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Appell an Kirche und Politik, Brücken des Dialogs zu bauen - Kreissynode beschließt friedensethische Stellungnahme zum Angriffskrieg in der Ukraine

„Wir appellieren an die Verantwortlichen in Politik und Kirche, im Blick auf den Krieg in der Ukraine an diplomatischen Bemühungen festzuhalten, jeden Einstieg in Verhandlungen zu unterstützen und Brücken des Dialogs zu bauen, wo immer das möglich ist“, heißt es in der friedensethischen Stellungnahme, die die Kreissynode des Ev. Kirchenkreises Tecklenburg jetzt im Rahmen ihrer digital durchgeführten Herbsttagung beschlossen hat.

In den Kirchen sollten die Kontakte über den Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) und die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) genutzt werden.

In der Stellungnahme, die von dem Friedensbeauftragten des Kirchenkreises, Pfarrer i.R. Detlef Salomo in Zusammenarbeit mit dem synodalen Ausschuss für Weltverantwortung vorbereitet wurde, heißt es weiter: “Der Kirchenkreis steht für Frieden, gewaltfreie Konfliktlösung und zivile Streitkultur. Spannungen und Konflikte müssen grundsätzlich durch Gespräche und Verhandlungen überwunden werden. Wir sind als Christinnen und Christen entschieden gegen jede Form von Hass und Gewalt.“ In der Stellungnahme verurteilt die Kreissynode die kriegerische Invasion des russischen Militärs in der Ukraine. „Dieser völkerrechtswidrige Angriff ist eine Verletzung von Artikel 2 der UN-Charta, ein eklatanter Verstoß gegen Völker-Menschenrechtsnormen, internationale Verträge und die Vereinbarungen der OSZE.“

Die Synode verurteilt die nationalistische Sichtweise und die imperialistische Grundhaltung, mit der der russische Staatspräsident und die russische Regierung der Ukraine das Existenzrecht absprechen, rücksichtslos Gebiete erobert und selbstherrlich Grenzen verschiebt. Die Zivilbevölkerung werde nicht geschont und humanitäre Grundsätze würden missachtet. „Mit der planmäßigen Zerstörung der Infrastruktur wird das Land in eine humanitäre Katastrophe getrieben“, warnt die Synode. Der Patriarch von Moskau rechtfertige darüber hinaus den Angriffskrieg und missbrauche das Christentum für die imperialen Ansprüche der Diktatur. „Aus unserer eigenen Geschichte haben wir die Verbindung von Glauben und Gewalt als blasphemischem Irrweg erkannt“, unterstreicht die Synode.

„Wir befürchten, dass unbeschreibliche Hungersnöte in den Ländern des Südens ausbrechen, die bislang aus der Kornkammer Ukraine ernährt worden sind“, heißt es in der Stellungnahme weiter. „Wir bedauern, dass die Kampfhandlungen den Klimawandel weiter anheizen“. Die Folgen des Klimawandels seien bereits überall auf der Welt spürbar. Der Krieg verschlinge Gelder und Ressourcen, die dringend in Klimaschutz, Armut und Hungerbekämpfung eingesetzt werden müssten.

Die Kreissynode dankt für die große Hilfsbereitschaft gegenüber den geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainern, die unkomplizierte Aufnahme, die Spenden, die Unterkünfte, die vielen Zeichen der Solidarität und das beharrliche Gebet in den Gemeinden. Abschließend heißt es in der Stellungnahme: “Wir werden nicht nachlassen, uns für den Frieden einzusetzen.“

Den Wortlaut der friedensethischen Stellungnahme finden Sie hier:

https://www.kirchenkreis-tecklenburg.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Friedensethische_Stellungnahme_im_Wortlaut.pdf

 

 

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