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Festakt: 50 Jahre Ledder Werkstätten ist Grund zur Freude

Tecklenburg-Ledde. „Ich bin stolz“, freute sich Walter Oelgemöller. Mit fünf weiteren Menschen gehört er zu den Beschäftigten aus dem Gründungsjahr 1968 der Ledder Werkstätten in Tecklenburg, die den 50. Geburtstag in diesem Jahr erleben. Der heute 73-Jährige, hunderte Beschäftigte und Mitarbeiter und viele, viele Ehrengäste kamen zur Jubiläumsfeier am 18. Mai in den Stadtteil Ledde. 800 Gäste fanden sich im großen Festzelt ein, um gemeinsam das 50-jährige Bestehen der diakonischen Einrichtung (1400 Beschäftigte, 600 Mitarbeiter) zu feiern.

Zahlreiche prominente Vertreterinnen und Vertreter aus der Landes- und Kommunalpolitik, des LWL, der Arbeitsagentur, der Evangelischen Kirche, anderer Werkstätten und Verbände waren der Einladung gefolgt. Darunter auch NRW-Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann, der in seiner Festrede daran erinnerte, dass die Gründungsidee vor fünf Jahrzehnten von engagierten Christinnen und Christen ausgegangen sei.

50 Jahre Ledder Werkstätten – das seien auch 50 Jahre der Weiterentwicklung des Bildes in der Gesellschaft von Teilhabe von Menschen mit Behinderung. „Als Sozialminister möchte ich sagen, dass ich froh bin, Werkstätten für Menschen mit Behinderung in dieser Gesellschaft zu haben. Und ich glaube, dass diese auch eine Zukunft haben.“

Die Dezentralisierung sei ein wichtiger Entwicklungsschritt gewesen, den die LeWe schon sehr früh gewagt hätten. Heute würden an über 50 Standorten im gesamten Tecklenburger Land breite Angebote an Arbeitsmöglichkeiten, Wohnformen und Freizeitgestaltungen gemacht. „Die Ledder Werkstätten haben einen großen Beitrag zu unserem Weltbild von einer Gesellschaft geleistet, in der wir Unterschiedlichkeit von Menschen nicht mehr zum Thema machen“, so Laumann.

„Wir wollen den Tag fröhlich miteinander feiern“, betonte Ralf Hagemeier, Geschäftsführer der Ledder Werkstätten, zum Auftakt des Festprogramms. „Diese Feier soll auch unsere Freude ausdrücken, dass Menschen mit Behinderung in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind“, so der Geschäftsführer der Einrichtung, die 1.400 Menschen darin unterstützt, ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen.

„Die Ledder Werkstätten werden gebraucht, um Menschen Lebenschancen zu geben, die sie andernorts nicht hätten“, führte André Ost, Superintendent des Kirchenkreises Tecklenburg und Vorsitzender des LeWe-Aufsichtsrates, in seiner Rede aus. Das komme besonders schön in dem Jubiläumsbuch zum Ausdruck. Zum 50. Geburtstag haben die Ledder Werkstätten nämlich einen großen Band veröffentlicht, in dem man 50 Gruppenporträts und einer Vielzahl von Interviews mit Bewohnern und Beschäftigten entdeckt – ein wahrer Fundus, der auch die Größe und Vielfalt der Einrichtung eindrucksvoll darstellt.

„Vielen Dank für das Engagement und die vielen Dinge, die hier geleistet werden. Wir sind stolz, so eine tolle Einrichtung hier vor Ort zu haben“, betonte Tilmann Fuchs in seiner Ansprache. Der Sozialdezernent des Kreises Steinfurt war in Vertretung von Landrat Dr. Klaus Effing nach Ledde gekommen.

Zu Wort kamen während der Jubiläumsfeier gemeinschaftlich auch die Vertreter des Werkstattrates, des Wohnbeirates und der Mitarbeitervertretung. Heiner Hibbe als Vorsitzender der Mitarbeitervertretung betonte das wertschätzende Miteinander der verschiedenen Gremien. Spürbar wurde das lebendige Gemeinschaftsgefühl bei den Auftritten der eigenen Musik- und Tanzgruppen: Die „Blech Drum Band“, die „Kellerasse“, die „Handies“ und zum Abschluss das Musikprojekt 2018 hatten mit mitreißenden Liedern, fetziger Percussion und einigen Choreografien das Publikum schnell auf ihrer Seite.

 

Text: Jörg Birgoleit

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