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„Da geht einem das Herz auf“ - Kirchenkreisweiter Bläserworkshop in Westerkappeln

Endlich wieder Blasmusik! Wenn die rund 70 Musikerinnen und Musiker nicht ihre Trompeten, Posaunen, Tenorhörner und Tuben am Mund gehabt hätten, wäre ihnen wohl dieser Stoßseufzer über die Lippen gekommen. Die lange Corona-bedingte Pause, in der die Bläserinnen und Bläser der Posaunenchöre nicht gemeinsam musizieren konnten, hat viele mürbe gemacht.

Umso wichtiger war den Organisatoren des Workshops für Posaunenchorbläser der Neustart mit den Instrumentalisten aus dem gesamten Kirchenkreis. Nicht nur das gemeinsame Musizieren hatten diese in den vergangenen eineinhalb Jahren vermisst, sondern auch die Gemeinschaft, den Smalltalk, das Getränk in den Probenpausen. „Man kann ja allein zu Hause üben, aber es fehlte das kollegiale Zusammensein, die Akustik in der Kirche und sogar der falsche Ton des Nachbarn“, bringt es Rainer Bröcker aus Ibbenbüren auf den Punkt. Seit Jahrzehnten ist er Mitglied des Westerkappelner Posaunenchors und nun heilfroh über die Gelegenheit, wieder mit den anderen zu spielen.

Als Dozenten am Start waren Ursula-Maria Busch, Leiterin des Blechbläserensembles des Kirchenkreises Tecklenburg, Kreiskantor Christian Schauerte, Michiko Sugizaki, Dozentin an der Musik- und Kunsthochschule Osnabrück sowie Studierende der Detmolder Hochschule für Musik. Die Möglichkeiten des durch Bundesmittel im Rahmen des Programms „Neustart Kultur“ geförderten Workshops waren vielfältig. Im großen Chor, in kleineren Ensembles und im Einzelunterricht holten die Bläser zwischen zwölf und Mitte 70 auch vergessen Geglaubtes aus ihren Blechblasinstrumenten. Unter wechselnder Leitung, wobei die Dozenten sich von einem Raum in den nächsten begaben, damit die Teilnehmer sitzen bleiben konnten.

Mit wie viel Freude sie in der Stadtkirche, dem Dietrich-Bonhoeffer-Haus und im Kindergarten Anne Frank ans Werk gingen, davon konnten sich auch die Passanten überzeugen, die auf dem Kirchplatz unterwegs waren. So viel Musik und Klang hatte es in Westerkappelns Ortsmitte lange nicht mehr gegeben.

Wie das pralle Workshop-Leben in der Runde ankam? „Wunderbar, wenn auch nach der langen Zwangspause etwas ungewohnt“, sei das Miteinander auf engem Raum, waren sich Teilnehmer und Dozenten einig. Dass auf die Einhaltung der Abstandsregel verzichtet werden konnte, war der konsequenten Anwendung der 3G-Regel zu verdanken.

Empfanden einige die Nähe noch zu Beginn als ungewohnt, waren die meisten schon nach kurzer Zeit wieder „drin“, genossen das Spiel ohne Masken über den Trichtern von Posaunen, Trompete und Co. Auch die waren nämlich bei den ersten Proben während der Corona-Zeit notwendig gewesen, um den Ausstoß von Aerosolen zum Schutz der Mitbläser und des Publikums zu reduzieren. „Wenn der Klang wieder da ist, das macht schon etwas mit einem“, versichert Rainer Bröcker. „Da geht einem das Herz auf“, antwortet Ursula-Maria Busch während eines fliegenden Wechsels zwischen den Räumen auf die Frage, wie sie sich im Kreise der Blechbläser und ihrer Musik fühlt.

Im Gepäck hatte die Referentin aus Melle die „Bläsermusik 2021“, ein Notenbuch mit Literatur für Blechbläserensembles, „die die Teilnehmer mit in ihre Posaunenchöre nehmen“, erläutert Busch. Damit es auch in den Kirchengemeinden möglichst bald wieder einen Neustart gibt.

Text: Dietlind Ellerich

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