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Evangelische Kirche und Fridays for Future in Rheine – Gemeinsamkeiten und unterschiedliche Ansätze, die sich gegenseitig ergänzen

„Gerne sind wir als "Fridays for Future, Rheine", Eurer Einladung in die evangelische Johannesgemeinde gefolgt,“ eröffnete Sabrina Foppe den Informationsaustausch mit Presbyter Heinz-Jakob Thyssen und Pastorin Kerstin Hemker, Botschafterin für Brot für die Welt, am 3. Dezember. „Wir freuen uns immer über Vernetzungsmöglichkeiten und Kooperationen, um die Themen Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit besser in die Gesellschaft zu integrieren.“

In dem mehrstündigen Austausch wurden die verschiedenen Ansätze von Kirche und Klimabewegung in Bezug auf die Klimakrise diskutiert, wie auch die jeweiligen Rollen in der Gesellschaft. Seit 1986 ist in der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) das Thema „Bewahrung der Schöpfung“ ein ständig präsentes Thema. „Wir in der evangelischen Johannesgemeinde haben ein konsequentes Umweltmanagement für unser gesamtes Handeln in der Kirchengemeinde und unserem Kindergarten entwickelt“ so Heinz-Jakob Thyssen. „Und wir setzen es praktisch um. Das Presbyterium hat hohe Standards für alle Produkte wie Papier, Reinigungsmittel, Kerzen oder Verbrauchsmaterial entworfen. Auch unser neues Gemeindezentrum wurde nachhaltig entworfen und gebaut. Wo immer es möglich ist, beschaffen wir fair und nachhaltig. Eine gute Hilfe ist das ökumenische Portal „Zukunft einkaufen“, das ökologische und nachhaltige Produkte anbietet,“ Heinz Jakob Thyssen weiter. „Nachhaltig und fair einkaufen ist etwas teurer, aber machbar. Denn viele Produkte sind langlebiger. Gott hat uns nur diese eine Welt gegeben. Unsere Aufgabe ist nicht die Zerstörung, sondern der Erhalt von Gottes Schöpfung.“ Als Botschafterin für Brot für die Welt wies Kerstin Hemker auf das diesjährige Schwerpunktaktion „Eine Welt. Ein Klima. Eine Zukunft“ des Hilfswerkes hin.

Insgesamt zeigen sich in dem Gespräch viele Gemeinsamkeiten und Schnittmengen zwischen der Klimagerechtigkeitsbewegung und der Gemeinde. Es werden jedoch auch Unterschiede sichtbar. „Für uns ist es wichtig zu betonen, dass Konsumentscheidungen allein nicht ausreichen und die Verantwortung nicht komplett auf das Individuum übertragen werden sollte.“ erklärte Triziah Etarukot von Fridays for Future, Rheine. „Als Konsument*in fühlt man sich schnell und absolut zu recht überfordert von den vielen Informationen, die es in die Konsumentscheidungen mit einzubeziehen gilt, wenn man sich in einer nicht-nachhaltigen Welt nachhaltig verhalten möchte. Es braucht daher vor allem systemische Veränderungen und entschlossenes politisches Handeln, um die großen Hebel in Bewegung zu setzen. Diese politischen Veränderungen weiter voranzutreiben, sehen wir als unsere Aufgabe und Rolle in der Gesellschaft an. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Institutionen wie die evangelische Kirche zeigen und vorleben, dass man auch im Kleinen Handlungsmöglichkeiten hat und mit dem eigenen Verhalten einen Unterschied bewirken kann.“

Im Frühjahr 2022 soll es weitere gemeinsame Gespräche und gegebenenfalls auch Aktionen zu den Themen Klimagerechtigkeit und Nachhaltigkeit in Rheine geben.

Text: Kerstin Hemker

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