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Kaum bekannte Welt von nebenan als nachhaltige Orte des Lernens erlebt - Schüler*innen der Extra.Klasse produzieren digital Hofgeschichten

Die Auseinandersetzung mit digitalen Medien im Unterricht muss nicht ausschließlich im Schulgebäude stattfinden. Auch kann ein solches Projekt jede Menge Einblicke in die Berufswelt liefern und gleichzeitig sogar noch die Auseinandersetzung mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ ermöglichen.

So geschehen in der Extra.Klasse, dem außerschulischen Unterrichtsort an der Bahnhofstraße. Die rund 25 Schülerinnen und Schüler der Lerngruppen 7+8 sowie 9+10 beteiligten sich in Kooperation mit der Evangelischen Jugendbildungsstätte Tecklenburg an dem Projekt „Lebenswelten treffen sich 2.0. Ich erzähle dir meine Geschichte“, das von der Landesarbeitsgemeinschaft Lokale Medienarbeit NRW initiiert und vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wurde.

Und, zu erzählen, zu hören, zu sehen und zu staunen gab es eine Menge für die Jugendlichen. Sie hatten für das Projekt eine ihnen kaum gekannte Lebenswelt aus ihrer unmittelbaren Nachbarschaft ausgewählt, nämlich Bauernhöfe und Betriebe in ihrer Wohnortnähe. In Gesprächen und bei den Hofführungen erfuhren die Jugendlichen, wie die Menschen auf den acht ausgewählten Betrieben zusammenleben, wie die Arbeitsabläufe dort aussehen und inwiefern sie nachhaltig wirtschaften.

Zu Beginn des Projektes „Hofgeschichten“ im Oktober machten sich die Schüler*innen zunächst mit der Aufnahmetechnik vertraut und befragten sich gegenseitig sowie ihre Lehrkräfte und Sozialpädagogen im Team der Extra.Klasse zu ihren Vorstellungen von Nachhaltigkeit. Mit dabei war Leo Cresnar, Medienpädagoge der Evangelischen Jugendbildungsstätte in Tecklenburg. Er zeigte den Nachwuchsreportern den Umgang mit dem Mikrofon und die Schneidetechnik am Laptop. Kurz darauf ging es für alle bereits ins „Feld“. Ein Bulli und Autos brachten die Schüler*innen zu den Familien nach Brochterbeck, Ibbenbüren, Ladbergen, Lengerich, Lienen, Lotte, Recke und Tecklenburg, um von ihnen u.a. etwas über Tierhaltung, Tierzucht, Gemüse- und Obstanbau, Gartenbau und Direktvermarktung in Erfahrung zu bringen. Dort erlebten sie, wie Melktechnik funktioniert, besichtigten einen Raum, indem einmal die Woche ein Rind geschlachtet wird, hörten etwas über verschiedene Haltungsformen von Hühnern und Rindern, staunten, was Bienen, Strauße oder aber Alpakas an Erzeugnissen hervorbringen und sahen, wie eine Gärtnerei mithilfe eines Wasserrücklaufsystems sparend arbeitet. Bei all dem erkannten die Schüler*innen, wie viel Arbeit in der Herstellung von hochwertigen Lebensmitteln und selbsterzeugten Produkten steckt. Zudem lernten sie, wie wichtig es für den Klimaschutz ist, regional und saisonal zu produzieren, zu vermarkten und einzukaufen.

Ihre Einblicke wollen die Jugendlichen aus der Extra.Klasse nun auch anderen zugängig machen. Deshalb erstellten sie mit der Unterstützung von Nick-Julian Lehmann, einem Medienpädagogen aus Berlin, und dem Werkzeug „mapstories“ eine digitale Karte der Region. Darauf sind alle besuchten Betriebe verzeichnet und die entstandenen Hofgeschichten der Schüler*innen mit einem Klick abrufbar: Ein Text informiert jeweils über den Betrieb, Fotos geben Einblicke zu dem Arbeitsplatz und ein vertontes Interview lädt ein, unmittelbar in die Familiengeschichte und ins Geschehen auf den Höfen und in den Betrieben einzutauchen.

Text: Yvonne Legner

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