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"Vertraut den neuen Wegen" - Leitungswechsel im Ev. Matthäus-Kindergarten in Ibbenbüren

Einen großen Teil ihres bisherigen Lebens hat Elke Hemmer der Erziehung von Kindergartenkindern im Auftrag der evangelischen Kirche gewidmet. Am letzten Septembersonntag wurde sie im Rahmen des Gottesdienstes nach 28 Jahren als Leiterin des evangelischen Matthäuskindergartens in der benachbarten Matthäuskirche feierlich verabschiedet; ganz viele Wegbegleiter, Kinder, Eltern, Ehemalige, Pfadfinder und mehr ließen es sich nicht nehmen, persönlich alles Gute für den Ruhestand zu wünschen.

1969 hatte Elke Hemmer ihr Vorpraktikum zur Kinderpflegerin im evangelischen Pauluskindergarten in Ibbenbüren-Langewiese absolviert. Nach einer weiteren Ausbildung zur Erzieherin arbeitete sie schließlich von 1977 bis 1990 erneut im Pauluskindergarten, um dann 1990 als erste Leiterin in den neu gegründeten Matthäuskindergarten zu wechseln. Mit einer Übergangsgruppe, ab 1991 dann mit zwei Gruppen in den neuen Räumlichkeiten nahm die Einrichtung ihren Betrieb auf, wobei Elke Hemmer stets die Kinder an die erste Stelle setzte. Eine Gruppenleitung war immer für sie reserviert, denn: „Für mich war einfach die Arbeit mit den Kindern das Wichtigste.“

Jetzt muss sich die agile Neu-Ruheständlerin erst einmal an die für sie ungewohnte Situation gewöhnen: „Elke Hemmer muss jetzt nicht mehr, sie darf nur noch“, beschreibt Pfarrer Andreas Finke den neuen Lebensabschnitt. Und mit einem Grinsen setzt er hinzu: „Die wahre Chefin hier im Laden war Elke.“ Schließlich war sie bereits da, als Finke 1991 – in Nachfolge von Pfarrer i. R. Reinhard Paul – sein Amt in der Matthäusgemeinde antrat, und mit viel Energie sorgte sie dafür, dass nicht nur im Kindergarten alles rund lief.

Zur Erinnerung an die Kindergartenzeit gab es von den Kolleginnen einen Koffer, prall gefüllt mit Erinnerungen: Ein Igel soll an Elke Hemmers Auftritt auf der Freilichtbühne in „Peter Igel“ erinnern, das Bilderbuch „Der dicke, fette Pfannkuchen“ an die Aktionen, bei denen die nun ehemalige Leiterin erst vorlas und anschließend zum Pfannkuchen-Backen an den Herd wechselte. Die Kindergartenkinder selbst verabschiedeten sich mit viel Musik, darunter auch Elke Hemmers Lieblingslied „Ich habe einen Kopf.“ Auch gab es von ihnen, von den Elternvertretern überreicht, ein Buch mit Vorschlägen, was man im Ruhestand alles so machen kann. Hemmer selbst will es zunächst ruhig angehen lassen: „Erst mal ein bisschen gucken, wie ich den Alltag gestalten kann“, meint sie und freut sich, ihren Tagesablauf nun frei planen zu können. Einige Dinge werden für sie dann aber doch unbedingt dazugehören: Sie wolle sich ein E-Bike kaufen und Radtouren unternehmen, verrät Elke Hemmer. Außerdem wird sie, als Mitglied des Küsterteams in der Matthäusgemeinde, regelmäßig von ihrem Wohnort in der Stadt den Weg nach Bockraden hinauf antreten – und, da der Kindergarten gleich nebenan liegt, diesen auch des Öfteren besuchen.

Dabei kann sie dann gleich der neuen Kindergartenleiterin bei eventuellen Problemen beratend zur Seite stehen: Seit Anfang August hat sich Simone Malter als Leitungsnachfolge eingearbeitet; mittlerweile hat sie sich gut eingelebt. Sie habe seit mehr als 20 Jahren in verschiedenen evangelischen Kindergärten in Ibbenbüren gearbeitet, erzählt Malter, die zuletzt mit einer halben Leitungsstelle im evangelischen Markuskindergarten in Dörenthe beschäftigt war.

Vieles, was Elke Hemmer seit der Gründung des Matthäuskindergartens aufgebaut hat, will Malter übernehmen, schließlich hat es sich im Verlauf der Jahre bewährt. „Ein bisschen werden wir wohl ändern“, meint die neue Kindergartenleiterin, die dabei aber auf jeden Fall ihr Team einbeziehen will. Eine der Änderungen, die möglicherweise anstehen, ist vielleicht die Erweiterung auf drei Gruppen – der Bedarf in Bockraden ist derzeit nicht nur hoch, sondern sogar auch seit Jahren kontinuierlich steigend.

Bei so viel Abschied und Begrüßung wurde der gewohnte Gottesdienstablauf dann kurzerhand über den Haufen geworfen: „Ich könnte jetzt so richtig ergreifend eine Viertelstunde lang eine Predigt halten“, meinte Pastor Andreas Finke, verzichtete den Kindern zuliebe aber darauf und stimmte stattdessen das Lied „Vertraut den neuen Wegen“ an. Nach dem Gottesdienst gab es dann noch viel Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit der alten und der neuen Kindergartenleitung – bei Imbiss und Getränken vor der Kirche.

Text: Claudia Ludewig

 

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