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40 Jahre Eigenständigkeit - Kirchengemeinde Wersen-Büren feiert

Mit einem Konzert am Freitag, 29. Juni, und einem Gottesdienst am Sonntag, 1. Juli, hat die evangelische Kirchengemeinde Wersen-Büren ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. Zu Gast war auch Superintendent André Ost.

„Die Gemeinde lebt nicht nur von der Arbeit des Pastors, sondern vor allem durch das hohe Engagement ihrer Gemeindemitglieder“, unterstrich Superintendent André Ost in seiner Predigt. Migration war dabei sein zentrales Thema, was wörtlich „Wanderung“ bedeutet. Ost zitierte aus dem Buch Mose von der Berufung Abrahams, dessen Zug nach Kanaan und seinem Vertrauen auf Gott. „Migration ist auch ein Schlüsselbegriff unserer Gesellschaft und Lage“, fuhr er fort. Über die von Migration Betroffenen würde jedoch niemand sprechen. „Wir reden über sie in Zahlen und Statistiken. Und darüber, wie wir sie am besten wieder loswerden“, mahnte Ost.

Auch viele Mitglieder der Gemeinde seien ab den 1950er-Jahren aus Schlesien und Ostpreußen nach Büren migriert. Das Bedürfnis nach einem eigenen Ort, an dem die Menschen ihren Glauben ausleben konnten, wuchs. Zudem kam es im Laufe der Zeit zu Konflikten, die aber lediglich als „Beschleuniger“ gewirkt hätten. „Der eigentliche Motor der Gründung sind Sie als Gemeinde gewesen“, schilderte Ost. Obwohl die Kirchengemeinde Wersen-Büren noch zur Kirchengemeinde Wersen gehörte, wurde 1956 die Friedenskirche gebaut, die bis heute Mittelpunkt und Identität der Mitglieder ist. Am 1. Juli 1978 wurde die Kirchengemeinde Büren dann eigenständig. Mittlerweile sei eine entspannte Nachbarschaft entstanden. Bewegte Zeiten würden hinter der Gemeinde liegen. Die Mitgliederzahlen seien gesunken, heute hat die Gemeinde noch rund 1600. Außerdem ist sie seit 2010 nur noch mit einer halben Pfarrstelle versehen. Beim Blick in die Zukunft helfe aber keine Ängstlichkeit oder Risikoscheu, sondern Ost rief auf, wie Abraham auf das Wort Gottes zu vertrauen.

Seit nunmehr 21 Jahren leitet Pfarrer Jörg Oberbeckmann die Geschicke der Gemeinde. „Ich und meine Frau sind damals herzlich aufgenommen worden“, erinnert er sich. Er erlebe die Gemeinde heute als eine lebendige, die sich stets erneuere, da sie immer wieder Menschen eine neue Heimat biete.

Die Selbstständigkeit der Bürener erachtete er als einen wichtigen Aspekt, so Oberbeckmann. Es gebe natürlich betriebswirtschaftliche Argumente für eine erneute Zusammenlegung mit der Kirchengemeinde Wersen. „Ich denke aber, die Menschen würden sich um ihre Identität betrogen fühlen“, schilderte der Pfarrer. „Wir machen in dieser Frage keinen Druck“, versicherte zudem der Superintendent.

Von der wechselvollen Geschichte der Gemeinde wusste auch Käthe Eberhard zu berichten. Seit rund 60 Jahren ist sie in der Bürener Gemeinde aktiv. „Ich habe schon so viele Ämter gehabt“, lächelt die 84-Jährige. Im Büro der Gemeinde sei es schon manchmal turbulent zugegangen. Wenn zum Beispiel ein Pastor gewechselt und die Stelle vakant gewesen sei, „da musste erst mal geguckt werden, wer am Sonntag predigt“, berichtet sie. Seit mehr als 40 Jahren leitet Eberhardt nun den Seniorenkreis. Pfarrer Jörg Oberbeckmann dankte ihr wie auch allen anderen Ehrenamtlichen für ihr Engagement.

Schon am Freitag, 29. Juni, wurde das 40-jährige Bestehen der Kirchengemeinde Büren beim „Sommernachtstraum“ gefeiert. Zu dem Sommerfest in und um die Friedenskirche erschienen rund 220 Besucher. Um 20 Uhr begann das Konzert. Für die Gestaltung des Programms hatten die Verantwortlichen wieder einiges auf die Beine gestellt. So interpretierten die Kirchenchöre aus Wersen und Büren bekannte weltliche Lieder. Für weitere musikalische Akzente sorgte der Wersener Posaunenchor mit seinem Auftritt. Am Klavier begeisterte Christiane Harig das Publikum, Christina Prelle beeindruckte an der Querflöte. Kult sei mittlerweile zum Abschluss des Konzertes das Lied von Peter Maffay „Und es war Sommer“ war zu erfahren, dass von allen Anwesenden gesungen wurde.

Der Sommernachtstraum wird jedes Jahr im Wechsel in den Kirchengemeinden Wersen und Wersen-Büren ausgetragen.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung, Text: Ulrich Eckseler      

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