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Ein Leuchtturm für Menschen sein

Seit 25 Jahren ist der Diakonische Betreuungsverein Rheine „Würdebewahrer“! Jetzt feierten Mitarbeiter, Ehrenamtliche, Vorstandsmitglieder und zahlreiche Vertreter aus Politik und Gesellschaft das Jubiläum mit einem Festgottesdienst in der Jakobi-Kirche in Rheine sowie beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus.

„Wie ein Leuchtturm den Weg durch unwirtliche See finden lässt, gelingt es dem Team unseres Vereins seit 25 Jahren, für Menschen dieser Leuchtturm zu sein. Ich glaube, dass es nicht vermessen ist, wenn ich sage, dass der Betreuungsverein den Titel Leuchtturmprojekt verdient hätte“, brachte es Stefan Zimmermann, geschäftsführender Vorstand des Diakonischen Werkes Tecklenburg, auf den Punkt. Er leitet gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen, Pfarrer Jürgen Nass, die Geschäfte des Betreuungsvereins in Rheine.

Seit einem Vierteljahrhundert nach der Abschaffung der Entmündigung für Volljährige per Gesetz trat ein neues Betreuungsrecht in Kraft. Auf der Grundlage des Betreuungsrechtes Anfang der 1990er Jahre wurden erste Betreuungsvereine gegründet. So auch am 1. Januar 1993 der Diakonische Betreuungsverein für die Stadt Rheine.  

Seitdem liegen die Aufgaben des Betreuungsvereins darin, dass die hauptamtlichen Mitarbeiter die gesetzliche Betreuung für besonders hilfebedürftige Menschen übernehmen. Aber nicht nur die unmittelbare Betreuung von Menschen steht im Fokus der Arbeit. Die Gewinnung, Beratung und Begleitung von Ehrenamtlichen ist dabei eine ganz wichtige Aufgabe. Die zweite stellvertretende Landrätin Elisabeth Veldhues gratulierte im Namen des Kreises und forderte: „Wir müssen wieder Menschen finden, die bereit sind, andere Menschen hier vor Ort zu betreuen, und das können nicht nur Fachkräfte aus dem Ausland sein.“

Im Festgottesdienst zeigten zwei Beispiele aus der Arbeit des hauptamtlichen Betreuungsteams um Stefanie Otten, Friedhelm Jenny, Bärbel Denkler und Agnes Bösker, dass Hilfe zur Selbsthilfe ein elementares Motiv der Beratungsarbeit ist. Eine wichtige Voraussetzung: Die Betreuten sollten zur Veränderung bereit sein. Denn für die Menschen, die nicht mit ihrer eigenen Lebenssituation zurechtkommen, gilt es, eine neue Lebensperspektive zu schaffen. „Für die Betreuer steht dabei immer im Mittelpunkt, die Selbstbestimmung des Menschen zu achten und den Mut zu haben, Fehler zuzulassen. Dabei gilt es, wachsam und aufmerksam zu sein“, so Zimmermann weiter.

Dass die Arbeit des Betreuungsdienstes in Rheine auf vielen Schultern ruht, war vielerorts zu spüren. Ein gutes Miteinander gibt es mit dem Amtsgericht in Rheine. Direktorin Monika Kremer lobte die gute Zusammenarbeit und die gesetzliche Wendung von der Entmündigung der hilfebedürftigen Menschen vor einem Vierteljahrhundert zum selbstständigen Leben. So habe dieser die Möglichkeit, möglichst lange mit Begleitung der Betreuer auf eigenen Füßen zu stehen. Aus Rat und Verwaltung der Stadt Rheine überbrachte der stellvertretende Bürgermeister Norbert Kahle zahlreiche Glückwünsche und gratulierte zur erfolgreichen Arbeit zum Wohl der Menschen. „In dieser Zeit liegt eine Bedrohung, in der wir gut aufpassen müssen, dass das, was in 70 Jahren an Hinwendung und Zuwendung gewachsen ist, nicht verloren geht“, forderte der Politiker. 

Pfarrer Jürgen Rick machte in seiner Predigt deutlich, dass in Gottes Reich besonders die willkommen sind, die mühselig und beladen sind. „Jesus ruft zu Vertrauen, Hoffen und Lieben auf“, so Rick. Der Pfarrer dankte allen Ehrenamtlichen und Mitarbeitern des Betreuungsdienstes, die im Dienst am Nächsten, in der Nachfolge Christi, wenn das Leben nicht mehr alleine bewältigt werden kann, einspringen. „Jesus ruft uns auf, zum Lastenträger zu werden und den Nächsten, den Bedürftigen, den Beladenen, den Mühseligen zu erquicken. Die Lasten sind nicht weg, aber sie sind eingebettet in der Liebe Gottes, der uns erquicken will“, sagte der Pfarrer und übergab im Namen der Jacobi-Gemeinde einen Scheck in Höhe von 1.500 Euro an den Betreuungsverein.

Text: Claudia Keller

 

 

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