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„Das schönste Schulfach der Welt“: Der Tecklenburger Lehrer*innentag 2021

Mit diesem Statement eröffnete die Vorsitzende des Pädagogischen Ausschusses im Ev. Kirchenkreis Tecklenburg, Ute Dölemeyer, den diesjährigen Tecklenburger Lehrer*innentag. Traditionsgemäß fand diese zentrale Fortbildungsveranstaltung erneut in der Ev. Jugendbildungsstätte Tecklenburg am Buß- und Bettag statt.

Diesmal begaben sich die Lehrkräfte, darunter auch Lehrer aus dem Ruhrgebiet sowie eine Gruppe von Lehramtsanwärter*innen, auf die Suche nach einem evangelischen Religions­unterricht mit Zukunft. Hilfreiche Anregun­gen erhielten sie dabei von Dr. Anika Loose, Religionspädagogin an der Ruhr-Universität Bochum, sowie von Dr. Caroline Teschmer, Vertretungsprofessorin für Praktische Theologie an der Universität Essen/Duisburg. Nicht erst mit den Folgen der Corona-Pandemie steht der konfessionelle Religionsunterricht unter Rechtfertigungsdruck. Die Zahl der konfessionslosen Schüler*innen steigt, während die Zahl der getauften Schüler*innen sinkt; die Elternhäuser tragen zur christlichen Erziehung immer weniger bei. Demgegenüber ist die Bedeutsamkeit des Religionsunterrichts nicht hoch genug für eine bunter werdende Gesellschaft einzuschätzen. Wenn im Konfessionellen das Einnehmen eines eigenen Standpunktes mitgedacht wird, so wird gerade ein be­kenntnisorientierter Religionsunterricht Schüler*innen auch in Zukunft in die Lage versetzen können, eine eigene, durchdachte Position zu beziehen und damit eine Toleranz- und Dialogfähigkeit im Blick auf Andersglaubende auszubilden.

In Zeiten selbstgerechter Meinungen, vorurteilsbeladener Halbbildung und zunehmender Aggressivität wären das kostbare Kompetenzen, die in einem rein staatlich verordneten Religionskunde-Unterricht nicht in gleicher Weise erworben werden könnten. Der ev. Religionsunterricht wird in der Zukunft positionell, kooperativ und kontextuell sein müssen, denn nicht an allen Orten ist das Umfeld dasselbe, lautete ein Fazit. In vielen Bundesländern hat man sich dazu bereits auf den Weg gemacht und erprobt unterschiedliche Modell­varianten. Im Alltag wünschen sich viele Lehrkräfte erst einmal eine bessere Ausstattung, mehr Zeit und Raum für einen methodisch ansprechenden Unterricht, vor allem mehr Wertschätzung vonseiten der Schulleitungen und der Politik.

Der Tecklenburger Schulreferent Dr. Thorsten Jacobi zeigte sich am Ende erfreut darüber, dass mit Masketragen, Abstandhalten und guter Durchlüftung eine Präsenzveranstaltung möglich war: „Es nahmen umständehalber nicht so viele teil wie in den Vorjahren. Dafür wurde umso reger Gebrauch gemacht von der Möglichkeit des direkten kollegialen Gedankenaustausches. Uns allen hat der Tag sehr gutgetan. Vielen Dank an Frau Bekierz und ihrem Team von der Jubi für die gute organisatorische Unterstützung.“

Text: Dr. Thorsten Jacobi

 

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