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Frieden ist möglich, auch in Palästina - Ausstellung in der Evangelischen Kirche in Lengerich Hohne eröffnet

„Frieden ist möglich, mit uns und durch uns!“, motivierte Pfarrer Dr. Dirk Schinkel aus der Kirchengemeinde Johannes in Rheine, die Zuhörer in seiner Predigt. Während des Gottesdienstes zur Ausstellungseröffnung der Wanderausstellung „Frieden ist möglich, auch in Palästina“ am vergangenen Sonntag, dem Neujahrstag der Juden, in der Evangelischen Kirche in Lengerich Hohne forderte der Pfarrer die Gläubigen auf, den Frieden in ihren Köpfen und in ihrem Herzen entstehen zu lassen. Dazu braucht es eines Verstehens.

Auf 17 Informationstafeln lässt die Ausstellung dem Betrachter den Palästina-Israel-Konflikt durchschaubarer werden. Dabei werden die Probleme in Palästina und Israel unvoreingenommen betrachtet. Geleitet von der Würde aller Menschen und von der Gleichwertigkeit aller Ethnien stellt sich die Ausstellung, die von Elisabeth Gollwitzer aus Nürnberg konzipiert wurde, auf die Seite der Unterdrückten und deckt Unrecht auf.

In vier Schwerpunktthemen zeigen die Roll-Up´s die historischen Hintergründe, die Entwicklung des Palästinakonfliktes und die Zuspitzung der Auseinandersetzung sowie mögliche Perspektiven für einen dauerhaften Frieden in Israel sowie für Palästina auf. Auf der letzten Tafel bringt es Edward Said auf den Punkt: „Die Versöhnung unter Gleichen ist die Voraussetzung für einen dauerhaften Frieden“. Das forderte auch Pfarrer Schinkel in seiner Predigt. Dabei zog er Parallelen zum Sonntagsevangelium. Jesus weint, nachdem er sich über die Situation informiert hat, über sein Volk und über seine Stadt Jerusalem. Aber der Sohn Gottes bleibt nicht in der Trauerrolle, sondern packt an, denn die Umkehr ist die Aktion der Stunde, aus dem Chaos wird Frieden, wird Gebet.

Im Anschluss an den Gottesdienst eröffnete Pfarrer Dr. Reinhold Hemker (Vorsitzender des Ausschusses für gesellschaftliche Verantwortung des Kirchenkreises Tecklenburg) die Ausstellung. Er forderte, dass Palästinenser und Israelis endlich ernsthaft Lösungen zur Konfliktbewältigung finden müssten. Beide Seiten des Konflikts sollten dabei die Feindschaft ad acta legen. Gut 120 Jahre nachdem im Jahr 1897 der Zionistenkongress in Basel stattfand, gibt es in Palästina nahezu ununterbrochen Krieg. Krieg zwischen Heimatsuchenden und Heimatvertriebenen. Beim Zionistenkongress wurde beschlossen, eine neue Heimat für die Juden zu gründen. Man entschied sich letztendlich für Palästina als Heimat der Juden. Doch Frieden ist immer und grundsätzlich möglich, denn es gibt Platz für alle, auch in Palästina.

Schwungvoll begleitete der Hohner Pfarrer Harald Klöpper die Lieder zum Gottesdienst auf seiner Gitarre und traf mit den Song: „Schaff Frieden mein Freund“ den Nerv der Gläubigen.

Passend zur Ausstellung thematisiert die Kirchengemeinde in dieser Woche den Israelisch-Palästinensischen Konflikt mit einem Rahmenprogramm.Jeweils um 19.30 Uhr beginnen die Vorträge: am Mittwoch, 12. September, zum Thema „Antijudaismus in Neuen Testament und Kirchengeschichte“ (mit Pfarrer Harald Klöpper) und am Freitag, 14. September„Der Konflikt zwischen Israel und Palästina in Buch und Medien.“ Die Wanderausstellung ist geöffnet am Donnerstag, 13. September, sowie am Freitag 14. September, jeweils von 15 bis 18 Uhr. Der Besuch der Ausstellung und der Veranstaltungen ist kostenfrei.

Text: Claudia Keller

 

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