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Die 5. Tecklenburger Orgelnacht war ein Erlebnis

Die fünfte Tecklenburger Orgelnacht am 10. September kam bei vielen Kulturfreundinnen und Kulturfreunden bestens an. Es war die erste Auflage nach der Corona-Zwangspause, und alle Gäste und Gastgeber, Musiker und andere Ausführende waren heilfroh, dass das beliebte Format in diesem Jahr wieder live über die Bühne gehen konnte.

Besonders Ulrike Lausberg, Organistin und Projektleiterin, freute sich: „Unglaublich, dass eine solche Orgelnacht wieder möglich ist“, zog sie am Ende eines Abends, den alle in vollen Zügen genossen hatten, Bilanz. Sie stellte fest, dass die digitalen Orgelnacht-Auflagen in den vergangenen beiden Jahren das Präsenz-Erlebnis nicht hätten ersetzen können.

Auch Superintendent André Ost, der die drei Konzerte in der evangelischen Kirche in Lienen, der Matthäus-Kirche in Ibbenbüren und der Tecklenburger Stadtkirche ebenfalls begeistert verfolgte, war überwältigt von der großen Resonanz auf die Orgelnacht, die unter dem Motto „Gott ist Liebe“ stand. Er räumte ein, im Vorfeld skeptisch gewesen zu sein, ob das Publikum nach einer so langen Pause wieder kommen würde, und war umso glücklicher über die vielen Anmeldungen.

85 Frauen und Männer hatten sich für den Bus-Shuttle von Station zu Station und den Abendimbiss in Ibbenbüren angemeldet, weitere Besucher kamen zu den Konzerten in den einzelnen Kirchen. Und die hatten gute Gründe für ihre mal lang geplante, mal ganz spontane Teilnahme. Besonders das breitgefächerte Programm mit Stücken aus vielen Genres und Jahrhunderten überzeugte. Wippten die einen bei den Madrigalen und Tänzen aus dem 15. und 16. Jahrhundert mit, kamen andere bei der Klezmer-Musik auf ihre Kosten. Ins Schwärmen gerieten einige, als „Solveigs Lied“ aus „Peer Gynt“ von Edvard Grieg und Elton Johns „Can you feel the love tonight?“ aus dem Musical „Der König der Löwen“ erklangen. Wieder anderen gefielen „Der Mond ist aufgegangen“ zum spätabendlichen Auftakt in der Tecklenburger Stadtkirche oder der Gemeindegesang, den alle gemeinsam in den drei Kirchen anstimmten.

Auch die Gemeinschaft während der kleinen Konzerttour, die André Ost als Rundreise durch das schöne Tecklenburger Land beschrieb, lobten Gäste und Ausführende in den höchsten Tönen. Er habe während der Busfahrt, in den Kirchenbänken und beim Essen viele nette Menschen kennengelernt und viel Spaß mit alten und neuen Bekannten gehabt, brachte es ein Mann aus Lengerich auf den Punkt. „Musik verbindet“, lautete das allgemeine Fazit eines Konzerterlebnisses, das alle unisono als „einen richtig schönen Abend“ in Erinnerung behalten werden.

Zur vielfältigen Musikpalette gab es Impulse und Lesungen wie zum Beispiel „Das Hohe Lied der Liebe“ sowie Ausführungen des Kunsthistorikers Dr. Ulrich Althöfer, der die Kirchräume einordnete und mit einem Augenzwinkern Wissenswertes erzählte. Althöfer sei es gelungen, „einen besonderen Blick auch auf eine eher unscheinbare Kirche wie die Ibbenbürener Matthäus-Kirche“ zu richten, lobte Ost. Sein ganz großes Dankeschön ging an Ulrike Lausberg, die die Orgelnacht vor zehn Jahren initiierte und seitdem als Projektleiterin die Strippen zieht. Sie sei der „Motor der Tecklenburger Orgelnacht“, stellte der Superintendent fest. Lausberg gab das Dankeschön gerne zurück. „Ohne dich hätte ich das nicht geschafft“, sagte sie mit Blick auf die kurze Vorbereitungszeit.

Jede Menge Applaus in allen drei Kirchen gab es auch für die Musikerinnen und Musiker. Stefanie Bloch (Oboe und Englischhorn) und Matthias Reuland (Violine) spielten gemeinsam mit Organistin Ulrike Lausberg in Lienen, Ibbenbüren und Tecklenburg. In der Lienener Kirche gestaltete der Pianist Filip Peoski das Programm mit, in der Tecklenburger Stadtkirche gehörten Mario Brinkmann (Sopran-Saxophon) und Tillmann Rohlfing (Trompete) zur Besetzung.

Wer mehr über die Orgeln in den drei Kirchen erfahren wollte, kam im Programmheft auf seine Kosten.

Text: Dietlind Ellerich

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