ev. Kirche in Ladbergen ist ein Original - Hans Werner Schneider predigt am Tag des offenen Denkmals in Ladbergen

„Eure Kirche ist ein Original! Ich denke, ihr könnt stolz drauf sein“ meinte Hans Werner Schneider, Superintendent i.R., am Tag des offenen Denkmals in der gut besuchten Ev. Kirche in Ladbergen. Die Kirche gehöre zu Ladbergens Geschichte. Sie sei vor sechs Generationen erbaut worden, viele Menschen seien hier getauft, getraut und beerdigt worden.

1854 wurde der Grundstein gelegt, zwei Jahre später wurde die Kirche eröffnet, so der Vorstandsvorsitzende der Stiftung denkmalwerte Kirchen im Ev. Kirchenkreis Tecklenburg. Etwa einhundert Meter entfernt vom jetzigen Bau habe es eine Vorgängerkirche gegeben. „Im Jahr 1149 wurde Ladbergen zu einem Kirchspiel“ berichtete Schneider. Zum Bau der jetzigen Kirche habe der preußische König Friedrich Wilhelm, VI. Geld gestiftet und konnte so auch über den Baustil entscheiden.

Erbaut wurde die Kirche von Friedrich August Stüler. Er war Vertreter der berühmten Berliner Schinkelschule. Dies, so Schneider, zeige sich an der Symmetrie des Baus, der Rundbogenfenster und der Wände. Man könne daran  das Prinzip der Rhythmisierung deutlich ablesen.  Im Jahr 1892 wurde die einfache Glockenhalterung über dem Westgiebel durch einen Turm ersetzt. Durch eine angesetzte Holzkonstruktion entstand der Turmraum  mit Glockenstuhl und Uhrwerk.

„Wenn die Kirche sprechen könnte würde sie sicher sagen: Schön, dass Sie da sind“ Die Kirche gehöre nicht den Pfarrern oder Presbytern, sie gehöre allen Gemeindegliedern. „Ladet andere Menschen in die Kirche ein“ appellierte er an die Gottesdienstbesucher. Mit der Reformationszeit sei es wichtig geworden, dass die Verkündigung im Mittelpunkt des Gottesdienstes stehe. Das zeige sich in Ladbergen besonders gut, denn hier stünden die Kanzel, der Abendmahlstisch und die Taufschale nah beieinander im Chorraum. „Die Taufschale ist in Ladbergen eine Muschel und hat eine besondere Bedeutung“ berichtete Hans Werner Schneider. Sie sei ein Geschenk des Ladbergener Missionars Heinrich Sundermann. Er brachte sie von der Insel Nias/Indonesien mit. „Diese Taufmuschel macht klar: Jedes Kind wird mit der Taufe in die weltweite Ökumene Jesu Christi aufgenommen“. Schon am Portal würde der Besucher zum Abendmahl eingeladen: dort steht im Glasfenster: „Kommt, es ist alles bereit“. Die Kreuze, die im Chorraum, auf der Turmspitze und im Ostgiebel zu sehen seien, riefen die Menschen dazu auf, an das Zentrum des Glaubens, Jesus Christus zu glauben. Im Hinblick auf den Wochenspruch „All´ Eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für Euch“ sagte er:“ Gott lädt uns ein, mit allen unseren Fragen. Mitten in der Realität des Lebens schenkt er uns Kraft und Energie, an den Sorgen zu arbeiten und das Mögliche zu tun“. Die musikalische Begleitung des Gottesdienstes von Organistin Celia Jehkul und Angelika Möller (Trompete) schaffte einen festlichen Rahmen.   

Die Liturgie im Gottesdienst hatte Pfarrer Ingo Göldner. „Ich habe eine Vision“, meinte er. „Es wäre wunderbar, wenn wir die fünf zurzeit noch geschlossenen Fenster im Chorraum öffnen könnten“. So würde mehr Licht in den Chorraum fallen. Zu den Baumaßnahmen läge jedoch noch keine Genehmigung vor. Beim anschließenden gemütlichen Empfang bei einem stärkenden Teller Suppe dankte er den ehrenamtlichen Kirchwächtern. „Sie sorgen dafür, dass wir die Kirche an fünf Tagen in der Woche jeweils von 14 - 18 Uhr für Besucher öffnen können“, betonte er. Kirchwächter Helmut Landmeyer und seine Mitstreiter berichteten, dass sonntags das Angebot besonders gern genutzt werde. Auch Pilger nähmen diese Möglichkeit gerne wahr.

„Ich kenne die Kirche schon sehr lange“, so Bürgermeister Udo Decker-König in seinem Grußwort. Er wurde hier konfirmiert. „Die Kirche prägt den Ortskern Ladbergens und ist der Mittelpunkt des Ortes“ betonte er. Sie sei als Dorfkirche des 19. Jahrhunderts in ihrer Bauweise einzigartig. Nach dem Imbiss hatten die Besucher die Möglichkeit, den Kirchturm mit Hilfe der örtlichen Feierwehr zu besteigen. Knapp 30 Personen machten sehr interessiert davon Gebrauch.

Die „Stiftung denkmalwerte Kirchen im Ev. Kirchenkreis Tecklenburg“ setzt sich mit Hilfe von Zustiftungen und Spenden für den Erhalt der 21 wertvollen Kirchen im Kirchenkreis ein. Sie nahm den Tag des offenen Denkmals zum Anlass, diese besondere Kirche in den Blickpunkt zu rücken.

Text: Christine Fernkorn

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