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Auf dem Weg zum Familienzentrum - Tecklenburger Kindergärten „Senfkorn“ und der Kneipp-Kindergarten bereiten sich vor

Nordrhein-Westfalen hat sich mit der Einführung der Familienzentren 2007 entschieden, ein besonders Angebot von Kitas für Familien zu schaffen. Mit dem Gütesiegel „Familienzentrum NRW” existiert ein Instrument der Qualitätssicherung, das die Leistungen des Familienzentrums definiert und ihre Realisierung für die Öffentlichkeit sichtbar macht.

Davon profitieren sowohl die Familien als auch Einrichtungen und Träger, die Klarheit darüber bekommen, welche Qualitätsstandards das Familienzentrum erbringt. Das Gütesiegel Familienzentrum ist im Kinderbildungsgesetz NRW (KiBiz) verankert.

Auch die Tecklenburger Kindergärten „Senfkorn“ und der Kneipp-Kindergarten aus dem Kindertagesstätten-Verbund im Kirchenkreis Tecklenburg haben sich dafür entschieden, Familienzentrum werden zu wollen. Den ersten Termin zum Austausch, zur inhaltlichen Vorbereitung des Zertifizierungsprozesses und Terminabsprachen gab es schon:

Am 7. September trafen sich die Einrichtungsleiterinnen Monika Meierotte, (Ev. Kindergarten Senfkorn, Tecklenburg-Ledde) und Jennifer Brand (Ev. Kneipp-Kindergarten Tecklenburg) mit Florian Dudek, Sachgebietsleiter Kindertagesbetreuung/Elterngeld, und André Scheipers, Fachberater (beide Jugendamt im Kreis Steinfurt) sowie Sabine Barelmann im Kindergarten Senfkorn. Sabine Barelmann wird die beiden Kita-Teams in Vorbereitung auf die Zertifi-zierung zum Familienzentrum coachen. Inhalte des Gesprächs waren erste Überlegungen auf dem Weg zur Erarbeitung der Zertifizierung. Beide Einrichtungen planen die ersten Schritte dahin, den Kindergarten Senfkorn und den Kneipp-Kindergarten zu einem Familienzentrum zertifizieren zu lassen.

Öffentlichkeitsreferentin Christine Fernkorn interviewte Monika Meierotte und Jennifer Brand zu diesem Thema

Welche Voraussetzungen muss eine Einrichtung erfüllen, um eine Zertifizierung mit dem Gütesiegel „Familienzentrum“ zu bekommen?

Jennifer Brand: Wir wollen im Raum Tecklenburg einen Ort für alle Familien schaffen, wo sie sich beraten, begleiten und unterstützen lassen können. Um zertifiziert werden zu können, möchten wir ein gemeinsames Konzept entwickeln, um Familien in unterschiedlichen Bereichen mit verschiedenen Aktivitäten und Angeboten zu unterstützen. Wichtige Bereiche für die Zertifizierung zum Familienzentrum sind z.B. Beratung und Unterstützung für Kinder und Familien, Familienbildung und Erziehungspartnerschaft, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, verbindliche Kooperationsstrukturen mit Kooperationspartnern, Qualitäts-sicherung durch Steuerung und Teamentwicklung. Alle diese Themen werden wir gemeinsam mit den Teams bearbeiten und gute Strukturen und eine vielfältige Angebotspalette für Familien ausarbeiten.

Warum möchten Sie beide Einrichtungen gemeinsam zertifizieren lassen?

Monika Meierotte: Wir, der Ev. Kiga „Das Senfkorn“ haben uns vor den Sommerferien mit dem Ev.  Kneipp Kiga Tecklenburg um die Anerkennung und Förderung zum „Verbundfamilienzentrum“ beworben. Wir erfüllten die vom Land vorgegebenen Kriterien bei der Neuausrichtung der Familienzentren und haben den „Zuschlag“ bekommen.

Wir stellten im April einen Antrag, um der Grundvorstellung gerecht zu werden, das Familien- und Verbundzentren auf lokaler Ebene die Knotenpunkte in einem neuen Netzwerk darstellen. Das heißt, dass Familienzentren untereinander Kooperationen und Vereinba-rungen treffen, die Vernetzungen ganzer Förder- und Hilfsangebote für Familien ermög-lichen. Damit Familienzentrum eine Förderung erhalten, müssen verschiedene Kriterien erfüllt werden. Hierbei unterstützt uns Sabine Barelmann, die als Coach, für alle vom Land NRW ausgewählten Familienzentren tätig ist.

Um das Gütesiegel „Familienzentrum NRW“ tragen zu dürfen, muss die Zertifizierung zum Familienzentrum binnen eines Jahres erfolgen. Da wir aber beide kleine Einrichtungen mit je zwei Gruppen sind, haben wir uns gedacht, dass wir ein größeres Spektrum abdecken können, wenn wir uns zusammen zertifizieren lassen. Außerdem kann so die „Arbeit“, die so eine Zertifizierung mit sich bringt, auf vielen Schultern verteilt werden.

Da beide Einrichtungen immer schon eng zusammengearbeitet haben, fanden wir die Idee charmant, jetzt auch finanzielle Unterstützung für ein Verbundfamilienzentrum zu bekommen. Jede Einrichtung hat ihre Stärken und lässt die jeweils andere Einrichtung davon gern profitieren, dass alles zum Wohle der Kinder und Eltern.

Wie lange dauert dieser Prozess üblicherweise?

Jennifer Brand: Der Zertifizierungsprozess wird uns voraussichtlich das gesamte Kindergartenjahr 2021/2022, also bis zum 31. Juli 2022 begleiten.

Aus welchen Gründen haben Ihre Einrichtungen und Teams sich dafür entschieden, sich zertifizieren zu lassen?

Monika Meierotte: Eigentlich war es eher meine Idee. Ich habe diesen Wunsch einmal in einem Mitarbeitenden - Gespräch mit dem Geschäftsführer Arnd Rutenbeck geäußert. Da das „Senfkorn“ bereits zweimal das „Evangelische Gütesiegel Beta“ erhalten hat, lag nun eine neue Herausforderung nahe. Es ist schön, wenn die Kitas sich gemeinsam aufstellen, der Öffentlichkeit präsentieren und dadurch ein breites Angebot für Familien bieten. So entstehen für die Tecklenburger Familien attraktive Angebote. Mit der Idee, ein Verbundfamilienzentrum zu etablieren, wollen wir Familien eine verlässliche Anlaufstelle für Alltagsfragen in Tecklenburg anbieten.

Gibt es auch einen finanziellen Vorteil durch die Zertifizierung?

Jennifer Brand: Es gibt ein Jahresbudget als Verbund-Familienzentrum, dass wir gemeinsam für Aktivitäten und Ausstattung des Familienzentrums nutzen werden. In diesem Jahr steht uns für das Familienzentrum gemeinsam eine Summe von 20.000 € zur Verfügung.

Können Sie sagen wieviel Kitas im Verbund schon Familienzentren sind?

Monika Meierotte: Sieben Einrichtungen im Ev. Kindergartenverbund sind einzelne Familienzentren und wir haben drei und mit uns dann vier Familienverbundzentren gemeinsam mit einem anderen Kindergarten.

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