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„Die Aktion hat sich gelohnt, wir haben den Menschen ein kleines Stück helfen können“

Vicht, ein Ortsteil von Stolberg (Nordeifel), ist ein kleiner Ort wie Kattenvenne. Allerdings liegt er in einem Tal, durch den sich ein Bach und die Durchgangsstraße schlängeln. An dieser Straße liegen wichtige Gebäude wie der Dorfladen, der Kindergarten und die Arztpraxis. Der Bach trat nach den enormen Regenfällen im Juli innerhalb kürzester Zeit über die Ufer, so dass die Häuser an der Straße bis ca. 140 cm im Wasser standen.

Die Kirchengemeine Kattenvenne startete Anfang August einen Spendenaufruf und bat um Geld- und Sachspenden für die Flutopfer. Viele Geld- und Sachspenden gingen ein. Ein kompletter Hänger konnte befüllt werden. Gemeinsam mit Fahrer Dieter Stricker und seiner Frau Katrin Paschedag machte sich Pfarrerin Verena Westermann auf den Weg nach Vicht.

Verena Westermann berichtet:  

„Die Fahrbahndecke und Gärten wurden zerstört (man denke an das Überlaufen vom Dorfteich in Lienen vor wenigen Jahren und weiß, welche Gewalt das Wasser hat). Autos und alles andere wurden weggerissen und Keller und Erdgeschosse füllten sich mit einer schlammigen Brühe. Gott sei Dank ist hier niemand ums  Leben gekommen und es sieht so aus, dass alle Häuser stehen bleiben können.

Die Schäden sind noch deutlich zu sehen und zu riechen. Wenn man über den Bürgersteig geht, merkt man es nicht so, aber schon im Hauseingang schlägt uns ein sehr muffiger Geruch entgegen. Kein Wunder, dass viele Fenster offen stehen, um so viel wie möglich zu lüften und zu trocknen. Wir haben den Eindruck:  es ist schon viel geschehen. Viel Schutt ist abtransportiert, die Wege und Häuser  abgespült. Wenn man in Vicht wohnt, sieht man das wahrscheinlich anders. In jedem Haus an der Straße hört man die Aufräumarbeiten. Überall klopft, hämmert und rumort es. Die Straße wird geteert. Baufahrzeuge räumen noch Schutt weg. Vor dem Ort  stapeln sich die abtransportieren Autos und der Müll. Die Menschen sind in ihren Häusern, deren Keller und Erdgeschosse komplett leer sind,  beschäftigt:  wer am oben am Hang  oder im Nachbarort wohnt, kommt zum Helfen. Viele junge Leute waren aktiv.  Putz wird abgeschlagen, erste Leitungen verlegt, sauber gemacht. Jetzt muss neuer Estrich her. Vieles ist immer noch mit einer ganz feinen Sandschicht bedeckt.  Die meisten habe inzwischen wieder Strom. Und froh sind alle, die ihre 1. Etage bewohnen können.

Neben der Kirche sind große Zelte aufgebaut. Es gibt eine Bürgerberatung für Menschen, die nicht wissen, wie es weitergeht, Dixi-Klos,  Trinkwasser wird abgegeben, da die Leitungen defekt sind.  Im Moment  als wir ankommen, fehlt es gerade an Reinigungsmitteln für die Häuser. In einer großen Halle werden Kleidungsstücke sortiert und ausgegeben. Dorthin haben wir unsere Spenden gebracht. Lauter nützliche Dinge, über die sich die Menschen sehr freuen! In unseren Gesprächen merken wir, dass viele erschöpft und müde sind und dass die Vichter sehr erstaunt sind, dass ein so kleiner Ort so viele gute Regale, Kaffeemaschinen, Bügelbretter oder Wasserkocher zusammengetragen hat und herbringt.  Es ist ja fast alles neuwertig. Vor Ort werden die Sachen nun von Ortsansässigen ausgegeben, die die Leute kennen und so sichergestellt ist, dass sie die Bedürftigen aus  Vicht bekommen. Während wir auf einen Kaffee eingeladen werden, können wir schon die ersten zufriedenen Bewohner mit einem Wäscheständer oder einem Staubsauger nach Hause gehen sehen.

Die Aktion hat sich gelohnt, wir haben den Menschen ein kleines Stück helfen können.

Ein ganz herzliches Dankeschön an alle Spender*innen, an die BHG Kattenvenne (BHG Baustoffe GmbH & Co. KG) für den Hänger und Dieter Stricker und Katrin Paschedag für den Transport und die Fotos“.

 

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